Warum bleiben die Laternen dunkel?
Konzept gegen schwarze Löcher im Straßenraum

Stenfurt -

In Steinfurt gehen die Lichter aus. Unterbelichtet. Nicht die hellste. Trübe Funzel(n). Wortspiele zum Thema Straßenlaternen gibt es reichlich. Beispiele für den Beleuchtungs-Notstand in der Stadt ebenfalls.

Donnerstag, 21.02.2019, 16:18 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 15:22 Uhr
So einträchtig nebeneinander strahlen die Straßenlaternen nicht überall in der Stadt.
So einträchtig nebeneinander strahlen die Straßenlaternen nicht überall in der Stadt. Foto: Axel Roll

CDU-Ratsherr Rolf Diekmann zählte unlängst neun defekte Lampen in der guten Stube von Burgsteinfurt. Am Abend vor der Bauausschusssitzung am Mittwoch waren es immerhin noch sieben. Und der für die Lichttechnik zuständige Fachdienstleiter Wolfgang Spille hatte erlebt, dass bei seinem Gang durch die City drei Birnen auf dem Hinweg dunkel waren, sie es sich auf seinem Weg zurück aber anders überlegt hatten und den Rathausmitarbeiter mit aller Kraft anstrahlten.

Lange Einleitung, kurzes Fazit: Bei der nächtlichen Illumination der beiden Stadtteile steht irgendjemand auf der Leitung.

Das Problem ist vielschichtig, wie Wolfgang Spille und Baudezernent Hans Schröder den Mitgliedern des Bauausschusses erläuterten. Darum gibt es jetzt erst einmal eine Verwaltungsvorlage, damit – Achtung, Wortspiel – der Politik ein Licht aufgeht, wo überall hineingeleuchtet werden muss, um aus der Ansammlung der zahlreichen schwarzen Löcher wieder ein Lichtermeer zu machen. Ohne zu viel zu verraten, versprach Hans Schröder schon mal eines: „Wir werden strukturell mit Licht umgehen.“ Sprich: Es wird ein Gesamtkonzept geben.

Kaputte Birne raus, neue rein, so kennt das jeder von zu Hause. So einfach ist das mit Straßenlaternen aber nicht, wie Wolfgang Spille anhand einer Kurz-Präsentation erklärte. Es gebe unterschiedliche Birnentypen in der Stadt, die einen strahlen leicht rötlich, andere milchig-weiß oder glasklar. Dann neigen bestimmte Fassungen zu Kontaktarmut. Sie korrodieren. Außerdem entsprechen an einigen Straßen die Abstände von Laterne zu Laterne nicht der Norm, wie der Technische Beigeordnete herausgefunden hat. Und schließlich gestalte sich die Kooperation mit der Firma, die für die Lampenreparatur zuständig ist, „als nicht nur ideal für uns“, wie Schröder vorsichtig formulierte. Wie berichtet, kann es schon einmal ein paar Wochen dauern, bis aus einer trüben Funzel wieder eine strahlende Straßenschönheit wird.

Die SPD-Fraktion hatte schon vor einigen Jahren die Umstellung auf die inzwischen gar nicht mehr so neue LED-Technik beantragt. Zumal es dafür auch Zuschüsse gibt. Allerdings nicht für Steinfurt, wie es aus der Verwaltung hieß. Da vor Ort bereits jede zweite Glühbirne rausgedreht wurde und damit jährlich rund 30 000 Euro Stromkosten weniger anfallen, sei das Einsparpotenzial durch LED-Lampen nicht mehr so gewaltig, als dass es dafür noch Fördermittel gebe.

Wie gesagt, das Problem ist vielschichtig. Und hat noch einen Aspekt, der bislang noch gar nicht beleuchtet wurde. „Die soziale Sicherheit.“ Damit meint Hans Schröder das ungute Gefühl der Bürger, wenn sie im Dunkeln durch die Stadt laufen. Auch dagegen soll etwas getan werden. Unter anderem sollen Experten Helligkeit und Streuung von Laternen messen. Drei-D-Modelle will der Baudezernent an Lichtplaner weitergeben.

Man ahnt es: Bis ganz Steinfurt wieder strahlt, wird es dauern. „Keine zehn Jahre“, wie Schröder beruhigte. Aber in drei Jahren sei das leider auch nicht zu schaffen.

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