Museum für Kunst und Kultur stellt Werke der gebürtigen Burgsteinfurterin aus
Konrad-von-Soest-Preis für Tatjana Doll

Burgsteinfurt -

Die in Burgsteinfurt geborene Künstlerin Tatjana Doll hat am Donnerstag in Münster den Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) erhalten.

Freitag, 22.02.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 15:22 Uhr
Tatjana Doll wurde 1970 in Burgsteinfurt geboren und studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2005 bis 2006 war sie Gastprofessorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, seit 2009 ist sie Professorin für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Tatjana Doll wurde 1970 in Burgsteinfurt geboren und studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2005 bis 2006 war sie Gastprofessorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, seit 2009 ist sie Professorin für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Foto: LWL

LWL-Direktor Matthias Löb überreichte den mit 12 800 Euro dotierten Preis im LWL-Museum für Kunst und Kultur an die aus Steinfurt stammende Künstlerin. Gleichzeitig eröffnete er die Ausstellung „ Tatjana Doll . Nicht vorbeigehen“ mit unveröffentlichten Werken der Künstlerin, die noch bis zum 2. Juni im LWL-Museum zu sehen ist.

Eine Jury unter dem Vorsitz von Löb hatte Doll den Preis zuerkannt. „Die malerische Position von Tatjana Doll überzeugt mit einer schöpferischen Konsistenz und einem expressiven Gestus“, so Jury-Vorsitzender Löb.

„Gegenständliche Motive sowie geometrisch-abstrakte Kompositionselemente kombiniert die Künstlerin zumeist in Bildserien und bearbeitet diese in die Tiefe über einen längeren Zeitraum hinweg“, begründet die Jury ihre Entscheidung. „Die hohe Qualität von Rückbezügen auf Felder der Kunstgeschichte, auf piktorale und gestische Zeichensysteme verschiedener Herkunft, die Verwendung kultureller Versatzstücke und der Unterhaltungskultur bestärkte die Jury in ihrer Entscheidung. Die Künstlerin kontextualisiert ihre eigene künstlerische Position politisch und kulturell mittels ihrer Bilder, lässt die Bewertung dieses Vorgehens jedoch offen.“

In ihren großformatigen Gemälden beschäftigt sich Doll mit einer Bildsprache des Alltags. Öffentliche Hinweisschilder und Symbole sowie Luxusgüter und Marken dienen ihr dabei ebenso als Inspiration wie Informationsmedien, Unterhaltungskultur oder Werke der Kunstgeschichte.

In ihren Arbeiten spiegelt sich immer wieder eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit – sei es durch das Motiv selbst oder aber durch die Installation der Werke im öffentlichen Raum. Diesem Interesse folgend wurde im Foyer des Museums ein monumentales Werk aus ihrer Serie der Piktogramme installiert. Die Ausstellung setzt sich im zweiten Geschoss des Lichthofs mit weiteren monumentalen Werken fort. Unter anderem ist ein Werk aus der Truck-Serie zu sehen, das die Faszination der Künstlerin für knallige Verkehrsmittel widerspiegelt.

Zudem zeigt Doll zwei Werke aus ihrer RIP-Serie. Hier nutzt die Künstlerin Werke aus der Kunstgeschichte als Grundlage, wie beispielsweise ein Gemälde des belgischen Symbolisten James Ensor. Doch auch medial allgegenwärtige Bilder aus der Popkultur – wie das berühmt-berüchtigte Balkonbild von Michael Jackson – dienen ihr als visuelles Vorbild, das sie in die ihre eigene Bildsprache transformiert.

Ein Künstlergespräch zwischen Tatjana Doll und dem Kunstkritiker Ulrich Loock sowie eine Führung mit der Kuratorin Kristin Bartels geben einen Einblick in die gezeigten Arbeiten kann am 8. März (Freitag) ab 17.30 Uhr besucht werden. Am 22. März (Freitag) gibt es um 14 Uhr eine Kuratorinnenführung mit Kristin Bartels.

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