„Chill in“-Zelt ist am Karnevalssonntag wieder ein Rückzugsort für Jugendliche
Wer schmuggelt, fliegt raus

Borghorst -

„Wir haben ein Rundum-Paket für den Karnevalssonntag zusammengestellt“, sagt Stadtjugendpflegerin Ute Kriens. Gemeinsam wollen das OT-Heim, der Talentschuppen, die mobile Jugendarbeit und das Ordnungsamt der Stadt am 2. März dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche den Borghorster Karnevalsumzug gut überstehen. Seit je her ist die Karnevalszeit für viele die Gelegenheit schlechthin, erste Erfahrungen mit Alkohol zu machen. Die für manche nicht nur im Frohsinn enden.

Freitag, 22.02.2019, 23:00 Uhr
Mit ihrem „Karnevalspaket“ wollen Stadt und Jugendeinrichtungen für ein Karnevalsfest ohne jugendliche Alkoholexzesse sorgen.
Mit ihrem „Karnevalspaket“ wollen Stadt und Jugendeinrichtungen für ein Karnevalsfest ohne jugendliche Alkoholexzesse sorgen. Foto: Schäfer

Ein Teil des von Ute Kriens angesprochenen Pakets ist deshalb die Aktion „Keine Kurzen für Kurze“, mit der auch in diesem Jahr wieder Erwachsene angesprochen werden, die Alkohol ausgeben. „Wir wollen zeigen, dass es nicht witzig ist, was Alkohol mit Jugendlichen macht“, sagt die Stadtjugendpflegerin.

Ganz ohne Alkohol kommt deshalb die Teenie-Disco am Karnevalsfreitag (1. März) aus, die früher im Memphis stattfand und seit dessen Schließung im Keller des OT-Heims. Von 18 bis 20 Uhr gibt es Musik zum Abtanzen, Pommes und alkoholfreie Cocktails. „Die Disco hat aber auch einen präventiven Charakter“, sagt Milena Dahlhoff. Die Teenys könnten zum Beispiel mit „Rauschbrillen“ erfahren, wie die Welt unter Alkoholeinfluss aussieht und es gibt ein Quiz rund um Alkohol und Zigaretten. Der Hauptteil des karnevalstischen Jugendpakets macht das „Chill in“-Zelt aus, das direkt neben dem der Vereinigten auf dem Neuen Markt steht.

Auch dort ist Alkohol absolut verboten. „Wer welchen reinschmuggeln will, fliegt raus“, stellt Jan Steinmüller vom Team mobile Jugendarbeit klar. Stattdessen gibt es dort alkoholfreie Getränke und Tee, um den feierwütigen Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, sich zu erholen. Der Standort gleich neben dem Hauptzelt hat sich etabliert, auch wenn seit zwei Jahren nebenan keine Unter-18-Jährigen mehr hineinkommen.

Die damals gehegten Befürchtungen, dass sich an anderen Stellen der Innenstadt Saufgelage bilden könnten, wenn Jugendliche nicht mehr aufs Zelt dürfen, haben sich nicht als begründet erwiesen – wenn Jan Steinmüller und seine Kollegen am Rosensonntag von 12 bis 20 Uhr unterwegs sind, haben sie jedenfalls keine solchen Treffpunkte ausmachen können. „Wer unbedingt trinken will, macht das jetzt vielleicht privat oder fährt in einen anderen Ort“, schätzen die Jugendarbeiter. Umgekehrt habe sich das Jugendverbot auf dem Festzelt positiv bemerkbar gemacht – laut Polizei sei die Lage dort sehr viel entspannter geworden.

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