Visionen für das Weberquartier und die Innenstadt von Borghorst
„Krankenhaus ist das neue Gold“

Borghorst -

Hans Schröder hat eine Vision für Borghorst: „Das neue Gold für den Stadtteil ist das Krankenhaus, nicht mehr der Einzelhandel.“ Und um den Standort zu einem Gesundheitszentrum mit allem Drum und Dran auszubauen, sollen idealerweise auf dem Websaalgelände Reha-Klinik, Tagespflege und andere Einrichtungen dieser Art Platz finden. Der Baudezernent erklärt: „So können die Patienten nach der Hüft-OP für die Reha gleich vor Ort bleiben.“ Schröder ist überzeugt: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Freitag, 22.02.2019, 15:22 Uhr
Was passiert mit dem Websaal-Gelände? Das Krankenhaus, auf dem Foto im Hintergrund, soll künftig eine Hauptrolle für Borghorst spielen. Der Rat hat jetzt eine Veränderungssperre verhängt. Technischer Beigeordneter Hans Schröder warnt vor einer Zwangsversteigerung.
Was passiert mit dem Websaal-Gelände? Das Krankenhaus, auf dem Foto im Hintergrund, soll künftig eine Hauptrolle für Borghorst spielen. Der Rat hat jetzt eine Veränderungssperre verhängt. Technischer Beigeordneter Hans Schröder warnt vor einer Zwangsversteigerung. Foto: Axel Roll

Trotz des Zögerns des potenziellen Investors, der List-Gruppe aus Nordhorn. Sie hat jetzt sogar bis Ende Juni, und nicht nur bis zum 31. März Zeit, um sich zu überlegen, ob sie das Areal kauft oder nicht. Der Rat hat am Donnerstag die bereits im Planungsausschuss abgesegnete Veränderungssperre einstimmig durchgewunken. Diskussionen um das Groß-Projekt gab es trotzdem. . .

Ausgangspunkt war eine bunte Präsentation des Technischen Beigeordneten zum Entwicklungsstand des Weberquartiers, die er schon am Dienstag im Planungsausschuss gezeigt hatte. Dort allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Schröder machte darin deutlich, warum eine Veränderungssperre so wichtig ist: Lässt List das Projekt fallen und die 25 000 Quadratmeter kommen in die Zwangsversteigerung, soll ein möglicher neuer Besitzer dort nicht etwas bauen können, was er baurechtlich zwar darf, städtebaulich aber nicht gewollt ist. Eine Zwangsversteigerung, so der Baudezernent, würde das Projekt um zwei Jahre zurückwerfen.

Ob sich so ein Gesundheitszentrum im Umfeld des Marienhospitals lohnt? „Rechnen muss die List-Gruppe“, antwortete Schröder auf kritische Fragen aus dem Rat. Wie die von SPD-Ratsherr Klaus Meiers, der warnte: „Uns fehlen die Fakten für so ein Zentrum.“ Er vermisst eine Analyse: „Was fehlt in der Stadt?“

Der Technische Beigeordnete räumte ein, dass die Situation des neuen Krankenhausträgers, des münsterischen Universitätsklinikums, derzeit nicht einfach sei. So lassen die direkt nach der Übernahme ins Auge gefassten Neubauten wie das Bettenhaus immer noch auf sich warten.

Sollte es mit der List-Gruppe nichts werden – wäre der Kauf des Areals durch die Stadt vielleicht doch eine Option? CDU-Ratsherr Hans Günter Hahn hatte sich schon im Planungsausschuss für diese Lösung ausgesprochen (diese Zeitung berichtete ausführlich). Am Donnerstag wiederholte er seine Ansicht: „Die Interessen des Investors und unsere lassen sich nicht auf einen Nenner bringen.“ Ein Geldgeber wolle alles vermarkten, die Stadt müsse UKM und Caritas mit berücksichtigen. Hahn rät darum dringend, mit der Kreissparkasse zu sprechen. FWS-Fraktionschef Dr. Reinhard Dankel denkt ähnlich: „Der Investor hat ein zu enges Korsett präsentiert bekommen. Das passt ihm nicht.“ Ulrich Windscheid widersprach für die Liberalen heftig. Die Stadt habe kein Geld, kein Know How und außerdem fehle das Personal, so ein Projekt zu wuppen. GAL-Sprecher Christian Franke warnte, den List-Deal nicht kaputtzureden. „Was ist das für ein Signal nach außen, wenn wir hier jetzt über einen Kauf reden?“, fragte er in die Runde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6410646?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker