Frauenkulturfrühstück feiert 100 Jahre Frauenwahlrecht
Nur die Damencreme fehlte

Steinfurt -

So lecker, reichhaltig und gesund das Frauenkulturfrühstück auch war, gendermäßig korrekt war es leider nicht: auf dem Buffet fehlte das weibliche Pendant zur Herrencreme.

Sonntag, 10.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 10:28 Uhr
Sehr beliebt beim Frühstück der Damen: Herrencreme.
Sehr beliebt beim Frühstück der Damen: Herrencreme. Foto: Claudia Mertins

Dieser Fauxpas fiel auch der neuen Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Brigitte Kumpmann , auf und sie regte nicht ganz ernst gemeint an, im nächsten Jahr doch bitte auch eine Damencreme anzubieten. Sonst fehlte aber nichts für einen informativen und kulinarisch hochwertigen Frauenvormittag, an dem zuhause die Küche kalt blieb.

Das diesjährige Kulturfrühstück widmete sich thematisch dem 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts, das, wie Landrat Dr. Klaus Effing betonte, hart erkämpft werden musste. In seiner Begrüßung skizzierte er kurz die Geschichte der Gleichstellung von Mann und Frau und forderte die anwesenden Frauen auf, politisch aktiv zu werden.

Eingeladen hatten wie immer die Gleichstellungsbeauftragten vom Kreis und der Stadt Steinfurt sowie Dr. Barbara Herrmann vom Kulturforum Steinfurt, die ihre beiden Mitveranstalterinnen in einem Interview vorstellte. Sowohl Brigitte Kumpmann als auch Ulrike Terstiege sind seit Mitte des vergangenen Jahres im Amt der Gleichstellungsbeauftragten und kümmern sich in erster Linie um die Mitarbeiterinnen ihrer Behörde.

Darüber hinaus stehen sie allen Frauen in Kreis und Stadt in Sachen Gleichstellung zur Verfügung. Auf die Frage, was die beiden von der Quotenregelung halten, sind sie sich einig: „Es wäre am besten, wenn die Quote nicht nötig wäre, aber bis dahin ist sie hilfreich.“

Nach der ausgedehnten Frühstückspause nahm dann die Kölner Kabarettistin Edith Börner die Bühne des Kommunikationszentrums ein. Als abgehetzte aber politisch korrekte Fahrradfahrerin trudelte sie ein und erklärte den Steinfurterinnen gleich mal den Unterschied zwischen Stecherinnen und Schleiferinnen. Hä? Ja, die gibt’s auch im Bagno, wo sie ihre Nordic-Walking-Stöcke eben entweder in den Boden rammen oder depressiv hinter sich herziehen. Als Suffragette verkleidet hielt die temperamentvolle Frau dann eine Rede über die politische Wirksamkeit von Steinwürfen. „Frauen können nett sein, müssen sie aber nicht“, so ihre Erkenntnis aus sechs Jahrzehnten Lebenserfahrung, durch die sie das Publikum plaudern mitnahm. Sie kennt die Schwächen und Stärken der Frauen und freut sich über die jugendliche Aktivistin Greta Thunberg: „Jede Zeit hat ihre Bewegung. Und wenn die Männer sich nicht an den heißen Brei herantrauen, dann, liebe Frauen, krempelt die Ärmel auf“, so ihre ermutigende Botschaft.

Mit einer gekonnten Parodie auf Herbert Grönemeyers Song „Männer“ beendete die Kölnerin ihren Auftritt und erntete begeisterten Applaus.

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