Höhlenbäume oder nicht?
Baumfällungen im Bagno-Buchenberg-Schutzgebiet

Steinfurt -

48 Eichen liegen gefällt im Naturschutzgebiet zwischen Borghorst und Burgsteinfurt. War das rechtens? Nach Protesten von Umweltschützern ist das Vorgehen der fürstlichen Forstverwaltung nun Thema im Kreisausschuss.

Dienstag, 12.03.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 16:24 Uhr
Im Naturschutzgebiet Bagno sind 48 Eichen gefällt worden. Nach Meinung von Naturschützerrn waren sie geschützt.
Im Naturschutzgebiet Bagno sind 48 Eichen gefällt worden. Nach Meinung von Naturschützerrn waren sie geschützt. Foto: pd

War die Fällung von 48 Eichen im Naturschutzgebiet Bagno-Buchenberg rechtens oder nicht? Mit diesem Thema beschäftigt sich am heutigen Dienstag auf Anfrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen der Umweltausschuss des Kreises. Mitglieder des Nabu hatten die Fällungen dokumentiert und bemängelt, dass es sich hierbei um so genannte Höhlenbäume gehandelt haben soll. Diese sind wegen ihrer Bedeutung für das Ökosystem in einem Naturschutzgebiet besonders geschützt.

Wie aus der Vorlage für den Ausschuss hervorgeht, hat es im Vorfeld der Fällungen einen Ortstermin gegeben, an dem neben Vertretern des Regionalforstamtes und der Bezirksregierung auch Mitarbeiter der Fürstlichen Domänenkammer teilnahmen. Letztere verwaltet unter anderem den Forstbetrieb des Fürstenhauses, dem große Teile des Naturschutzgebiets gehören.

Dabei sei darauf hingewiesen worden, dass es einer Ausnahmeregelung bedürfe, sollten Höhlenbäume gefällt werden müssen. In einem Fall sei diese unmittelbar anerkannt worden, da von dem betreffenden Baum eine Gefährdung der Verkehrssicherheit ausgegangen sei.

Nach Bekanntwerden der Fällungen und Zusendung von Fotos durch Naturschützer, die offensichtlich Höhlenbäume zeigen, habe man unmittelbar Kontrollen durchgeführt, heißt es in der Vorlage weiter. An den vorgefundenen Teilstämmen seien indes „die Strukturen zu oberflächig gewesen, um als Höhle mit einer Funktion als Niststätte eingestuft werden zu können“. Forstarbeiter, die bei der Kontrolle angetroffen worden seien, hätten versichert, dass die gefällten Bäume vorab sorgfältig auf Stammhohlräume untersucht worden seien. Ordnungswidrigkeiten konnten vor Ort nicht festgestellt werden.

Die Kreisverwaltung stellt klar, dass eine naturnahe forstwirtschaftliche Nutzung des 490 Hektar großen Areals Bagno-Buchenberg trotz der Einstufung als FFH-Schutzgebiet grundsätzlich erlaubt ist. Um die Transparenz der künftigen Zusammenarbeit aller Beteiligten zu erhöhen, soll ein Maßnahmenkonzept für das Schutzgebiet erarbeitet werden, das die bestehenden Regelungen teilweise ersetzen und auch flächige Nutzungsverzichte in besonders wertvollen Bereichen beinhalten soll. Der zeitnah zu erstellende Entwurf soll zunächst im Naturschutzbeirat vorgestellt werden, so der Beschlussvorschlag.

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