„Atem: Pause“ mit Christine Westermann
Ein wahrhaft erfüllender Abend

BurgSteinfurt -

Am Ende einer grandiosen Lesung zum Thema „Abschied“ hatte Christine Westermann den passenden Satz parat: „Auch wenn etwas aufhört, ist es manchmal noch nicht zu Ende.“

Dienstag, 12.03.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 15:54 Uhr
Berichtete von den kleinen und großen Abschieden im Leben: Christine Westermann zog ihr Publikum in der Großen Kirche in ihren Bann.
Berichtete von den kleinen und großen Abschieden im Leben: Christine Westermann zog ihr Publikum in der Großen Kirche in ihren Bann. Foto: Rainer Nix

Am Ende einer grandiosen Lesung zum Thema „Abschied“ hatte Christine Westermann den passenden Satz parat: „Auch wenn etwas aufhört, ist es manchmal noch nicht zu Ende.“ Wie wahr! Folgte doch eine Signierstunde, der viele der Zuhörer in der Großen Kirche gerne folgten – nettes Gespräch inklusive. Über 500 waren in das Gotteshaus gekommen, um der bekannten Journalistin, Moderatorin und Autorin zu lauschen – und dazu die schöne Atmosphäre in der Kirche auszukosten. Die Veranstalter Kulturforum und Ev. Kirchengemeinde, vertreten durch Dr. Barbara Herrmann und Pfarrer Guido Meyer-Wirsching, luden mit dem Titel „Atem:Pause“ geradewegs dazu ein.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit zeitlicher Verzögerung. Trotzdem brauste großer Applaus auf, als Westermann das Podium betrat. Sie sei mit dem Zug aus Köln gekommen. Der hatte Verspätung, aber auch spannende Geschichten zu bieten. In Düsseldorf sei eine Hochschwangere zugestiegen. Schon bald setzten bei ihr die Wehen ein. Es ging bis Münster alles gut, denn auch ein Arzt war anwesend. Die Frau meinte, sie wolle bis Bremen durchhalten. Klar, dass es für diese aufregende Entschuldigung Applaus gab.

Ausgiebig nutzten die Besucher die Gelegenheit, ein signiertes Exemplar von Christine Westermanns neuestem literarischen Werk zu ergattern – inklusive kleinem Plausch.

Ausgiebig nutzten die Besucher die Gelegenheit, ein signiertes Exemplar von Christine Westermanns neuestem literarischen Werk zu ergattern – inklusive kleinem Plausch. Foto: Rainer Nix

„Manchmal ist es federleicht“ lautet der Titel ihres Buches, das exemplarisch die kleinen und großen Abschiede in ihrem Leben thematisiert. So sei sie vielen Dingen, die das Leben allgemein prägen, auf die Spur gekommen, erzählte die Autorin. Zunächst stellte sie ihren Vater in den Mittelpunkt. Die Zuhörer spürten, dass die große Liebe, die sie ihm gegenüber empfand, Platz lässt für eine Dankbarkeit, die sie nun in ganz anderer Weise mit dem Leben versöhnt.

Ein bittersüßes Gefühl habe sie beschlichen, als sie 2014 den Abschied von Bastian Schweinsteiger vom aktiven Fußballer-Dasein im Fernsehen miterlebte. Wie er um Fassung ringt, und dann doch von den Gefühlen überwältigt wird. So ähnlich habe sie den Abschied von „Zimmer frei“ empfunden.

„Ich habe einen sehr guten Draht zum lieben Gott“ behauptete sie lächelnd, weshalb sie sich in der Kirche auch sehr wohl fühle. Man spürt das Geerdete ihrer Persönlichkeit. Klugheit, Liebe und Zufriedenheit – das sind Eigenschaften, die diese ungewöhnliche Medienfrau auszeichnen. Und das in einer Branche, in der Hektik und Konkurrenz dominieren. Zu den eigenen Schwächen zu stehen, sie eher mit Humor zu nehmen als abzulehnen, scheint ebenfalls ein geschätzter Wert in ihrem Leben zu sein.

„Ich hätte gern, dass es jetzt stehen bleiben würde“, beschrieb Christine Westerman ihre jetzige Lebenssituation. Aber: „Ich mache keine Hausaufgaben mehr“. Da kam Jubel auf, denn im Nachsatz erklärte sie: „Ich mache nur noch, was ich will.“ Mitzunehmen war eine große Portion Nachdenken über das ständige Abschiednehmen und den damit verbundenen Sinn im eigenen Leben. Ein wahrhaft erfüllender Abend!

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