Streckensperrungen am Sonntag: Busfahrer lässt Frau einfach stehen
Im Sturm am Stemmerter Bahnhof gestrandet

Burgsteinfurt -

Wer in den Zug zwischen Enschede und Münster einsteigt, benötigt weder eine Fahrkarte noch Bargeld – eigentlich. Schwierig wird es, wenn der Zug wie am vergangenen Sonntag wegen des Sturms ausfällt.

Dienstag, 12.03.2019, 17:20 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 15:54 Uhr
Für ein gültiges Ticket haben Fahrgäste selbst zu sorgen. In besonderen Situationen wie am Sonntagabend sollen Busfahrer aber Fingerspitzengefühl beweisen.
Für ein gültiges Ticket haben Fahrgäste selbst zu sorgen. In besonderen Situationen wie am Sonntagabend sollen Busfahrer aber Fingerspitzengefühl beweisen. Foto: dpa

Denn während der Fahrpreis normalerweise nach der Abfahrt im Zug selbst am Automaten per EC-Karte entrichtet werden kann, braucht ein Busfahrer vor allem eins: Bargeld, cash.

Das musste am späten Sonntagabend eine Frau erfahren, die gegen 22 Uhr vom Burgsteinfurter Bahnhof aus Richtung Münster fahren wollte: Aufgrund des Sturms fuhren die Züge nicht, aber zum vermeintlichen Glück stand da ja noch der Westfalenbus auf dem Bahnhofsvorplatz, bereit zur Abfahrt nach Münster. Das Problem: Die Frau hatte kein Bargeld dabei, nur eine EC-Karte. Und die nützt in einem Bus ohne Kartenlesegerät nichts. Ohne Geld kein Fahrschein, ohne Fahrschein keine Fahrt – tatsächlich ließ der Busfahrer die Frau eiskalt im eisigen Wind stehen und startete ohne sie Richtung Münster.

„Prinzipiell muss der Kunde natürlich dafür sorgen, dass er eine Fahrkarte hat“, sagt Dirk Pohlmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn AG für den Bereich Nordrhein-Westfalen. In diesem besonderen Fall schränkt er aber ein: „Aus unserer Sicht war das ohne Fingerspitzengefühl. Das war nicht in Ordnung, wenn der Kollege einen Fahrgast in dieser Situation stehen lässt.“

Bei Zugausfall, Sturm und Dunkelheit hätte der Busfahrer die Frau eindeutig mitnehmen sollen, auch wenn sie rein formal gesehen eine Fahrkarte hätte haben müssen. „Wir bitten da um Entschuldigung“, sagt der Bahnsprecher und würde diese gerne persönlich loswerden: Falls die betroffene Frau diese Zeilen liest, kann sie sich gerne mit der WN-Redaktion in Verbindung setzen, sie leitet die Daten dann weiter.

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