Stadt verbaut in diesem Jahr 4,8 Millionen Euro in den Schulen
„Ganz viel zu tun“

Steinfurt -

Eigentlich sollte nur der Putz von der Wand. Als der bröckelte, kamen komplett durchgefaulte Deckenbalken zum Vorschein. Die nächste unliebsame Überraschung: fehlende Stützen für das Dach. Und so ging es munter weiter. Um es kurz zu machen: Am Ende waren es 200 000 Euro, die die Verwaltung den Handwerkern für die Renovierung der Hausmeisterwohnung an der Borghorster Realschule überweisen musste. Geplant waren 40 000. . .

Mittwoch, 13.03.2019, 15:54 Uhr
Die Nikomedesschule (gr. Foto) zum Quartiersmittelpunkt werden. 101 Baumaßnahmen an Schulen hat die Verwaltung auf dem Schreibtisch.
Die Nikomedesschule (gr. Foto) zum Quartiersmittelpunkt werden. 101 Baumaßnahmen an Schulen hat die Verwaltung auf dem Schreibtisch. Foto: Axel Roll

Hiobsbotschaften wie diese gibt es natürlich nicht von jeder der 101 Baustellen, die der zuständige Fachdienstleiter Detlef Bogs und sein Team in diesem Jahr an den Steinfurter Schulen abarbeiten müssen. 4,8 Millionen Euro sind es trotzdem, die für die teils umfangreichen Sanierungsmaßnahmen aufgebracht werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 2,8 Millionen Euro, die für diesen Ausgabenposten zur Verfügung standen. Die diversen Förderprogramme wie „Gute Schule 2020“ machen es möglich. Nur ein Teil der Maßnahmen wird durch Mittel der Stadt bezahlt.

Für den Fachdienstleiter Zentrales Gebäudemanagement eine neue Situation: Früher war kein Geld da, um die Schulen richtig in Schuss zu halten. „Jetzt fehlt das Personal“, bedauert Detlef Bogs. „Und darum müssen wir viele Aufträge auch an externe Büros abgeben.“ Nicht zuletzt, weil der Rat zwei beantragte Stellen in seinem Ressort nicht genehmigt habe.

Bei der Menge der Projekte ist es nach Darstellung des Fachdienstleiters unmöglich, alle Sanierungsarbeiten in die Ferien zu verlegen, um den Unterricht nicht zu stören. „Unser oberstes Ziel ist es, dass der Schulbetrieb normal weiterläuft“, so Bogs. Er setzt dabei auf die Absprachen mit den Schulen. Sieben Grund-, eine Haupt- und zwei Realschulen sowie zwei Gymnasien – „in ganz vielen Schulen gibt es ganz viel zu tun“, bringt es Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer auf den Punkt.

Detlef Bogs gab den Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses unlängst einen Überblick über die Maßnahmen, die bei ihm in der Pipeline sind oder gerade erst abgeschlossen wurden. Fenster sind da ein ganz großes Thema. 820 000 Euro für das Borghorster Gymnasium, 790 000 Euro für die Schule am Bagno und 740 000 Euro für die Nikomedesschule. Da ist die Elektroinstallation in der Burgsteinfurter Realschule für 142 500 Euro oder die Sanierung des Sportbodens im Borghorster Pendant für fast 130 000 Euro nahezu ein finanzieller Klacks.

Neben den reinen Instandhaltungsmaßnahmen hat die Verwaltung aber auch viel vor, damit das Lernen moderner, angenehmer und leichter wird. Detlef Bogs fallen da spontan die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume in beiden Gymnasien ein, die zum Teil noch den Charme der 60er Jahre versprühen. Gleiches gilt für die Toiletten im Borghorster Gymnasium. Die erstrahlen mittlerweile in neuem Glanz. Ein Riesen-Projekt, weil jede Lehranstalt der Stadt davon betroffen ist, stellt die Verdrahtung mit dem World Wide Web dar. „Zum Teil starten wir bei Null“, weiß Bogs. Mittlerweile liegt aber ein Medienentwicklungskonzept vor, das er im April der Politik präsentieren möchte.

Sein Chef, der Technische Beigeordnete Hans Schröder, sieht auf die ehemalige Nikomedes-Hauptschule eine völlig neue Rolle zukommen. Durch die vielen Vereine und Institutionen, die dort eine neue Heimat gefunden haben, soll sie das Quartier nachhaltig prägen. Auch im Zusammenspiel mit der Aloysiuskapelle in der Nachbarschaft.

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