Schulwegsicherung Leerer Straße
„Ein mulmiges Gefühl bleibt immer“

Burgsteinfurt -

Andreas Comes macht sich Sorgen. Sorgen um die Verkehrssicherheit seines Sohnes, der Erstklässler der Willibrordschule ist. Der Vater wähnt sich nicht alleine: Auch andere Eltern von Schülern der Grundschule beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn sie an den Schulweg ihrer Sprösslinge denken. Speziell geht es um die Leerer Straße, die viele der Schüler im morgendlichen Berufsverkehr überqueren müssen. Comes‘ Sohn tut dies in einer Gruppe in Höhe der Querungshilfe unweit der Bahnüberführung.

Freitag, 15.03.2019, 15:34 Uhr
Eher untypische Situation: Autofahrer halten an, um den Grundschülern die Querung zu ermöglichen.
Eher untypische Situation: Autofahrer halten an, um den Grundschülern die Querung zu ermöglichen. Foto: Schippers

„Sie glauben gar nicht, was hier zwischen halb acht und acht Uhr los ist!“, sagt der Vater und zeigt auf die Straße. Just in diesem Augenblick passiert eine Autokolonne die Übergangsstelle. Durch die Mittelinsel ist die Kreisstraße nicht nur optisch, sondern auch de facto verengt. Aber die Autofahrer verringern deshalb ihre Geschwindigkeit nicht. Im Gegenteil: „Die fahren hier teils mit 70 Sachen vorbei – auch wenn die Schulkinder am Straßenrand stehen und diese überqueren wollen“, so der besorgte Familienvater.

Ein Eindruck, der keinesfalls täuscht. Augenscheinlich sind viele der Pendler, die in die Stadt einfahren, auch an diesem Tag zu schnell unterwegs. Rücksicht? „Oft Fehlanzeige“, berichtet Comes . „Wir haben hier schon fünf, sechs Minuten gewartet, bis endlich jemand angehalten hat, um uns über die Straße zu lassen.“

Comes spricht ganz bewusst von „wir“. Denn Schule und Eltern haben reagiert, bilden regelmäßig einen Schüler-Konvoi, der von einem Erwachsenen auf dem Schulweg begleitet wird. „Walking-Bus“ nennt sich diese Sicherheitsmaßnahme, die mittlerweile etabliert ist. Fünf Kinder umfasst die Gruppe, in der der Sohn von Andreas Comes unterwegs ist. Auch der Sprössling von Lars Lütke-Lefert gehört dazu. Der begleitet an diesem Tag die Gruppe als Erwachsener. „Wir wechseln uns mit drei Eltern ab“, berichtet der Burgsteinfurter. Während der dunklen Jahreszeit sei dies an jedem Schultag der Fall gewesen. „Jetzt, im Hellen, gehen die Kinder auch ab und zu mal allein“, sagen beide Väter. Sie hoffen, dass die Verkehrserziehung, die sie gemeinsam mit der Schule leisten, so weit gediehen ist, dass das Bewegen im Verkehr in der Gruppe einigermaßen gefahrlos für die Schüler möglich ist. Indes: „Ein mulmiges Gefühl bleibt immer.“

Daher fordert Comes auch weitere Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit für Fußgänger an dieser Stelle der Leerer Straße zu erhöhen. „Ein Schild ,Vorsicht Kinder‘ wird da nicht reichen“, weiß er. Nein, Comes will noch einen Schritt weiter gehen – und wendet sich damit an die Verantwortlichen von Stadt und Kreis als Träger der Straßenbaulast bzw. der Schule. Tempo 30 und, wenn möglich, noch ein Zebrastreifen – das hätte Potenzial. Es habe bereits einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Kreises, des städtischen Ordnungsamtes und der Polizei gegeben. Es sei auch Bedarf gesehen worden, gibt der Burgsteinfurter den Extrakt daraus aus seiner Sicht zu Protokoll. Doch mit Ausnahme der Installation einer LED-Leuchte sei bis dato noch nicht viel passiert.

Eine Nachfrage beim Kreis und im Steinfurter Rathaus macht die Gründe dafür deutlich. „Ein Fußgängerüberweg würde eine Sicherheit suggerieren, die in dem empfundenen Maße tatsächlich nicht gegeben ist“, erklärt Rik Fehr vom Straßenbauamt des Kreises. Es bestehe die Gefahr, dass die Kinder die Straße überqueren, ohne auf den Verkehr zu achten, so seine Einschätzung. Da eine Entschärfung der Verkehrssituation nicht zu erwarten sei, lehne der Kreis als Straßenbaulastträger einen Fußgängerüberweg ab.

Auch der Einrichtung einer Tempo-30-Zone erteilt er eine Absage – aus Gründen des Verkehrsrechts. Demnach ist eine Geschwindigkeitsreduzierung auf einer Hauptverkehrsstraße nur dann möglich, wenn es einen Unfallschwerpunkt an besagter Stelle gibt oder im unmittelbaren Bereich soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenpflegeheime oder Krankenhäuser liegen.

Johannes Schencking vom Ordnungsamt der Stadt bestätigt diese auf Grundlage des Vor-Ort-Termins und umfangreicher Rücksprachen erfolgte behördliche Einschätzung. „Wir sind der Meinung, dass die vorhandene Querungshilfe ausreichend ist.“ Weitergehende Maßnahmen seien kaum durchsetzbar.

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