230 Aktive aus Feuerwehren und Rettungsdiensten erprobten ein neues Einsatzkonzept
Eine Übung der Superlative

Steinfurt/Rheine/Ibbenbüren -

Ihre Mission sind außergewöhnliche Schadensereignisse in der Region und der gesamten Republik: Rund 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, darunter auch Helfer aus Steinfurt, und vom Malteser Hilfsdienst fuhren am Samstag mit Blaulicht durch die Innenstädte von Rheine und Ibbenbüren sowie weite Teile des Kreisgebiets. Für eine Übung der Superlative.

Montag, 25.03.2019, 14:12 Uhr
Auch das Fahren in einer rund 50 Fahrzeuge starken Kolonne gehört zu den Dingen, die für einen Ernstfall geübt werden müssen.
Auch das Fahren in einer rund 50 Fahrzeuge starken Kolonne gehört zu den Dingen, die für einen Ernstfall geübt werden müssen. Foto: Jens Keblat

Mehr als 23 000 Menschen mussten alleine in Magdeburg vor der Flut evakuiert werden, das öffentliche Leben lag brach, nichts ging mehr, weil das Wasser alle im Griff hatte: Das Elbe-Hochwasser im Jahr 2013 war ein Flut-Drama gigantischen Ausmaßes.

Feuerwehr , THW , Hilfsorganisationen, Bundeswehr: Überall entlang der Elbe halfen damals viele Einsatzkräfte aus der Republik mit, die Folgen der Flut und die nicht weniger werdenden Wassermassen unter Kontrolle zu halten. Auch aus dem Kreis Steinfurt waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren ebenso wie Ehrenamtliche von Hilfsorganisationen längere Zeit vor Ort und packten unermüdlich mit an.

Kreisweite Feuerwehrübung

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Möglich macht das die sogenannte „Vorgeplante überörtliche Hilfe im Bereich des Brandschutzes und der Hilfeleistung“, kurz VüH, der Feuerwehren im Kreis Steinfurt. Per Landeskonzept halten die Feuerwehren neben ihren kommunalen und den Verpflichtungen auf anderen Ebenen Teams und Technik bereit, um im Ernstfall helfen zu können.

„Es gibt Einsatzlagen in anderen Bundesländern oder auch in der näheren Umgebung, wo Feuerwehren über einen längeren Zeitraum mit größeren Lagen beschäftigt sind und diese örtlichen Trupps dann Hilfe von außerhalb benötigen“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Werner Henrichsmann . Gemeinsam mit seinem Sohn Thomas und den Kameraden Paul Everding aus Altenberge und Manfred Böhm aus Metelen hat der Wettringer das VüH-Konzept vor kurzem umfangreich überarbeitet.

Nach einigen Jahren seien Veränderungen nötig geworden, so Henrichsmann. Wasserförderung, Hochwasserlagen, Waldbrände, Explosionen und andere technische Hilfeleistungen: Insgesamt vier komplette Züge sowie einen weiteren Logistik-Zug, Unterstützungs- und Führungskräfte sieht das Konzept für den Fall der Fälle vor. Anders als bei den alltäglichen Einsätzen der Wehren, bei denen es auf jede Minute ankommt, kann die überörtliche Hilfe entweder innerhalb von höchstens zwei Stunden sofort mobilisiert werden, dann rücken die Wehrleute für maximal 24 Stunden ohne Übernachtung aus, oder mit einem Vorlauf von zwölf Stunden bis zum Abrücken für Einsätze mit einer Gesamteinsatzdauer von drei Tagen für jede einzelne Einsatzkraft.

Frauen und Männer, die sich für etwaige Situationen bereithalten, haben in der Regel eine fertig gepackte Reisetasche zu Hause bereitliegen und können auf die volle Unterstützung ihrer Arbeitgeber und Familien zählen. Am Samstag wurde die neueste Fassung des Konzepts „auf Herz und Nieren geprüft“, wie Henrichsmann sagt.

Bereits gegen neun Uhr waren die Kräfte zu einem Bereitstellungsraum in der Kaserne in Rheine-Bentlage alarmiert worden. Hauptgrund für die Übung: Die Alarmierung. Im Zuge der Neukonzeptionierung habe man die Funkmeldeempfänger der Wehrleute im Kreis neu programmieren müssen. Die Übung sollte nun zeigen, ob der Alarm jetzt auch bei allen Frauen und Männern ankommt.

Im Anschluss übten die Einsatzkräfte die Kolonnenfahrt. Rund 50 Einsatzfahrzeuge durchquerten im Verband das Kreisgebiet, passierten Innenstädte, Bundesstraßen und auch Autobahnabschnitte. Beendet wurde diese Großübung mit einem Mittagessen in den Räumen der Feuer- und Rettungswache Ibbenbüren. Mit dem Ergebnis zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden. Man sei nun wieder bestmöglich gerüstet, um auch außerhalb des Kreises zu helfen.

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