Verkehrshelferin Inge Wischnofski
Helfende Hand am Zebrastreifen

BurgSteinfurt -

Ob es schneit, stürmt oder regnet: Bei Wind und Wetter steht sie am Zebrastreifen der Bismarckstraße ihre Frau – seit mittlerweile 21 Jahren. Inge Wischnofski ist Verkehrshelferin oder wie der Volksmund sagt Schülerlotsin. Die Einzige in der gesamten Stadt, die diese Tätigkeit offiziell ausübt. Offiziell insofern, dass sie von der Verwaltung dazu beauftragt ist – und von ihr entlohnt wird.

Montag, 25.03.2019, 16:12 Uhr
Seit mehr als 20 Jahren sichert Inge Wischnofski den Schulweg der Bismarckschüler. Sie ist Steinfurts einzige von der Stadt angestellte Verkehrshelferin.
Seit mehr als 20 Jahren sichert Inge Wischnofski den Schulweg der Bismarckschüler. Sie ist Steinfurts einzige von der Stadt angestellte Verkehrshelferin. Foto: Ralph Schippers

Keine Frage, die monetäre Seite ihres Jobs ist für die 57-Jährige wichtig. Mindestens genauso wichtig ist ihr jedoch die Sinnhaftigkeit und die Erfüllung, die sie mit ihrer Tätigkeit verbindet und die sie jeden Tag aufs Neue wieder an der Bismarckstraße stehen lässt. Bei Wind und Wetter. „Ich mache diesen Job so lange weiter, wie die Kinder mich brauchen“, sagt sie – und in ihrer Stimme schwingt Dankbarkeit und Stolz mit.

Schüler, Lehrer und Eltern – die gesamte Schulgemeinde der Bismarckschule weiß, was sie an ihrer Verkehrshelferin hat. „Ich werde hier gehegt und gepflegt“, kommentiert die 57-jährige kleine und große Zeichen der Dankbarkeit für ihre Tätigkeit – etwa in Form von heißem Kaffee, der stets morgens vor Beginn der ersten Schicht für sie im Lehrerzimmer bereitsteht oder eines Geschenks, das sie jedes Jahr zum Geburtstag überreicht bekommt.

„Frau Wischnofski trägt mit ihrem Dienst sehr viel zur Verkehrssicherheit der Schüler bei“, bringt es Schulleiterin Claudia Bock auf den Punkt. Dies nicht nur durch ihre Sicherung am Zebrastreifen, sondern auch durch direkte Ansprache – der Schüler wie auch der Verkehrsteilnehmer. Sie sei insofern auch verkehrserzieherisch tätig.

Dass sie allzu forsche Autofahrer in der morgendlichen Hektik des Schulbeginns zurechtweisen müsse, komme immer wieder vor, berichtet sie aus ihrem Helferalltag. Auch gegenüber so manchem Vater oder mancher Mutter, die ihren Sprössling morgens schnell vor der Schule heraus lässt, äußert sie schon mal Kritik. „Wieso lässt man sein Kind direkt am Auto über die Straße laufen und nicht wenige Meter weiter über den gesicherten Zebrastreifen?“, fragt sie. Zudem komme es immer wieder vor, dass Elterntaxis die Bushaltestellen blockierten. Abhilfe soll ein externer Halteplatz nahe des Bahnhofes bringen, von wo aus die Kinder das letzte Stück zu Fuß gehen sollen, kündige dazu Schulleiterin Bock an.

Der Job des Verkehrshelfers ist keiner für Langschläfer. Um halb sieben klingelt bei Inge Wischnofski der Wecker, um kurz vor halb acht steht sie, nachdem neongelbe Jacke übergestreift und Kellen aus der Tasche geholt sind, am Zebrastreifen bereit. Um kurz nach acht ist ihre erste Schicht beendet, zwei weitere folgen bis gegen ein Uhr. Viele ihrer Schützlinge kennt die 57-Jährige beim Namen. „Die Kinder zeigen viel Dankbarkeit für die Hilfe, das motiviert mich sehr“, berichtet die Schülerlotsin. Sie betont indes auch, dass die Bismarckschüler gut geschult seien in Sachen Verkehrssicherheit. Sie führt das neben dem Unterricht auch auf Besuche des Bezirksbeamten sowie zusätzliche Angebote wie zum Beispiel die Radfahrprüfung zurück.

Inge Wischnofski würde es sich wünschen, dass es in Steinfurt mehr Verkehrshelfer geben würde. Die Verkehrssicherheit gewinne in jedem Fall. Eine Aussage, die Schulleiterin Claudia Bock nur bestätigen kann.

„Es ist so, dass wir schon seit vielen Jahren keine weiteren hauptamtlichen Schülerlotsen mehr einstellen“, sagt Peter Borowiak, Fachdienstleiter Bildung, Jugend und Sport der Stadt, auf die Frage, warum der Status quo so ist. Dem Thema ehrenamtliche Schülerlotsen (ältere Schüler lotsen jüngere Schüler) steht er zwiespältig gegenüber. Dies sei nur auf Nebenstraßen sinnvoll. Auf Hauptverkehrsstraßen baue die Stadt auf die Anlegung von Fußgängerampeln, Querungshilfen oder Zebrastreifen.

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