Grüne werben für die Einrichtung von Mitfahrerbänken
Trampen 2.0 für den Klimaschutz

Steinfurt -

Früher war es üblich, sich an eine Straße zu stellen und den Daumen herauszustrecken. Damit wussten alle vorbeikommenden Autofahrer: Da will jemand mitgenommen werden. Trampen nannte man das.

Donnerstag, 04.04.2019, 19:12 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 19:58 Uhr
Heinz-Bernhard Bödding (l.) und Arnold Schumacher machen‘s vor: So könnte es nach ihren Vorstellungen demnächst aussehen, wenn Steinfurter auf eine Mitfahrgelegenheit warten.
Heinz-Bernhard Bödding (l.) und Arnold Schumacher machen‘s vor: So könnte es nach ihren Vorstellungen demnächst aussehen, wenn Steinfurter auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Foto: Bernd Schäfer

Inzwischen ist das Trampen aus der Mode gekommen. Dabei ist diese Art der Fortbewegung ökologisch absolut opportun – ein ohnehin fahrendes Auto wird mit mehr Personen besser ausgenutzt.

Die Steinfurter Grünen wollen das Mitfahren jetzt in einer modernen Form wiederbeleben. „Wer mit dem Auto unterwegs ist, fährt oft nicht mit der vollen Auslastung des Autos. Meist bleiben Sitze unbesetzt. Diese könnten genutzt werden, um Mitfahrgelegenheiten anzubieten“ heißt es in der Begründung zu einem Antrag der am kommenden Dienstag im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz eingebracht werden soll.

Und die Idee ist eigentlich ganz simpel: Wer auf einer bestimmten Bank sitzt, signalisiert damit, dass er mitgenommen werden möchte – etwa von Borghorst nach Emsdetten. Ein vorbeikommender Autofahrer kann ihn dann mitnehmen. Und seine persönliche CO-Bilanz für die Tour mal eben um die Hälfte verbessern.

Mit ihrem Vorschlag wollen die Grünen keine Konkurrenz zum Linien- oder Bürgerbus schaffen. „Überall dort, wo der ÖPNV und Bürgerbus Lücken haben, kann diese Form der Mobilität hilfreich sein“, sagt Arnold Schumacher von den Grünen. Zum Beispiel auf der Strecke Borghorst – Emsdetten, auf der nur sporadisch mal ein Bus fährt. Auch Laer und Horstmar sind mit den „Öffis“ nur über Umwege erreichbar. Beispiele für diese Art der Mitfahrgelegenheit gibt es bereits, zum Beispiel in Glandorf.

Dort und im benachbarten Schwege gibt es seit etwas mehr als einem Jahr Bänke, auf denen Mitfahrer auf Autofahrer warten können, die sie mitnehmen.

Damit alles sicher abläuft, melden sich beide Seiten vorher bei der Gemeinde an: Autofahrer erhalten eine Registriernummer, die für den Beifahrer sichtbar ins Auto geklebt wird, die Mitfahrer zeigen durch eine grüne „Ich fahr mit"-Karte, dass sie angemeldet sind. Die kann auch jenseits von den Bänken funktionieren – indem sich die Mitfahrer einfach an die Straße stellen und statt dem Daumen die Karte präsentieren.

„Das ist effizient und kostet die Gemeinde fast nichts“, ist Arnold Schumacher von der Idee überzeugt. Jetzt wollen die Grünen auch die anderen Ratsfraktionen davon überzeugen, während die Verwaltung die rechtlichen Rahmenbedingungen und Kosten sowie mögliche Standorte für die Mitfahrerbänke abklopfen soll.

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