Stadt muss sich für gelben Sack oder gelbe Tonne entscheiden
Eine Frage der Vorliebe

Burgsteinfurt -

Was ist besser: Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Die Einstellung zu dieser Frage polarisiert ungefähr so sehr wie die zu Puma oder Adidas, Schalke oder BVB, Beatles oder Rolling Stones. Wer das eine mag, findet das andere meist doof.

Freitag, 05.04.2019, 18:00 Uhr
Stadt muss sich für gelben Sack oder gelbe Tonne entscheiden: Eine Frage der Vorliebe
Foto: Heinrich Schwarze Blanke

Spätestens wenn im Frühjahr oder Herbst Stürme dafür sorgen, dass die hauchdünnen Säcke quer durch die Gegend fliegen, reißen und ihren Inhalt über Straßen und Gehwege verteilen, werden regelmäßig die Rufe nach einer stabilen Tonne lauter.

Diese Rufe sind von der Stadtverwaltung erhört worden: In einem Beschlussvorschlag, über den am kommenden Dienstag im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz und am 23. Mai im Rat abgestimmt wird, will sie sich die Zustimmung der Politik dafür holen, in Steinfurt die Gelbe Tonne einzuführen.

Möglich ist dies durch die Abstimmungsvereinbarung, die die Entsorgungsgesellschaft des Kreises (EGSt) mit dem Systembetreiber festlegt. Die aktuelle Vereinbarung, Leichtverpackungen über den gelben Sack einzusammeln, gilt noch bis zum 31. Dezember 2020. Für die Zeit danach kann die EGSt als Sprecherin der Gemeinden im Kreis Steinfurt neu verhandeln – und zum Beispiel die Einführung einer gelben Tonne veranlassen.

Gruppen sind ungefähr gleich groß

In der Beschlussvorlage weist die Verwaltung auf die Vor- und Nachteile beider Systeme hin: Für den gelben Sack spricht das unbegrenzte Volumen, er ist platzsparend und muss nicht gereinigt werden. Dagegen sprechen die mangelnde Reißfestigkeit, die Möglichkeit des Missbrauchs für andere Zwecke, dass er manchmal nicht erhältlich ist und ein Einwegsystem darstellt.

Die Tonne dagegen sei stabil, wetterfest, biete Schutz vor Ungeziefer und anderen Tieren und wiederverwendbar.

Sie habe aber auch Nachteile: Vor allem das begrenzte Volumen, der Stellplatzbedarf, der Reinigungsaufwand und die Möglichkeit von Einschränkungen bei den Behältergrößen und dem Abfuhrrhythmus. Dass sie sich mit der Frage „Sack oder Tonne“ bei den Bürgern auf ein ganz dünnes Eis begibt, weiß die Stadtverwaltung. „Im Tagesgeschäft ist erkennbar, dass die Gruppe der Befürworter für die Beibehaltung der Sacksammlung ähnlich groß ist wie die der Tonne als Sammelbehälter. Die Argumente dafür orientieren sich überwiegend an den persönlichen Verhältnissen und Vorlieben“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Beste Lösung: Kombination

Die beste Lösung wäre deshalb eine Kombination aus beidem – wer den Sack will, macht weiter wie bisher, wer die Tonne will, kann auch die nutzen. Das halten aber die Systembetreiber für wirtschaftlich nicht zumutbar. „Die Verhandlungsführer der Systembetreiber stehen dem kombinierten Sammelsystem aktuell ablehnend gegenüber“, hat die Stadtverwaltung erfragt.

Die Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems.

Die Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems. Foto: Ann-Kathrin Schriever

Eine andere Möglichkeit der Kombination wird in Rheine, das als einzige Stadt im Kreis selbst mit den Betreibern verhandelt, praktiziert: Dort können die Bürger ihren Verpackungsmüll neben der Tonne auch in gelben Säcken sammeln – müssen diese dann allerdings selbst zum Wertstoffhof bringen.

Einen direkten Einfluss hat die Stadtverwaltung auf die Entscheidung nicht: Die EGSt fragt die Meinungen der einzelnen Kommunen im Kreis ab und verhandelt mit den Systembetreibern. Die getroffenen Vereinbarungen gelten dann jeweils für drei Jahre, die nächste also vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2023.

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