MGV-Konzert
... ist noch lange nicht Schluss“

Borghorst -

Gleich zweimal, nachmittags und abends, traten die stimmgewaltigen Sangesbrüder des MGV mit ihren musikalischen Gästen, Solisten, Backing-Chor, „Bass & Bässer“ sowie der Bockelmann Band in der Gymbo-Mensa auf, natürlich vor vollem Haus. „Mit 66 Jahren“ lautete der Titel dieses Frühjahrskonzertes.

Sonntag, 07.04.2019, 17:00 Uhr
Nicht nur die Darbietungen des Gesamtchores, sondern auch die der zahlreichen Solisten kamen beim Publikum sehr gut an. Zu ihnen gehörten Andreas Pauk und Jonas Timmerhues (kl. Bild).
Nicht nur die Darbietungen des Gesamtchores, sondern auch die der zahlreichen Solisten kamen beim Publikum sehr gut an. Zu ihnen gehörten Andreas Pauk und Jonas Timmerhues (kl. Bild). Foto: Rainer Nix

„Der letzte Ton gesungen, der letzte Akkord verklungen, das letzte Autogramm geschrieben…“, so beginnt das Lied „Zehn nach Elf“ von Udo Jürgens . Hätte es besser an das Ende eines Konzertabends gepasst? Auf jeden Fall stand es Samstag beim Männergesangverein Borghorst am Anfang der Liste seiner Konzertdarbietungen mit Liedern des österreichischen Komponisten, Pianisten und Sängers. Die Erklärung ist ganz einfach. Der Entertainer starb 2014, sein letztes Autogramm ist also lange geschrieben. So passt es wieder.

Gleich zweimal, nachmittags und abends, traten die stimmgewaltigen Sangesbrüder des MGV mit ihren musikalischen Gästen, Solisten, Backing-Chor, „Bass & Bässer“ sowie der Bockelmann Band in der Gymbo-Mensa auf, natürlich vor vollem Haus. „Mit 66 Jahren“ lautete der Titel dieses Frühjahrskonzertes, besonders begrüßt wurden der Ehrenvorsitzende Franz Frenkert mit seiner Frau Hildegard.

Bei waberndem Nebel betraten die Sänger unter Leitung von Andreas Pauk die Bühne. Das Publikum erlebte einen Querschnitt durch das Schaffen des Künstlers Udo Jürgens, viele seiner ganz großen Hits waren vertreten. Nach dem Einstieg, den Pauk an einem weißen Flügel als Solosänger gestaltete, legte der MGV mit „Mercie Cherie“ los. 1966 avancierte der Beitrag zum Gewinnerlied des damaligen „Grand Prix Eurovision de la Chanson“. Dann ertönte „Mit 66 Jahren“, eine Melodie, die allen frisch gebackenen Ruheständlern die Gewissheit gibt: Es ist noch lange nicht Schluss. Erstmalig begleitete der Backing-Chor mit Heike Berste, Sylvia Hoffstedde-Bietmann und Kirsten Reincke den Gesangverein.

Weitere Darbietungen des Männerchores: „17 Jahr, blondes Haar“, „Immer wieder geht die Sonne auf“, „Es wird Nacht Senorita“ und andere Evergreens. Als erster Solist des Abends sang Peter Löhring „Gaby wartet im Park“, besonders eindringlich geriet „Der gekaufte Drachen“, den Solist Ingo Davids interpretierte. Das Lied handelt von einer Vater-Sohn-Problematik. Den kleinen Jungen interessieren die Fabrik und die Villa des Vaters wenig, er möchte lieber mit ihm einfach nur Drachen bauen.

Hinreißend war das Duett von Andreas Pauk und seiner Tochter Daniela. Die beiden sangen „Liebe ohne Leiden“, „Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden und Glück für alle Zeit“, heißt es darin. Das Lied interpretierten einst Udo Jürgens und seine Tochter Jenny gemeinsam.

Solist Heiner Bleiber sang sich mit „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ so richtig in musikalische Stimmung. Im Zwischenspiel spielte er die Mundharmonika und wollte nach der letzten Strophe eigentlich noch gar nicht aufhören. „Bass & Bässer“ glänzten mit dem „Tanz auf dem Vulkan“ und dem „Ehrenwerten Haus“.

Die Moderation des Abends übernahmen Clemens Klamra, der in die Maske eines Hausmeisters schlüpfte, sowie Martin Bußmann. Beide lieferten sich kurzweilige Wortgefechte und der Zuhörer konnte so ganz nebenbei etwas über den Künstler und Menschen Udo Jürgens lernen. „Er hat immer zu seinen Fehlern gestanden, sie aber auch nie bereut“, sagte Klamra, bevor Jonas Timmerhues großen Applaus für die Interpretation des Liedes „Ich würd‘s wieder tun“ erntete. Auch „Ich war noch niemals in New York“ mit Manfred Baltes kam sehr gut an. Für den Kultsong „New York“, weltmännisch gesungen von Wilfried Stening, gab’s ebenso viel Applaus. Annika Ahlers sang mit Andreas Pauk am Flügel „Ich will, ich kann/Ich weiß was ich will.“

Bei mehreren Liedern durfte das Publikum mitsingen. Nicht schwer, denn die Udo-Jürgens-Kompositionen kennt schließlich fast jeder. Welches Abschlusslied wäre besser geeignet gewesen als „Vielen Dank für die Blumen“. Als Sahnehäubchen sang Wilfried Stening unter dem Motto „Und jetzt alle“ ein Medley aus mehreren Stücken.

Das Publikum zeigte sich von der Gesamtdarbietung einfach begeistert und quittierte die Auftritte mit lang anhaltendem Applaus.

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