Cornelia Balzer gibt neues Fotobuch heraus
Väterliches Archiv ist unerschöpflich

Burgsteinfurt -

Rund zwei Jahre hat die Vorbereitungszeit gedauert, jetzt steht das Konzept. Über 200 Aufnahmen, zum großen Teil in Farbe, hat Cornelia Balzer in ihrem neuen Band über Alt-Burgsteinfurt zusammengestellt. Der Titel des Buches lautet „Burgsteinfurt in den 50er- und 60er-Jahren“, erscheinen soll es im Herbst.

Freitag, 12.04.2019, 13:34 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 18:06 Uhr
Etliche Stunden hat Autorin Cornelia Balzer am Laptop verbracht, um aus dem gewaltigen Nachlass ihres Vaters Hans die geeignetsten Fotos für ihr neues Buch auszuwählen.
Etliche Stunden hat Autorin Cornelia Balzer am Laptop verbracht, um aus dem gewaltigen Nachlass ihres Vaters Hans die geeignetsten Fotos für ihr neues Buch auszuwählen. Foto: Ralph Schippers

„Burgsteinfurt in alten Fotografien“ lautet der Titel des Buchs, das Cornelia Balzer vor drei Jahren zusammengestellt hat. 160 Bilder enthält das Werk – allesamt historische Aufnahmen, die ihr Großvater und Fotografenmeister Hermann Kiepker in der Vorkriegszeit vom alten Stemmert gemacht hat. „Nicht nur ältere Burgsteinfurter, sondern auch die jüngere Generation hat den Band gerne gekauft“, berichtet die 64-Jährige von einem großen Interesse an dem Erwerb des Buchs.

Dabei sei indes auch immer wieder die Frage gestellt worden, ob denn ein weiterer Band mit Fotos aus der Nachkriegszeit in Planung sei. Die Anregungen hat die Inhaberin des Fotohauses Kiepker-Balzer an der Steinstraße lange in ihrem Herzen bewegt. Die umfangreiche Recherchearbeit, das langwierige Sichten möglichen Materials im hauseigenen Fotoarchiv, die Abstimmung mit dem Verlag – der damit verbundene Aufwand ließ sie zunächst zögern mit der Umsetzung, berichtet sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Dass sie das Projekt „Fotobuch zwei“ dann doch aufgenommen hat, daran habe ein Freund großen Anteil gehabt. „Der hat mich regelrecht gepusht und mir immer wieder auch bei der Erstellung geholfen“, lacht die Geschäftsfrau.

Rund zwei Jahre hat der neue Band an Vorbereitungszeit bislang verschlungen. „Das Konzept steht“, berichtet die Burgsteinfurterin mit Stolz. Über 200 Aufnahmen, zum großen Teil in Farbe, hat sie in dem Band mit dem Titel „Burgsteinfurt in den 50er- und 60er-Jahren“ zusammengestellt – allesamt geschossen von ihrem Vater Hans Balzer . Der hatte nach dem Krieg das Fotohaus an der Steinstraße übernommen und sich alsbald einen Namen als Fotografenmeister nicht nur im Ort selbst gemacht. Ob Firmenfest, Modenschau oder Prominentenbesuch: Kaum ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem Hans Balzer als Fotograf nicht mit dabei war. Der Fundus an Dias, den er aus seiner aktiven Berufszeit hinterlassen hat, füllt im Keller des Geschäfts ganze Wandregale.

In 13 Kapitel eingeteilt, weckt der neue Band viele Erinnerungen an das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben im Burgsteinfurt der frühen Nachkriegszeit. Menschen stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Gebäude oder besondere Ereignisse wie zum Beispiel Promibesuche oder Jubiläen. Interessant ist die Gegenüberstellung von Straßen- oder Gebäudeansichten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Als Beispiel sei die Ecke Bahnhofstraße/Ochtruper Straße genannt, wo einst das alte Landratsamt stand, das durch den Sparkassen-Neubau ersetzt wurde.

Der Altstadt und ihrem immer wieder wechselnden Geschäftsleben wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Ebenso, und spezieller, der Mode und den Automobilen der Epoche.

Dass Burgsteinfurt nach dem Krieg auch ein blühender Industriestandort war, zeigen zahlreiche Bilder von Unternehmen wie Hötker und Walterscheid oder Tenrich und Wegmann, die längst Geschichte sind. Ein eigenes Kapitel wird dem damals auch noch jungen Stadtteil Friedenau gewidmet.

Schließlich dürfen die „Promis“ jener Zeit nicht fehlen: Ob Politiker wie Franz-Josef Strauß, Musikgrößen wie Pianistin Elly Ney oder (spätere) Nobelpreisträger wie Schriftsteller Günter Grass – viele der Größen der Zeit waren in Stemmert.

„Aus Tausenden Negativen war es nicht leicht, die passende Auswahl zu treffen, um das Buch zusammenzustellen“, sagt Cornelia Balzer. „Aber es hat mir auch viel Spaß gemacht.“ Bis Juli will sie die Endfassung fertig haben. Ab Oktober, so die Planung, soll das Fotobuch dann im Buchhandel erhältlich sein.

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