Senioreneinsatzkommando des Schützenvereins Sellen-Veltrup
Geht nicht gibt‘s nicht

SteinfurT -

SEK? Diese drei Buchstaben wecken Assoziationen. Im Fall des Schützenvereins Sellen-Veltrup stehen hinter dieser Abkürzung jedoch keine gefährlichen Polizei-Aktionen. Es handelt sich vielmehr um das „Senioren-Einsatzkommando“ des Vereins – eine Handvoll verdienter Schützen, die durch besonderes handwerkliches Geschick auffallen.

Dienstag, 16.04.2019, 13:42 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 17:10 Uhr
Eingespieltes Handwerks-Team des Schützenvereins bei der Arbeit: Gerd Wacker, Rudolf Diese, Hans Lindhof, Wilhelm Dudek und Hans Wermeling (v.l.).
Das eingespielte Handwerks-Team des Schützenvereins bei der Arbeit: Gerd Wacker, Rudolf Diese, Hans Lindhof, Wilhelm Dudek und Hans Wermeling (v.l.). Foto: Ralph Schippers

Es ist empfindlich kalt an diesem Freitagnachmittag. Den Männern, die am Schießstand nahe des Vereinshauses des Schützenvereins Sellen-Veltrup eine Mauer hochziehen, scheint das wenig auszumachen. Sie haben gute Laune, flachsen herum. Auch der Laie sieht auf den ersten Blick: Da ist ein eingespieltes Team am Werk. Jeder Handgriff sitzt.

Die Mauer mit alten Tonziegeln und Fachwerkbalken wächst Reihe um Reihe. „Das ist schließlich ein Terminbau“, stellt Wilhelm Dudek klar – und es ist sofort deutlich, was er damit meint. Im Mai feiern die Schützen der beiden Bauerschaften ihr 500-jähriges Bestehen. Dann muss alles tipp-topp sein an der Waldfreiheit. So nennen die Schützen ihre Heimstatt unweit der Landstraße zwischen Burgsteinfurt und Langenhorst.

Alle haben sie damals mitgeholfen, das ländliche Kleinod Realität werden zu lassen. Damals, 2003, als das Schützenhaus der neuen Trasse der B 54 weichen musste. Mit vereinten Kräften haben die Vereinsmitglieder es ab- und in der Waldfreiheit, die damals nicht mehr als ein kleiner Busch war, wieder aufgebaut. Irgendwann war diese Arbeit getan, aber Bedarf für weiteres handwerkliches Tun gab‘s auch danach.

André Hinsenkamp , der seinerzeit so etwas wie der Bauleiter des Schützenhauses war, gab den Anstoß: Es war der Ursprung des Senioreneinsatzkommandos („SEK“) der Sellen-Veltruper Schützen. Eine Art schnelle (oder auch etwas langsamere) Eingreiftruppe für Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen aller Art. Klar, dass sich die Truppe um Wilhelm Dudek derzeit besonders ins Zeug legt. Neben dem heimlichen Hausmeister der Waldfreiheit sind an diesem Tag mit Hans Lindhof, Gerd Wacker, Hans Wermeling und Rudolf Diese noch vier weitere „SEK“ler vor Ort. Das bevorstehende Großereignis treibt sie an. Seit Herbst arbeitet die Truppe mit erhöhtem Tempo. Es galt zunächst, eine Bühne für die Krönung der Königs- und Kaiserpaare des Vereins zu errichten. Keine leichte Arbeit, die schweren Fundamentsteine für den Treppenaufgang sowie die Tennensteine für die Aufstellungsfläche zu verlegen. „Das sind alles Spenden aus der Bauerschaft“, sagt Dudek nicht ohne Stolz. Mit viel Erfahrung und Geschick haben sie das Verlegen geschafft. Proper sieht es aus, das neueste Prunkstück der Waldfreiheit.

Momentan kümmern sich die Männer um den Schießstand. Besagte Mauer, die sie dort ziehen, dient der Abgrenzung zur fahrbaren Vogelstange, die für die Gastvereine des Jubiläums aufgebaut wird, deren Schützen auf ein hölzernes Federvieh schießen. Bei den Gastgebern selbst ist das bekanntlich anders. Dort hat das Scheibenschießen Tradition. Aber für ihre Gäste tun die Sellen-Veltruper alles: Jeder Verein bekommt sogar seine eigene Theke.

Ja, sie sind allesamt schon ein wenig älter, die „SEK“-ler. „So zwischen 60 und 75 Jahre“, sagt Dudek. Rund ein Dutzend sind sie. Alle mit langer Mitgliedschaft im Verein – und alle handwerklich begabt. „Wir finden immer eine Lösung“, sagt Rudolf Diese. Der ist heute sozusagen Vorarbeiter, setzt Ziegel um Ziegel und lässt die Mauer so stetig wachsen.

Zwischendurch gibt‘s natürlich immer mal wieder eine Pause. Und das eine oder andere Fläschchen Bier darf zumindest nach getaner Arbeit auch nicht fehlen. Wichtig ist den Männern aber vor allem die Gemeinschaft. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, aber auch das gemeinsame Schaffen.

Die Vereinsführung weiß, was sie an diesem „SEK“ hat. Die Dankbarkeit der Jungen für das Tun der Alten ist groß. Und das zeigt sich nicht nur in Dankeschönabenden, die regelmäßig organisiert werden. Das Miteinander der Generationen – bei den Schützen funktioniert es noch wie eh und je. Darauf sind sie stolz. Ein Stolz, der sicher auch bei den anstehenden Feierlichkeiten zu spüren sein wird.

Die Seniorentruppe wird bis dahin Gas geben, aber es danach auch etwas ruhiger angehen lassen, so viel steht fest. Schließlich sind sie allesamt nicht mehr die Jüngsten. Wenn Dinge jedoch erledigt werden müssen, ist auf sie Verlass. Dann packen sie an. So wie an diesem Freitag, als ein ungemütlich kalter Wind über das Gelände der Waldfreiheit streicht.

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