Hausmeister Peter Höffer geht nach 23 Jahren in den Ruhestand
Der ungekrönte König des Rathauses

Steinfurt -

23 Jahre war er der ungekrönte König des Rathauses. Am letzten Arbeitstag bekam Peter Höffer auch noch dieses fehlende Insigne aufgesetzt – wenn auch nur aus Pappe. Und nicht nur das. Die Kollegen holten den scheidenden Hausmeister mit einem Oldtimer-Cabrio von zu Hause ab, das auch der Queen gut zu Gesicht gestanden hätte.

Freitag, 26.04.2019, 16:50 Uhr
Die Erste Beigeordnete Maria Lindemann (r.) verabschiedete Peter Höffer in den Ruhestand. Links seine Ehefrau Ulrike.
Die Erste Beigeordnete Maria Lindemann (r.) verabschiedete Peter Höffer in den Ruhestand. Links seine Ehefrau Ulrike.

Die Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Der 62-jährige Borghorster mochte an seiner Arbeit in erster Linie „den Kontakt mit den Menschen“. Und die mochten offensichtlich auch ihren Peter . . .

Darum geht der gelernte Kfz-Mechaniker mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge. „Ich gehe wirklich ohne Groll. Aber irgendwann muss Schluss sein“, sagt der frischgebackene Ruheständler. Dass es jetzt ein bisschen früher wurde, hat einen triftigen Grund. Peter Höffer: „Meine überstandene Krebserkrankung vor fünf Jahren habe ich als Schuss vor den Bug empfunden.“

So entfällt ab sofort das frühe Aufstehen. Pünktlich um 6.15 Uhr stand der 62-Jährige bislang mit dem Generalschlüssel an der Rathaustür und öffnete sie für seine Kollegen. Verschlafen hat er eigentlich nie. „Einmal vielleicht“, lacht der Borghorster. Da hatte er abends mit den Karnevalisten kräftig gefeiert und am nächsten Morgen den Wecker überhört, als die Narren schon wieder vor der Tür standen, um die Party-Spuren im Foyer zu beseitigen.

Peter Höffer war in den 23 Jahren das sprichwörtliche Mädchen für alles. Kleinere Reparaturen im Haus an Möbeln und Geräten managte er genauso wie das Drucken von Ausschussvorlagen, das Warten der Technik, Telefondienste oder Botengänge. Wie gesagt, der Spaß am Job, das waren für Peter Höffer die Menschen. Und nicht nur die Kollegen. „Auch mit den Vereinen, die immer mal wieder im Haus waren, habe ich gerne zusammengearbeitet.“

Dabei war der Einstieg in den Rathausdienst alles andere als einfach. „Es war niemand da, der mich einarbeiten konnte.“ So dachte sich der vom Autohaus Brinkhaus und Huesmann herübergewechselte Kfzler auch nichts dabei, als er sich den in seinen Augen vergessenen Poncho von einer Garderobe schnappte und ihn als zusätzlichen Kälteschutz für das Schneeräumen benutzte. Hausmeister im Poncho, ein tolles Fotomotiv, dachte sich damals ein Kollege dieser Zeitung. Und als das Bild am folgenden Tag in den Verwaltungsbüros die Runde gemacht hatte, wusste Peter Höffer, dass der Poncho keineswegs an der Garderobe vergessen worden war, sondern liebgewordenes Kleidungsstück eines Amtsleiters war, das der schon verzweifelt gesucht hatte. . . 

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