Zwei Jugendfrei-Reporter berichten über ihre Fahrt nach Málaga
Fünf Tage ein anderes Leben

Schon um 4.30 Uhr ging es für zwölf Schüler und zwei Lehrerinnen des Gymnasiums Borghorst im Februar mit dem Flieger nach Málaga, um dort neben spannenden Ausflügen einen kurzen Einblick in den Alltag spanischer Gastfamilien zu erhalten. Das Leben in einer fremden Familie hat vorher natürlich für sehr viel Aufregung gesorgt, denn für fünf Tage sollten wir alleine in einer neuen Umgebung mit fremden Menschen, die eine andere Sprache sprechen, zusammenleben.

Donnerstag, 02.05.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 16:15 Uhr
Luca Hannah Roters und Alexander Jacob von Jugendfrei waren fünf Tage in einer Gastfamilie in Málaga untergebracht.
Luca Hannah Roters und Alexander Jacob von Jugendfrei waren fünf Tage in einer Gastfamilie in Málaga untergebracht. Foto: Luca Hannah Roters

Wie alle Schüler berichteten, waren die Familien von Anfang an sehr herzlich. Zur Begrüßung gab es ein Küsschen und so wurden wir direkt mit der spanischen Mentalität bekannt gemacht. Da wir bereits vormittags in unserem vorübergehenden Zuhause eintrafen, hatten wir noch Zeit, um uns die Stadt genauer anzusehen. Wir besuchten das sogenannte Alcazaba, eine alte Burg mitten in Málaga, die am höchsten Punkt einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt und das Meer bot. Nachdem wir die daran angrenzende Aussichtsplattform verlassen hatten und die Stadt erkundeten, ging es am frühen Abend zurück zu unseren Gastfamilien. Da die Familien, in denen wir lebten, sehr häufig Gastschüler aufnehmen, konnten sie sich sehr gut auf uns einstellen. Auch die Kommunikation stellte kein großes Problem dar, da sie sich immer viel Mühe gaben, deutlich und langsam zu sprechen und eventuell unbekannte Worte zu umschreiben.

Gefrühstückt wurde sehr sparsam, allerdings mit dem typischen Jamón Serrano, ein Schinken, dessen Geschmack man sich nicht entgehen lassen sollte. Der zweite Ausflug führte uns zu einem alten Palast namens Alhambra. Er begeisterte mit einer beeindruckenden maurischen Architektur und aufwendig gestalteten Räumen, die alle eine eigene Geschichte erzählten.

Am darauffolgenden Tag stand zunächst ein Picknick in einem botanischen Garten mit dem ganzen Kurs auf dem Programm. Vorher besuchten wir eine typisch spanische Markthalle, die von lebenden Fischen bis hin zu exotischen und uns teilweise unbekannten Früchten alles anbot.

Unser letzter Tag sollte uns in ein Dorf namens Mijas bringen, welches auch als „weißes Dorf“ bekannt ist. Es liegt hoch in den Bergen und hat sich seinen Spitznamen mehr als verdient. Alle Häuser waren weiß angestrichen und mit ungewöhnlichen Attraktionen, wie einer Rundfahrt mit dem Eseltaxi oder der Besichtigung der kleinsten Stierkampfarena der Welt, war dieses Dorf der perfekte Abschluss.

Rückblickend wurde vielen von uns noch einmal bewusst, dass es kulturell sowie wirtschaftlich einige Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland gibt.

Der wohl offensichtlichste Unterschied ist die Wohnsituation. Da Málaga eine dicht besiedelte Stadt mit 570 000 Einwohnern ist, lebt der Großteil der Bevölkerung in riesigen Hochhäusern. Das ist im Gegensatz zum ländlichen Steinfurt natürlich eine Umstellung. Dafür hat man eine direkte Anbindung durch Busse und viele Läden direkt vor der Haustür. Da sowohl Wasser als auch Strom in Spanien deutlich teurer sind als in Deutschland, achten Spanier viel extremer auf ihren Verbrauch und lassen beispielsweise häufig das Licht ausgeschaltet.

Doch trotzdem strahlten alle eine so bewundernswerte positive Einstellung aus. Sie vermittelten eine volle Zufriedenheit und Gelassenheit. Insgesamt herrschte daher auch auf vollen Straßen nicht so ein Stress, was dafür sorgte, dass wir uns auch mit weniger sehr wohl in Spanien fühlten.

Auch die Art und Weise zu essen, hebt sich in Spanien deutlich von unseren deutschen Gewohnheiten ab. Neben anderen Gerichten, die in Spanien auf den Teller kommen, essen Spanier meistens erst gegen 22 Uhr. Das liegt an dem subtropischen Klima.

Zusammenfassend konnten alle Schüler viele neue Eindrücke von der Reise mitnehmen. „Ich habe eine ganz neue Weise zu leben kennengelernt, was ich wirklich interessant fand. Auch die Unterhaltungen auf spanisch haben mir viel Spaß gemacht“, erzählt Lissy A. nach der Fahrt.

Solche Reisen, wie sie manche Schulen anbieten, werden zum Teil auch in den Sommerferien als Sprachreisen angeboten. Wer sich für die sechs Wochen noch nichts vorgenommen hat, dem sei ans Herz gelegt, sich einfach mal auf eine Zeit in einer Gastfamilie im Ausland einzulassen. Es wird sich in vielerlei Hinsicht lohnen.

Luca Hannah Roters &

Alexander Jacob

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