Valdemar da Silva ist seit 25 Jahren im OT-Heim
Einfach ein gutes Händchen

Borghorst -

Für Generationen von Borghorster Jugendlichen ist er eine Institution: Valdemar da Silva. Vor genau 25 Jahren hatte der gebürtige Portugiese seinen ersten Arbeitstag im OT-Heim St. Nikomedes.

Donnerstag, 02.05.2019, 17:09 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 16:14 Uhr
Valdemar da Silva (M. vorne) fing vor genau 25 Jahren im OT-Heim an – und ist dort längst eine Institution geworden.
Valdemar da Silva (M. vorne) fing vor genau 25 Jahren im OT-Heim an – und ist dort längst eine Institution geworden. Foto: Bernd Schäfer

Zu dem hatte er sich nicht leichtfertig entschlossen. „Eigentlich war ich Textilmaschinenführer, erst bei Wattendorff, später bei einer Emsdettener Textilfirma“, erzählt der mittlerweile 57-Jährige.

Kontakt zur Kirchengemeinde hatte er durch Fahrten und das Portugiesische Zentrum schon länger, als der damalige Pfarrer Karl Holthaus ihn fragte, ob er nicht Hausmeister im OT-Heim werden wollte. „Mein Job in Emsdetten war gut, ich habe lange überlegt – aber es war eine gute Entscheidung“, kann Valdemar, der von allen beim Vornamen genannt wird, nach 25 Jahren feststellen.

Wobei er gleich in den ersten Wochen sein schlimmstes Erlebnis hatte: Nach einem heftigen Regenschauer war der komplette Keller des Jugendheims von Wasser und allem, was sonst noch so in einer Kanalisation herumschwimmt, überflutet. „Der ganze Keller stand unter Kacke“, erinnert sich der Hausmeister mit Grausen zurück. Zum Glück bezahlte die Gemeinde daraufhin ein neues Abwassersystem – seitdem ist der Keller trocken.

Auch ansonsten war das Gebäude damals nicht im allerbesten Zustand, oft habe er mit seinen Chefs – den Pfarrern – und der Jugendheimleitung diskutieren müssen. „Pädagogen haben da manchmal andere Ansichten als Handwerker“, lacht der Jubilar.

Dabei beschränkte sich seine Arbeit oft nicht auf das Handwerkliche: „Er ist auch in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen für uns eine Unterstützung“, sagt Doris Watermann. Regelmäßig werden ihm Jugendliche zugeteilt, die für Straftaten vom Gericht Sozialstunden aufgebrummt bekommen haben. „Viele fragen schon, ob sie zu Valdemar gehen können“, weiß Jugendgerichtshelfer Norbert Huylmans. „Er hat einfach ein gutes Händchen dafür, sie einzuarbeiten und zu motivieren.“ Das meint auch Bewährungshelfer Ralf Leidigkeit: „Wer es mit ihm nicht schafft, der schafft es gar nicht.“

Seine ruhige und unkomplizierte Art half ihm auch, mit seinen Vorgesetzten auszukommen. „Ich habe drei Chefs erlebt: Pfarrer Holthaus, Pfarrer Wernsmann und jetzt Pfarrer Dördelmann. Da habe ich schon einiges ausgehalten“, lacht Valdemar da Silva. Und schiebt schnell nach: „Ich bin mit allen gut klargekommen.“ Das findet auch Pfarrer Heinrich Wernsmann, der da Silva zum Vierteljahrhundert gratulierte: „Wer mit Jugendlichen umgehen kann, die Sozialstunden leisten müssen, kann auch mit Pfarrern umgehen.“

Den heutigen Jugendlichen stellt der Hausmeister übrigens ein gutes Zeugnis aus. „Früher wurde hier viel mehr kaputt gemacht und geklaut. Und es gibt heute weniger Gewalt unter den Jugendlichen. Am Anfang musste ich öfters mal dazwischen gehen ...“

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