Philipp Teriete kommt als Pianist und Komponist mit neuem Album zurück in die Heimat
„Just do it“

Steinfurt/NOrdwalde/Münster/Freiburg -

Morgens, auf dem Weg zur Bushaltestelle, war es der Funk-Rock der Red-Hot-Chilli-Peppers, mit dem sich Philipp Teriete fit für den Schultag im Borghorster Gymnasium machte. Nachmittags, wenn er zur Musikschule in die Villa Fleiter stiefelte, warteten die Klassiker auf den Gitarren- und Klavierschüler. Ja und abends, da konnte es schon mal ein Symphoniekonzert in Münsters Stadttheater oder eine Jimmy-Hendrix-LP aus Papas Plattenschrank sein. Damals wie heute liebt er die Vielfalt. Nach 15 Jahren kommt er jetzt zurück in die Heimat - mit einem eigenen Album.

Montag, 06.05.2019, 18:24 Uhr
Philipp Teriete kommt am 16. Mai zurück in die Heimat. Der Pianist, Komponist, Forscher und Lehrer präsentiert im münsterischen Jovel sein neues Album.
Philipp Teriete kommt am 16. Mai zurück in die Heimat. Der Pianist, Komponist, Forscher und Lehrer präsentiert im münsterischen Jovel sein neues Album.

Der gebürtige Nordwalder mit engen Verbindungen nach Steinfurt und Münster ist gerade einmal 32 Jahre jung und hat sich bereits internationale Meriten als Pianist, Komponist, Forscher und Lehrer erworben. In Freiburg vertritt er seit nicht einmal zwei Jahren eine Professur.

Am 16. Mai stellt er im münsterischen Jovel sein zweites Album vor. Das, man muss es eigentlich nicht mehr schreiben, als prägenden Charakterzug die Vielfalt trägt. Es heißt „Afterglow“, das übersetzt so viel wie Abendrot, Nachklang oder positive Erinnerung heißt.

„Ich habe mich lange nicht getraut, das Album zu machen“, gesteht Philipp Teriete . Er hatte Angst davor, nicht das Niveau zu haben, um so eine Platte zu realisieren. Die Vorbehalte sind verflogen. Und so lädt der Vollblutmusiker mit seinen vier Freunden ein zu einer kleinen Welttournee, die durch in die USA, nach Ghana und Norwegen bis hin zu den Sternen führt. „Es ist Musik zum Zuhören“, sagt Teriete.

Geld, das weiß der Profi, lässt sich damit nicht verdienen. Im Gegenteil. Für das Album, das der Komponist und Pianist unbedingt als CD gepresst und mit einem liebevoll gestalteten Booklet auf den Markt bringen wollte, musste er erst einmal das eigene Sparschwein schlachten. „Aber es war nicht der Beweggrund, unbedingt einen Hit produzieren zu wollen“, betont Philipp Teriete.

„Afterglow“ ist für den Komponisten so etwas wie eine Praline oder ein Glas edlen Rotweins, das sich der Genießer dann und wann einmal gönnt. Der Musiker ist glücklich, dass er als feste Größe in seinem Berufsleben die Professur für Musiktheorie hat. Nebenbei kann er promovieren. Ja, und Zeit für das Konzertieren und Komponieren, die bleibt manchmal auch noch.

Was den Jungen vom Land zu einem musikalischen Tausendsassa und Kosmopoliten gemacht hat, weiß er ziemlich genau. Da ist der Ehrgeiz, der ihn schon als Schüler zum Jugend-musiziert-Teilnehmer mit Dauerabo und zum Jahrgangsbesten beim 2005er Abitur am Borghorster Gymnasium werden ließ. „Später hat mir die westfälische Mentalität geholfen. Ich halte Wort, kann meistens Schein vom Sein unterscheiden.“ Ja, und bei seinen Studienaufenthalten in London, Paris, New York oder Oslo hat er genau hingeschaut, was sich neben dem Fachwissen noch so alles abgucken lässt.

Von den Amerikanern hat er zum Beispiel gelernt: „Just do it.“ Mach‘s einfach. So wie ihm dort die Jazz-Pianisten-Legende Herbie Hancock über den Weg lief. „Ich habe ihn gefragt, wo er hingehen würde zum Studieren.“ Hancock sagte es ihm viel zu gerne.

Nervös? Nein. Philipp Teriete nennt es eher positive Anspannung, wenn er in gut eineinhalb Wochen mit seinen vier Kollegen auf die Jovel-Bühne tritt. Das Quintett freut sich auf Münster. „Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren unglaublich gemacht“, findet der gebürtige Nordwalder. Auch im Vergleich zu seiner Wahlheimat Freiburg. „Münster wirkt dagegen wie hochglanzpoliert“, sagt Philipp Teriete.

Den Ort für sein Konzert hat er mit Bedacht gewählt. „Natürlich war ich dort schon immer als Jugendlicher. Aber die Atmosphäre im Jovel ist eine ganz besondere.“ Und durch seine Kontakte zu Steffi Stephan und Sohn Marvin fühlt er sich dort gut aufgehoben. Und beim Blick in den Jovel-Konzertkalender sind wir wieder bei dem, was Philipp Teriete ganz besonders liebt. Die Vielfalt.

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