Haus Markt 1 in der Stemmerter Altstadt
Kochgenuss statt Schuhverkauf

Burgsteinfurt -

Das Gerüst zur Hahnenstraße hin und die Plakate in der Schaufensterfront weisen darauf hin: Gut vier Monate nach der Schließung des Schuhgeschäfts Franke tut sich was am Haus Markt 1 in der Altstadt. Die markant in Stemmerts „guter Stube“ liegende Immobilie wird nicht nur äußerlich und innerlich grundsaniert. Sie bekommt auch eine neue Nutzung im Erdgeschoss.

Mittwoch, 08.05.2019, 20:00 Uhr
Katja Haßelmann, neue Besitzerin des Gebäudes Markt 1, will an zentraler Stelle in der Burgsteinfurter Altstadt ihren Traum von einer eigenen Kochschule verwirklichen. Der Leerstand nach der Schließung des Schuhhauses Franke bleibt damit nur vorübergehend.
Katja Haßelmann, neue Besitzerin des Gebäudes Markt 1, will an zentraler Stelle in der Burgsteinfurter Altstadt ihren Traum von einer eigenen Kochschule verwirklichen. Der Leerstand nach der Schließung des Schuhhauses Franke bleibt damit nur vorübergehend. Foto: rs

„Ich werde dort Kochevents anbieten“, sagt Katja Haßelmann . Die 51-jährige Neu-Burgsteinfurterin – vor zwei Jahren ist sie aus Bad Rothenfelde nach Stemmert gezogen – hat das Gebäude zum 1. April von der bisherigen Besitzerin, der Erbengemeinschaft Uppena-Ptok, gekauft und will es nun aus dem zwischenzeitlichen Dornröschenschlaf wecken.

Die Inhaberin der gleichnamigen Praxis für Gesundheitspflege und Vitametik an der Kirchstraße hat zusammen mit ihrem Mann schon länger nach einer geeigneten Immobilie Ausschau gehalten, um ihren Traum von einer Kochschule zu verwirklichen. Ob Fastenkurse, Ernährungsumstellung, gesundes Essen oder Kochen mit dem Fokus auf Genuss – beim Thema Ernährung kennt sich Katja Haßelmann aus. Und erweitert in Vorbereitung ihres Projekts, das in Anlehnung an die Hausnummer des Gebäudes „Markteins“ heißen wird, sie derzeit noch.

„Ich hoffe, Ende August oder Anfang September“, antwortet sie auf die Frage, wann denn das neue Angebot in altem Gemäuer starten kann. Noch wartet der Bauantrag auf seine finale Genehmigung durch die Stadt. „Wir haben aber positive Signale erhalten, dass es kurzfristig mit dem Umbau und der Sanierung losgehen kann“, sagt Katja Haßelmann. Erste vorbereitende (Entrümpelungs-)Maßnahmen seien bereits ergriffen worden, berichtet sie.

Veränderungen sind vor allem an der Front geplant: Die große Schaufensterwand und der Windfang sind bald passé. Stattdessen werden doppelflügelige Fenster eingesetzt. Die Vorderseite wird so kleinteiliger, passt sich der Umgebung besser an. Auch der städtischen Denkmalpflegerin Gerlinde Sextro gefällt dies so besser. Das Haus selbst ist zwar nicht denkmalgeschützt, liegt aber innerhalb des historischen Stadtkerns, der als Flächendenkmal in die Denkmalliste eingetragen ist.

Bei einer Begehung mit Stadtvertretern fielen vor allem die Außenmauern ins Auge. „Sie stammen in Teilen wohl aus dem zwölften Jahrhundert und sollen dort, wo sie nicht verputzt sind, unter Schutz gestellt werden“, gibt die Investorin die Essenz der Besichtigung wieder. Für sie selbst besitzt die Immobilie jede Menge Charme. Der Standort sei auch deshalb so geeignet für die neue Nutzung, weil er die Funktion wesentlich präsenter werden lässt als „irgendwo im Gewerbegebiet“, meint die 51-Jährige.

Mit im Boot weiß die Investorin mit der Firma Palstring einen starken Partner. Der Steinfurter Küchenhersteller wird die Ausstattung liefern und einbauen. Vier Kocheinheiten sind vorgesehen, dazu ein Sitz- und Essbereich sowie im Nebenraum weitere technische Infrastruktur wie Kühlschränke und Spülmaschinen. Kooperationen plant Katja Haßelmann unter anderem mit der Vinothek und der Konditorei Probst – da sie seit einiger Zeit Mitglied der Burgsteinfurter Werbegemeinschaft ist, fiel der Kontakt leicht. Schließlich wird sie auch mit ihrer Praxis an den neuen Standort ziehen, um dort durchzustarten.

Für die 51-Jährige sind Projekte wie das am Markt 1 nichts Ungewöhnliches. „Ich stamme aus einer Unternehmerfamilie, da ist immer wieder um- und neugebaut worden“, sagt sie. Die Burgsteinfurter wird‘s freuen: Wird doch ein geschichtsträchtiges Haus in „ihrer“ Altstadt so eine Zukunft gegeben.

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