Steinfurter Politiker werben für die Europawahl am 26. Januar
Populisten am Rand gefährden die Einheit

Steinfurt -

Gut 3000 Steinfurter haben schon ihre Stimme für die Europawahl abgegeben (siehe Seite 3). Und die Ortsvorsitzenden der Steinfurter Parteien hoffen, dass es am nächsten Sonntag (26. Mai) noch viel mehr werden, die sich dann auf den Weg in die Wahllokale machen. „Es gibt viele kleine radikale Splittergruppen, die die europäische Einheit gefährden“, ruft etwa Günter Marquard (CDU) dazu auf, mit der Stimmenabgabe den europäischen Gedanken zu unterstützen. Schließlich nütze der gerade auch dem Münsterland: „Als exportfreudige Region profitieren wir ganz besonders von der Handels- und Reisefreiheit.“ Deshalb sollte jeder Bürger unbedingt eine der großen demokratischen Parteien wählen. „Am besten natürlich die CDU“, fügt Marquard augenzwinkernd hinzu.

Freitag, 17.05.2019, 17:03 Uhr

Als SPD-Ortschef setzt Frank Müller dem demokratisch natürlich noch ein „sozial-“ vor. Aber genau wie sein Unionskollege findet er am wichtigsten, „dass die Populisten nicht die Oberhand gewinnen“. Bei den Gesprächen am Infostand sei ein Thema immer wieder aufgeploppt: „Die Bürger haben das Brexit-Desaster vor Augen – das soll vermieden werden.“ Auch wenn Deutschland viel Geld an die EU überweist: „Wir bekommen eine Menge wieder ausgezahlt – etwa für Infrastruktur, Landwirtschaft oder Projekte wie die Regionale“, relativiert Müller die Rechnungen.

Kira Jörg (FDP) hat in den Gesprächen festgestellt, dass das Interesse am Thema Europa eher bei den älteren Bürgern hoch sei. „Sie wissen die 70 Jahre Frieden vielleicht besser zu schätzen“, vermutet sie. Auch andere europäische Errungenschaften wie die Reisefreiheit würden von der jüngeren Generation als gegeben hingenommen. „Die Jugendlichen wissen ja gar nicht mehr, wie es ist, wenn man nicht einfach so nach Holland fahren kann – sondern an der Grenze kontrolliert wird und erst einmal Geld umtauschen muss.“ Auch sie fordert auf, unbedingt zur Wahl zu gehen. „Damit die linken und rechten Ränder nicht zu stark werden.“ Streng genommen schicken die Freien Wähler (FWS) keine eigenen Kandidaten ins europäische Rennen. „Wir fokussieren uns nur auf die Stadt Steinfurt, wir sind keinem Dachverband angeschlossen“, erklärt Norbert Hageböck. Dennoch findet er es wichtig, bei der Wahl am übernächsten Sonntag ein klares Statement pro Europa abzugeben. Und gibt ein Beispiel: „Was Großbritannien da im Moment macht, ist absoluter Schwachsinn. Wir können nur gemeinsam mit den anderen EU-Staaten etwas schaffen. Deutschland kann sich einen politischen Alleingang nicht erlauben.“

Auch wenn die Steinfurter FWS unabhängig ist, will Hageböck mit seiner Stimme den Dachverband der freien Wählergemeinschaften unterstützen, der mit eigenen Kandidaten bei der Europawahl antritt. Allgemein gelte aber: „Europa ist wichtig, deshalb sollte man auch zur Wahl gehen.“

Ludger Kannen (B‘90/Die Grünen) hält die Europäische Gemeinschaft für das „größte Projekt des letzten Jahrhunderts“: „Meine Kinder lieben es, sich frei durch Europa zu bewegen – dieses System muss erhalten bleiben.“

Um dieses System zu erhalten, findet auch er es wichtig, die gemäßigten Parteien im europäischen Parlament mit der Stimmabgabe zu unterstützen. „Man darf den Populisten nicht das Feld überlassen.“

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