Ernst-Werner Wortmann starb am Montag im Alter von 89 Jahren
Viel mehr als „nur“ ein Stadtdirektor

Steinfurt -

Als Stadtdirektor hat er die Stadt Steinfurt viele Jahre lang entscheidend mitgeprägt – am Montag ist Ernst-Werner Wortmann im Alter von 89 Jahren gestorben.

Mittwoch, 22.05.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 16:38 Uhr
Ernst-Werner Wortmann.
Ernst-Werner Wortmann. Foto: Drunkenmölle

1965 kam der gebürtige Iserlohner über eine Zwischenstation in Bocholt als Rathauschef nach Burgsteinfurt. Dort erlebte er zehn Jahre später die wohl aufregendste Zeit seines Berufslebens: Den Zusammenschluss der vormals selbstständigen Städte Burgsteinfurt und Borghorst, der auf beiden Seiten des Buchenbergs auf wenig Gegenliebe stieß. Bis zuletzt machte Ernst-Werner Wortmann immer wieder Werbung für ein engeres Verschmelzen der beiden Ortsteile.

Ab 1975 bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Dezember 1991 war Wortmann dann Stadtdirektor der neuen Stadt Steinfurt. Auch als Pensionär beteiligte er sich an der Gestaltung „seiner Stadt“ – mit einer Ausnahme: „Aus der Kommunalpolitik halte ich mich grundsätzlich heraus“, sagte er an seinem 80. Geburtstag. Da war er noch täglich auf seiner Joggingrunde im Bagno unterwegs und in der evangelischen Kirchengemeinde aktiv.

Ein weiterer bleibender Meilenstein seiner Biografie ist die Bagno-Konzertgalerie, die ohne seinen Einsatz vielleicht niemals zu altem Glanz zurückgefunden hätte. 1986 rief er den Förderverein für die Bagno-Konzertgalerie ins Leben, um das damals halb zerfallene Gemäuer, das im Winter als Lager für Boote diente, zu retten und zu restaurieren.

Gut zehn Jahre dauerte es, bis der Vereinszweck, den ältesten freistehenden Konzertsaal Europas wieder zum Leben zu erwecken. Auch darüber hinaus blieb Wortmann dem Verein eng verbunden, bis zuletzt als Zweiter Vorsitzender.

Überhaupt lag das historische Erbe der Stadt stets in seinem Interesse, wenn er sich mit der Ortsgeschichte beschäftigte und seine Ergebnisse in diversen Büchern veröffentlichte. Etwa in einer dreibändigen Reihe zur Stadt Burgsteinfurt oder in den Erinnerungen an seine 27-jährige Dienstzeit als Hauptverwaltungsbeamter.

2012 wurde das bronzene Stadtrelief auf dem historischen Markt in Burgsteinfurt der Öffentlichkeit übergeben, das ebenfalls auf Wortmanns Initiative zurückgeht: Beim Joggen im Bagno kamen er und Gerd Schwenen auf die Idee, das hölzerne Stadtmodell, das seit 1980 im Museum stand, in Bronze gießen zu lassen.

Die Trauerfeier für Ernst-Werner Wortmann findet am Freitag (24. Mai) um 11 Uhr in der Kapelle auf dem Evangelischen Friedhof an der Ochtruper Straße statt.

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