Hollicher Mühle
Schindel-Kleid passt schon perfekt

Burgsteinfurt -

Tack, tack, tack. Mit Kompressordruck fliegen die Nägel nur so in die Schindeln. „Läuft super“, freut sich denn auch Daniel Ehrenthaler. Selbst wenn es heute mitunter ziemlich heftig vom Hollicher Himmel tröpfelt. „Schlimmer geht immer“, sagt Kollege Josef Pfeffer, ehe er mit der Handstichsäge ein Holzbrettchen für den perfekten Sitz zurechtschneidet. Die beiden Schindel-Experten sind optimistisch: „Wenn das so weitergeht, sind wir eher fertig als geplant.“

Dienstag, 28.05.2019, 15:42 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 17:08 Uhr
Schindel für Schindel treibt Daniel Ehrenthaler mit dem Kompressorhammer an die Unterkonstruktion. In gut zwei Wochen soll alles fertig sein. Der Turm der Mühle ist so gut wie fertig.
Schindel für Schindel treibt Daniel Ehrenthaler mit dem Kompressorhammer an die Unterkonstruktion. In gut zwei Wochen soll alles fertig sein. Der Turm der Mühle ist so gut wie fertig. Foto: Axel Roll

Fast 20 000 Schindeln haben Ehrenthaler und Pfeffer dann an die Hollicher Mühlenhaut getackert. Daniel Ehrenthaler, Chef der gleichnamigen Schindelwerkstatt, schätzt: „Die halten die nächsten 100 Jahre.“ Dass die alte Eichenabdeckung nur 30 gehalten hat, kann sich der Fachmann nur so erklären: „Die alten Schindeln wurden direkt auf die Außenhaut aufgetragen. Da konnte das Wasser nirgendwo hin. Wir haben eine Unterkonstruktion angebracht, durch die die Luft zirkulieren kann.“ Von den Latten und der grüne Plane ist schon fast nichts mehr zu sehen. Daniel Ehrenthaler: „Der Turm ist so gut wie fertig.“

Heute geht es erst einmal nach Hause. „Da freuen wir uns natürlich drauf“, lacht Josef Pfeffer. Familie, Freunde – alle schon lange nicht mehr gesehen. Am Montag wollen die beiden wieder auf dem Gerüst stehen. „Dann ist die Kappe dran.“ Dort werden leicht gerundete Schindeln benötigt, allesamt handbearbeitet. „So bekommen wir die runde Form besser hin.“

Wie dringend notwendig ein neues Dach für die Mühle ist, zeigt Daniel Ehrenthaler oben auf der obersten Etage des Baugerüsts. Mit einem Griff lassen sich die alten Brettchen von der Kappe abbrechen. An einigen Stellen hat diese Arbeit schon der Wind erledigt und die Stahlklammern, die eigentlich die Schindeln halten sollen, freigelegt.

In Hollich fühlen sich die beiden Bayern inzwischen sehr wohl. „Das Schützenfest hier war ein besonderes Erlebnis“, lacht Daniel Ehrenthaler. „Dass Jung und Alt so zusammen feiern, das gibt es bei uns nicht.“ Und dann noch so friedlich. Die Herzlichkeit der Hollicher hat die Schindelmacher am meisten beeindruckt: „Wir waren sofort mittendrin.“

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