Vortrag über ein nahezu plastikfreies Leben von Birgitta Bolte
Wertvoll leben ohne Plastik

Burgsteinfurt -

Im Mai hat Familie Bolte ihren ersten gelben Sack des Jahres an die Straße gestellt. Während in Steinfurt über die Einführung der gelben Tonne diskutiert wird, hat die vierköpfige Familie aus Rheine ganze fünf Monate für die Füllung eines Sacks gebraucht.

Donnerstag, 06.06.2019, 15:36 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 15:14 Uhr
Birgitta Bolte und ihre Familie versuchen, so gut wie möglich ohne Plastik und andere Kunststoffe auszukommen
Birgitta Bolte und ihre Familie versuchen, so gut wie möglich ohne Plastik und andere Kunststoffe auszukommen Foto: Claudia Mertins

Damit führen die Boltes fast schon einen „Zero-Waste-Haushalt“, also ein Leben, in dem kaum noch Abfall entsteht. Und weil Birgitta Bolte nach zwei Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Thema Plastikvermeidung sowohl Expertin als auch Überzeugungstäterin ist, gibt sie ihre alltagstauglichen Erfahrungen gerne weiter. Ihr Vortrag „Wertvoll leben ohne Plastik“, zu dem die Klimaschutzstelle der Stadt Steinfurt und die Stadtbücherei eingeladen hatten, fand passenderweise am 5. Juni, dem internationalen Tag der Umwelt, statt.

Büchereileiter Kaj Dönneweg nannte in seiner einführenden Begrüßung erschreckende Zahlen zum Thema Plastikmüll: Rund zehn Millionen Tonnen landen jährlich in den Weltmeeren, daran verenden Millionen von Fischen und Seevögeln. Laut Prognosen von Umweltverbänden wird es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in den Ozeanen geben.

Dass Plastik in Form von Mikroplastik in Lebensmitteln auf unseren Tellern landet, geschieht aber nicht nur über Meerestiere, sondern auch über den Klärschlamm unserer Wasserwerke: „Die Teilchen, die beispielsweise in Duschgels oder Cremes stecken, sind so klein, dass sie nicht herausgefiltert werden können. So gelangen sie mit als „Dünger“ auf die Felder“, erläutert Birgitta Bolte.

In ihrer Präsentation zeigt sie ganz konkret, welche Plastikprodukte man wie ersetzen kann. In der Küche sind dies vor allem Holz-, Metall- oder Glasgefäße, die auch zum Einkauf an der Frischetheke oder zum Wochenmarkt mitgenommen und dort direkt gefüllt werden. Laut Auskunft des Publikums ist das mittlerweile auch in vielen Steinfurter Supermärkten möglich. In Münster gibt es einen „Unverpackt-Laden“, in dem auch Nudeln, Müsli, Kosmetik und Reinigungsmittel in mitgebrachte Behälter abgefüllt werden.

Apropos Reinigungsmittel, Birgitta Bolte braucht nur fünf „Wunderzutaten“, um ihren Haushalt sauber zu halten: Mit Kernseife, Waschsoda, Natron, Apfelessig und Zitronensäure und deren Kombinationen ersetzt sie alles, was sonst eine halbe Drogerie ausfüllt. Und das Waschmittel sammelt die Familie einfach im Wald, denn der Sud von Kastanien ist ein wirkungsvolles Reinigungsmittel. Ebenso überraschend fand das sehr interessierte Publikum die Herstellung von Deo aus Kokosöl, Natron und Speisestärke oder ein Make-Up-Rezept aus Zimt und Baby-Puder.

Die wichtigsten Devisen des inspirierenden Vortrags von Birgitta Bolte lauten: „Weniger ist mehr“ und die Macht des eigenen Konsumverhaltens sinnvoll zu nutzen.

Weitere Informationen unter | www.wertvolllebenohneplastik.de

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