Bestand wächst – ebenso die damit einhergehenden Umweltprobleme
Bagno wird zum Gänseparadies

Steinfurt -

Nicht nur den Golfern zwischen den neun Löchern des Golfclubs Münsterland fällt es auf: Das Bagno entwickelt sich immer mehr zu einem Paradies für Gänse. Auf rund 100 bis 120 Tiere schätzt Olaf Hoffmann den aktuellen Bestand. Das bringt Probleme mit sich.

Mittwoch, 12.06.2019, 14:28 Uhr
Mittlerweile ein gewohntes Bild auf der Golfanlage im Bagno: Gänse machen sie breit und verdrängen heimische Arten. Probleme bereiten vor allem die aggressiven Nilgänse.
Mittlerweile ein gewohntes Bild auf der Golfanlage im Bagno: Gänse machen sie breit und verdrängen heimische Arten. Probleme bereiten vor allem die aggressiven Nilgänse. Foto: Axel Roll

Nicht nur den Golfern zwischen den neun Löchern des Golfclubs Münsterland fällt es auf: Das Bagno entwickelt sich immer mehr zu einem Paradies für Gänse. Auf rund 100 bis 120 Tiere schätzt Olaf Hoffmann den aktuellen Bestand. „Seit Anfang der 2010er-Jahre hat die Population stetig zugenommen“, weiß der Revierförster der Fürst-zu-Bentheimischen-Domänenkammer.

Neben der Kanada- und der Graugans sind es die ursprünglich im Afrika heimischen Nilgänse, die sich in dem weitläufigen Gelände rund um das Schloss, den Bagnosee und Golfplatz offenbar pudelwohl fühlen. Für Hoffmann ist es ein eindeutiges Zeichen des Klimawandels: „Wo die Gänse früher im Winter in den Süden zogen, bleiben sie heute einfach im Land“, nennt der Revierförster einen weiteren Grund, der die „Gänseplage“ verstärkt.

Schön anzuschauen mögen sie ja sein, die Gänsefamilien mit dem flauschigen Nachwuchs, räumt Hoffmann ein. Doch der immer größer werdende Bestand und die mittlerweile ganzjährige Verweildauer der Tiere haben auch ihre Kehrseite. Ihre Exkremente verschmutzen Wege und Rasenflächen. Beim Bagno-See führen sie dazu, dass der Nährstoffgehalt des Gewässers steigt. „Die Algenbestände nehmen zu, der Sauerstoffgehalt sinkt – und irgendwann kippt der See um“, nennt der Förster die Folgen für das Ökosystem bis hin zum Fischsterben.

Hinzu kommt die Verdrängung anderer heimischer Arten. Insbesondere die Nilgans zeige ein sehr auffälliges Territorialverhalten. Unter der Aggressivität litten unter anderem Stockenten und Blesshühner. Dass sie dem Klimawandel in Richtung Norden folgen, gilt inzwischen unter Experten als bestätigt. Doch wo kommen die vielen Kanada- und Graugänse her? „Sie sind meist aus Zuchtbetrieben geflüchtet“, berichtet Hoffmann.

Was also tun, um den zunehmenden Problemen Herr zu werden? Die Bejagung der Gänse sei grundsätzlich möglich, betont Hoffmann. „Gänse gehören zum jagdbaren Wild.“ Im Bagno indes gelten Einschränkungen, da weite Teile unter Naturschutz stehen. Auch die Möglichkeit der Vergrämung zum Beispiel durch Schüsse, ansonsten bewährte Praxis, sei wegen der vielen weiteren, auch seltenen Tierarten, nicht angesagt. „Was bleibt, ist eine kontrollierte Bejagung, dort wo es erlaubt ist, sowie eine genaue Beobachtung der weiteren Entwicklung“, fasst Olaf Hoffmann die Strategie zusammen, die im Bagno von Seiten der Domänenkammer gefahren wird. Und so sieht es danach aus, dass die Zahl der Gänse am Schloss, auf dem Golfplatz und auf dem Bagno-See wohl weiter zunehmen wird. Hoffmann zitiert den Begründer der Evolutionstheorie: „Es setzt sich jene Art durch, die am besten an die Lebensbedingungen vor Ort angepasst ist.“

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