Rote Laterne im Kreisvergleich
Stadtradeln: Steinfurter tun sich schwer

Steinfurt -

Bei der zweiten Auflage des „Stadtradelns“ tut sich die Kreisstadt unerwartet schwer. Das Zwischenfazit nach zwei von drei Wochen Laufzeit der Klimaschutzaktion fällt ernüchternd aus.

Donnerstag, 13.06.2019, 18:00 Uhr
Beim Stadtradeln ist die Motivation in den einzelnen Teilnehmerkommunen des Kreises höchst unterschiedlich, wie die Grafik zeigt.
Beim Stadtradeln ist die Motivation in den einzelnen Teilnehmerkommunen des Kreises höchst unterschiedlich, wie die Grafik zeigt.

Letzter Platz im kreisweiten Vergleich bei den geradelten Kilometern und rote Laterne in der Wertung der fahraktivsten Kommunalparlamente: Bei der zweiten Auflage des „Stadtradelns“ tut sich die Kreisstadt unerwartet schwer. Das Zwischenfazit nach zwei von drei Wochen Laufzeit der Klimaschutzaktion fällt ernüchternd aus. Lorenz Blume , der die Veranstaltung vor Ort koordiniert, zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung denn auch etwas ratlos: „Vielleicht war für viele die Hürde der Anmeldung zu groß.“

Rund 34 000 Kilometer stehen (Stand Donnerstagvormittag) derzeit auf der Habenseite für die 222 aktiven Steinfurter Radler. Da wird es sicher nicht einfach, in der letzten Woche einen Schlussspurt hinzulegen, der das Ergebnis von der Premiere 2018 mit rund 55 000 Kilometern noch übertrifft. Eben dieses Ziel hatte Klimaschutzmanager Blume – als Ansporn für die Teilnehmer – vor Beginn der Aktion ausgegeben.

Und auch bei der eher rhetorisch klingenden Frage „Mehr Kilometer als die anderen Teilnehmerkommunen aus dem Kreis sollten wir in Steinfurt als überzeugte Radler hinbekommen, oder?“ scheint wohl der Wunsch Vater des Gedankens gewesen zu sein. Mit gerade mal einem Kilometer pro Einwohner hält die Kreisstadt derzeit abgeschlagen die rote Laterne im kreisweit 14 Kommunen zählenden Teilnehmerfeld. Zum Vergleich: Die Nachbarn aus Metelen haben pro Einwohner im Rahmen des Stadtradelns bis dato mehr als vier Mal so viel pedaliert.

Nachdenklich macht auch der Blick auf die etwa gleich große Nachbarstadt Emsdetten. Dort wird das Stadtradeln zwar bereits zum vierten Mal durchgeführt, was einen entsprechend hohen Bekanntheitsgrad zur Folge hat. Dennoch ist rational kaum erklärbar, warum in der Emsstadt 964 und damit mehr als vier Mal so viele Teilnehmer am Start sind. Sind die Steinfurter etwa radfahrmüde? Lorenz Blume verneint dies: „Im Modal Split, also im Verhältnis der Verkehrsmittel, nimmt das Fahrrad in Steinfurt eine überproportional große Stellung ein“, weiß der Klimaschutzmanager.

Und er sieht auch durchaus positive Aspekte bei der aktuellen Aktion. „Es machen mehr Sportvereine und auch mehr Kommunalparlamentarier mit als im vergangenen Jahr.“ Etwas mau sei hingegen die Beteiligung der Schulen. Blume erklärt dies mit der parallel stattfindenden „Grüne-Meilen“-Aktion für Kindergärten und Grundschulen, die einen ähnlichen Hintergrund hat wie das „Stadtradeln“.

Was die Kilometerstatistik betrifft, hofft Blume noch auf einen „Trotzeffekt“ in der Schlusswoche. Es hätten sich noch rund 20 Teilnehmer kurzfristig angemeldet, deren Konto noch null Kilometer aufweise. „Zudem gibt es auch nach Ende der Aktion viele, die Kilometer nachtragen.“

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