Schloss-Führung
Schnellkurs in Geschichte

STeinfurt -

Am Burgen- und Schlössertag nutzten auch zahlreiche Bürger die Gelegenheit, das Burgsteinfurter Schloss zu besichtigen.

Montag, 17.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 16:31 Uhr
Die prächtige Ansicht des Innenhofes der Oberburg – Mariette Beutner kennt die Bedeutung jedes einzelnen Hauses. Insgesamt fanden gestern am Burgern- und Schlössertag drei Führungen statt.
Die prächtige Ansicht des Innenhofes der Oberburg – Mariette Beutner kennt die Bedeutung jedes einzelnen Hauses. Insgesamt fanden gestern am Burgern- und Schlössertag drei Führungen statt. Foto: Claudia Mertins

Der Andrang auf die zwei geplanten Führungen durch das Burgsteinfurter Schloss war so groß, dass SMarT-Geschäftsführerin Marion Niebel gleich noch eine dritte Führung für den Schlösser- und Burgentag ansetzte. Sie begrüßte die Teilnehmer auf der Schlossbrücke und übergab sie dann den erfahrenen Schloss-Führerinnen Mariette Beutner und Sieglinde Neumann.

Neben Gästen aus dem Umland waren auch zwei Burgsteinfurter dabei, die 30 Jahre alte Kindheitserinnerungen überprüfen wollten: Sandra und Martin Brandt waren das letzte Mal mit ihrer Kindergarten-Tante Juliane auf dem Schloss und nutzen jetzt die Gelegenheit, sich das Kernstück der Burgsteinfurter Historie mit erwachsenen Augen anzuschauen. Stadtführerin Mariette Beutner ging dazu bis ins erste Jahrtausend zurück und erzählt von der Gründung der ersten beiden Holztürme auf den kleinen Inseln in der Aa. Die Fehde mit den Ascheburgern führte zur ersten schriftlichen Erwähnung der Steinfurter Festung, das war 1164 anlässlich ihrer Zerstörung. Mit Unterstützung des Bischofs von Köln entstanden an dieser Stelle neue, steinerne Türme, die durch Ringmauer, Palisaden, Zugbrücke und die Gräften geschützt wurden.

In der Unterburg konnte die Bevölkerung Schutz vor feindlichen Angriffen finden. Da sich dort auch die Pferdeställe und eine Reithalle befinden, kam auch Prinzessin Juliane wieder ins Spiel: „Sie war eine begeisterte Reiterin und führte ihr Pferd täglich in Gesellschaft einer Ziege über die Brücke zur Oberburg auf eine Wiese“, erzählt Mariette Beutner. Die prachtvollen Fassaden der Häuser der Oberburg sind ein Lehrstück in Architekturgeschichte, was die Besucher sichtlich beeindruckt. Die kundige Stadtführerin weist auf die Feinheiten hin und nennt die Namen der Erbauer, beispielsweise den berühmten Brabender-Erker. Dann geht es in die Capella publica, „die Kirche für das einfache Volk“, direkt unter der Capella Privata liegend und durch eine Öffnung mit dieser verbunden. Dass hier im kühlen Souterrain auch schon mal Getränke der fürstlichen Familie gelagert werden, ist eine sehr einleuchtende Anek­dote.

Highlight und Abschluss des Rundganges durch die öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten des Schlosses ist die Besichtigung des Rittersaales. „Sehr kurzweilig und hoch interessant“ lauten die Kommentare der Besucher, die sich mit freundlichem Applaus für den Schnellkurs in Steinfurter Geschichte und die pittoresken Einblicke bedanken.

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