Angeklagter hielt Ex-Freundin aus Eifersucht zwei Stunden lang in seiner Wohnung fest
Sechs Monate Knast für 40-jährigen Borghorster

Steinfurt -

Das Vorstrafen-Register des 40-jährigen Angeklagten, der am Dienstagmorgen vor dem Steinfurter Amtsgericht stand, ist lang: Seit 1998 war er immer wieder für verschiedene Delikte verurteilt worden, von Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Diebstahl, Urkundenfälschung, Erschleichung von Leistungen, Betrug las der Richter vor. Dafür saß der Borghorster bereits 15 Monate hinter Gittern, wegen einer Haftstrafe von weiteren fünf Monaten ist er derzeit noch auf Bewährung in Freiheit.

Dienstag, 02.07.2019, 16:56 Uhr
Angeklagter hielt Ex-Freundin aus Eifersucht zwei Stunden lang in seiner Wohnung fest: Sechs Monate Knast für 40-jährigen Borghorster
Foto: dpa

Aber auch das hielt ihn offenbar nicht davon ab, Anfang September vergangenen Jahres erneut straffällig zu werden. In der Anklageschrift wurden ihm Körperverletzung, Sachbeschädigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Am Tattag hatte seine als Zeugin geladene Ex-Freundin, eine 37-jährige Steinfurterin, bei ihm übernachtet. Mitten in der Nacht sei sie wach geworden, habe auf ihr Handy gesehen und sei dann in die Küche der Wohnung in der Borghorster Innenstadt gegangen. Dorthin sei ihr der Angeklagte gefolgt und habe ihr unterstellt, mit einem anderen Mann gechattet zu haben. Wütend vor Eifersucht habe er sie dann mit den Fäusten gestoßen, woraufhin sie einige Schritte zurückgestolpert und dann mit dem Kopf gegen eine Dachschräge geprallt sei. Als sie anschließend ihre Schminksachen aus dem Bad holten wollte, habe er diese an die Wand geworfen. Während sie diese wieder aufsammelte („Er weiß, dass meine Kosmetik mir heilig ist“) soll der 40-Jährige die Wohnungstür abgeschlossen und ihr Handy versteckt haben. Als sie dann die Wohnung verlassen wollte, habe er ihr weder die Tür geöffnet noch ihr Handy zurückgegeben. Erst nach ungefähr zwei Stunden, nachdem sie drohte, die Polizei zu rufen, habe der Angeklagte ihr das Handy zurückgegeben und sie endlich gehen lassen.

Eine Anzeige bei der Polizei erstattete die Frau erst später. Über längere Zeit habe der 40-Jährige versucht, ihre Rückkehr zu ihm zu erzwingen. Unter anderem habe er gedroht, ihrem Arbeitgeber zu erzählen, dass sie gestohlen habe. „Ich bin erst zur Polizei gegangen, als er einer Arbeitskollegin geschrieben hat, dass ich geklaut hätte.“

Der Angeklagte blieb die ganze Verhandlung über still und äußerte sich mit keinem Wort zu den Vorwürfen seiner Ex-Freundin, auch nicht bei den Schlussplädoyers, in denen der Staatsanwalt seine Überzeugung ausdrückte, dass sich die Tat genau so zugetragen hat wie von der Zeugin geschildert. Der Verteidiger äußerte Zweifel an der Schilderung der Zeugin, die allerdings von seinem schweigenden Mandanten nicht widerlegt wurde.

Beim Urteil blieb der Richter bei der Forderung der Staatsanwaltschaft und fasste die Einzelstrafen von sechs Monaten Haft für die Körperverletzung, zwei Monaten für die Sachbeschädigung und zwei Monaten für die Freiheitsberaubung zu einer Gesamtstrafe von sieben Monaten Gefängnis ohne Bewährung zusammen.

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