Viele Teenager knipsen in ihrer Freizeit Bilder, doch wie wird man ein richtiger Fotograf?
Fotografie, die junge Kunst

Wer sich selbst erfolgreich vermarkten will, der muss in den Sozialen Medien aktiv sein. Momentan ist Instagram gerade bei Jugendlichen das Netzwerk Nummer eins und jeder Star, der sich irgendwie vermarkten möchte, ist dort aktiv und hat auch Millionen von Followern. Facebook ist zwar immer noch groß, allerdings ist die Fotokultur bei den jungen Nutzern viel beliebter, weshalb Instagram auch den Markt übernommen hat. Kaum einer interessiert sich noch für lange Posts und Statusmeldungen, viel mehr möchte man doch Fotos davon sehen. Ganz egal, ob als richtigen Insta-Post, Story oder „Snap“ über Snapchat, Fotos dominieren die Jugendkultur.

Donnerstag, 11.07.2019, 11:24 Uhr
Die Jugendliche Kultur wird durch Instagram und Snapchat stark beeinflusst. Viele Jugendlichen entdecken dadurch die Fotografie als ihre Leidenschaft. Profi Eugen Oskamp (kl. Foto) gibt Tipps für eine Ausbildung zum Lichtbildner.
Die Jugendliche Kultur wird durch Instagram und Snapchat stark beeinflusst. Viele Jugendlichen entdecken dadurch die Fotografie als ihre Leidenschaft. Profi Eugen Oskamp (kl. Foto) gibt Tipps für eine Ausbildung zum Lichtbildner. Foto: Jonathan Pforr

Wahrscheinlich ist dies auch der Auslöser für viele junge Hobbyfotografen, die Kamera in die Hand zu nehmen und die Welt durch die Linse zu betrachten und Bilder mit persönlicher Note einzufangen. Allerdings geht es den Hobby-Knipsern selten um die Selbstdarstellung wie bei vielen anderen Influencern, sie sehen ihre Freizeitbeschäftigung als Kunst an. Die Welt aus ihren Augen festhalten, etwas in seiner natürlichen Schönheit ablichten, das ist es, was sie machen wollen. „Fotografie ist für mich eine Möglichkeit, Momente und Eindrücke festzuhalten und meine kreativen Ideen umzusetzen“, beschreibt Jonathan Pforr , 18 Jahre aus Steinfurt seine Leidenschaft.

Die Anfänge können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein. Jonathans Eltern gaben ihm in jungen Jahren schon den ersten Anstoß: „Mit zwölf habe ich meine erste Kamera geschenkt bekommen. Seitdem schaue ich quasi nach allem, was sich gut fotografieren lässt. Ich mache vor allem Landschaftsbilder oder Aufnahmen von Dingen aus dem Alltag. Faszinierend ist es auch immer, die Sterne in einer klaren Nacht einzufangen.“

Auch Luca Jacob aus Steinfurt hat das Fotofieber gepackt: „Es ist die Leidenschaft, den Moment festzuhalten, auch wenn es nicht immer einfach ist.“ Das richtige Motiv zu finden kann durchaus eine Herausforderung darstellen, gerade, wenn man noch nicht das Auge dafür entwickelt hat. Mit ein wenig Übung am Fotoapparat und einem Händchen für Bildbearbeitungsprogramme, kann dann im Endeffekt ein Kunstwerk entstehen, mit dem vor allem der Künstler selber zufrieden sein kann: „Ich möchte einfach meine Fotos so gestalten, wie ich das will. Mit jedem Bild dazulernen und den eigenen Fortschritt zu beachten, ist ein tolles Gefühl“, erzählt Yannik Sandfort, 19 Jahre aus Steinfurt und ebenfalls Hobbyfotograf.

Doch die Ausrüstung zum Fotos schießen ist nicht gerade billig. „Ich habe immer einen Großteil meines Geldes investiert und einiges meiner Ausrüstung gebraucht gekauft. Trotzdem muss man für bessere Bilder schon einiges an Geld in die Hand nehmen“, meint Jonathan Pforr.

In den seltensten Fällen geht es bei den Jugendlichen über die Hobbyfotografie hinaus. Geld verdient fast keiner damit, höchstens auf Hochzeiten in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis werden sie mal „engagiert“. Jonathan konnte ein paar Mal sein Taschengeld aufstocken: „Hin und wieder gab es von Freunden und Bekannten ein paar bezahlte Aufträge, das ist aber wirklich die Ausnahme.“

Eugen Oskamp ist seit vielen Jahren mit seinem Fotostudio in der Borghorster Innenstadt selbstständig. Der Schritt vom Hobbyfotografen zum hauptberuflichen Auftrags-Paparazzi ist aber auch trotz Vorerfahrung laut ihm immer mit Arbeit verbunden: „Gerade um sich selbstständig zu machen, ist es notwendig, eine fundierte Ausbildung bei einem Fotografenmeister zu absolvieren. Neben dem Talent an der Kamera gehören zu dem Handwerk noch viele andere Faktoren, wie zum Beispiel Buch- oder auch Menschenführung dazu. Es hilft nichts, wenn man die tollsten Bilder schießt, diese aber nicht vermarkten kann.“ Auch wenn eine dreijährige Ausbildung erst mal abschreckend wirken kann, so lernt der angehende Fotograf, worauf es bei seinen Bildern wirklich ankommt. „Bei Personenbildern ist es wichtig, die Persönlichkeit des Menschen widerzuspiegeln. Bei Bildern von Natur und Landschaft geht es vor allem darum, diese charaktervoll darzustellen, zum Beispiel mit Gegenlichtaufnahmen oder als Silhouetten. Für mich war die Arbeit mit Menschen der ausschlaggebende Punkt, ein Studio mit dem Fokus auf Portrait-Fotografie zu eröffnen.“

Die Ausbildung soll aber keine Abschreckung für die Jugendlichen sein, die wirklich daran denken, mit der Kamera ihr Geld zu verdienen. Es gibt durchaus Quereinsteiger in diesem Berufsfeld, allerdings hat sich bei den meisten hauptberuflichen Fotografen das nötige Know-How jenseits der Kamera bezahlt gemacht. Um also einen richtigen Einstieg in dieses Berufsfeld zu finden und seine Bilder an mehr Orten als nur auf Instagram zu vermarkten, empfiehlt es sich, wie bei jedem Handwerk, die Jahre zu investieren und sein Talent durch die richtige Anleitung weiter auszubauen.

Alexander Jacob &

Max Roll

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