Mediales Tanztheater „Trias“ nach Oskar Schlemmer wird im Gymnasium Arnoldinum aufgeführt
So tanzte das Bauhaus

Burgsteinfurt -

Am 21. September um 19.30 Uhr gastiert das „Theater der Klänge“ mit dem medialen Tanztheater „Trias“ nach Oskar Schlemmer zur Bauhaus-Gründung vor 100 Jahren im Gymnasium Arnoldinum.

Dienstag, 16.07.2019, 15:32 Uhr
Die Abstraktion des menschlichen Körpers überhöht und akzentuiert dessen allgemeine Eigenschaften und seine Geometrie.
Die Abstraktion des menschlichen Körpers überhöht und akzentuiert dessen allgemeine Eigenschaften und seine Geometrie.

1920 berief Walter Gropius Oskar Schlemmer an das Bauhaus nach Weimar. Dort wurde ihm die Leitung der Werkstatt für Wandbildmalerei übertragen, später die für Holz- und Steinbildhauerei. 1925 übersiedelte das Bauhaus nach Dessau, wo Schlemmer nun auch die Bauhausbühne als eigenständige Abteilung leitete. Er verfasste den grundlegenden Artikel „Mensch und Kunstfigur“, in dem er den Anspruch allgemeingültiger Typisierung mittels Maskierung und Kostümierung formulierte.

1922 wurde das Triadische Ballett in Stuttgart uraufgeführt. Schlemmer beschäftigte sich bei diesen Tänzen mit der korrespondierenden Beziehung zwischen Figur und Raum.

Das Triadische Ballett besteht aus Raum-, Formen- und Gestentanz. Drei Tänzer (eine Tänzerin und zwei Tänzer) bringen zwölf Stücken in insgesamt 18 Kostümen auf die Bühne. Triadisch ist abgeleitet vom griechischen „Dreiklang“ und bezeichnet die mehrschichtige, dreifache Ordnung, die diesen Tänzen zugrunde liegt: der choreografische Komplex Kostüm – Bewegung – Musik, die physischen Attribute Raum – Form – Farbe, die drei Raumdimensionen Höhe – Breite – Tiefe, die drei geometrischen Grundformen Kreis – Quadrat – Dreieck, die Grundfarben Rot – Gelb – Blau, Akteure sind drei Figuren.

„Das Triadische Ballett, das mit dem Heiteren kokettiert, ohne der Groteske zu verfallen, das Konventionelle streift, ohne mit dessen Niederungen zu buhlen, zuletzt Entmaterialisierung der Körper erstrebt, ohne sich okkultisch zu sanieren, soll die Anfänge zeigen, daraus sich ein deutsches Ballett entwickeln könnte, das in Stil und Eigenart so verankert wäre, um sich gegenüber vielleicht bewundernswerten, doch wesensfremden Analogien zu behaupten (schwedisches, russisches Ballett)“, schrieb Schlemmer 1922 in einem Tagebucheintrag.

Das Triadische Ballett ist in erster Linie durch die Gestaltung seiner Figuren, durch die Kostüme gekennzeichnet und einmalig. Die Figuren tragen Titel wie „Spirale“ oder „Drahtfigur“.

Die einfache, klare Gestaltung unter Verwendung geometrischer Formen entspricht Schlemmers aus seinen Studien und Bildern bekannten Formensprache. Die Abstraktion des menschlichen Körpers verleugnet diesen jedoch keineswegs, sondern überhöht und akzentuiert dessen Eigenschaften, dessen Geometrie. Die Kostüme geben den Figuren aber auch Individualität und schaffen Eigenarten. Karten gibt es bei Steinfurt Marketing und Touristik, Telefon 0 25 51 / 13 83.

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