50-jähriger Burgsteinfurter warf Scheiben der Neuapostolischen Kirche mit Steinen ein
Gemeindemitglieder lauerten Randalierer auf

Steinfurt -

Was den 50-jährigen Burgsteinfurter dazu bewogen hat, Anfang dieses Jahres über mehrere Wochen immer wieder Steine gegen die Kirche der Neuapostolischen Gemeinde am Vogelsang zu werfen und damit Beschädigungen im vierstelligen Eurobereich zu verursachen, blieb bei der Verhandlung vor dem Steinfurter Amtsgericht im Dunkeln.

Donnerstag, 01.08.2019, 16:48 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 14:52 Uhr

Dabei war der Angeklagte viele Jahre selbst in der Gemeinde aktiv, bis er 2015 austrat. Nur so viel sagte der Angeklagte: „Ich bin nicht wegen der Glaubensgeschwister ausgetreten.“

Am 12. März hatte ein als Zeugen geladenes Ehepaar den Mann auf frischer Tat erwischt – nachdem sich Mitglieder der Gemeinde zuvor bereits 20 Tage lang in den späten Abendstunden auf die Lauer gelegt hatten, um den oder die Täter zu ermitteln, die seit Wochen immer wieder für Beschädigungen an ihrer Kirche gesorgt hatten. An jenem Abend sei der 50-Jährige zunächst über das Nachbargrundstück gelaufen, offenbar um eine Lücke in dem nach den ersten Beschädigungen errichteten Zaun zu suchen. Als er dort offenbar keinen Durchgang fand, sei er über das Eingangstor geklettert. Dabei habe er einen Bewegungsmelder ausgelöst, der ein Licht einschaltete. „Da habe ich gleich das Gesicht erkannt“, sagte der junge Mann, der sich mit seiner Frau im Jugendraum der Kirche versteckt hatte. Eigentlich habe er eine Bande Jugendlicher oder ähnliches erwartet. „Ich dachte nur: Der? Echt jetzt?“

Kurze Zeit später habe er die erste Fensterscheibe klirren hören. Dann sei er mit einem Besenstiel bewaffnet nach draußen gegangen, um den Randalierer zu stellen. In der Zeit sei das zweite Fenster eingeworfen worden. Als er den Angeklagten erreichte, habe er ihm aus kurzer Distanz ins Gesicht sehen können und ihn ermahnt, doch damit aufzuhören – aber da sei auch schon die dritte Scheibe kaputt gewesen. Erst als er darauf hinwies, dass gleich die Polizei eintreffen werde, sei der Mann geflohen.

Auch wenn der Angeklagte die Tat bestritt, sah die Richterin die Aussagen der Zeugen als glaubwürdig an und verurteilte den bis dahin polizeilich nie in Erscheinung getretenen 50-Jährigen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je zehn Euro.

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