Erntebilanz in Steinfurt
Getreide mäßig, Mais kritisch

Steinfurt -

Der Getreide-Erntestress ist für die Landwirte überstanden. Von Aufatmen kann aber keine Rede sein. Mit Sorge blicken sie auf die Entwicklung des Mais, der sowohl als Futterpflanze als auch als Energieträger wichtige Funktion hat. Die anhaltende Trockenheit lässt alles andere als einen guten Ertrag erwarten.

Montag, 05.08.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 11:36 Uhr
Die LOV-Mitglieder Werner Prümers, Henning Stoyke, Hendrik Hesseler und Maik Schulze tho Gempt (v.l.) schauen mit Sorge auf die Maisernte und mit noch ein wenig mehr in die Zukunft.
Die LOV-Mitglieder Werner Prümers, Henning Stoyke, Hendrik Hesseler und Maik Schulze tho Gempt (v.l.) schauen mit Sorge auf die Maisernte und mit noch ein wenig mehr in die Zukunft. Foto: rs

Die Getreideernte haben die Landwirte abgehakt – aktuell ist es der Mais, der ihnen Sorgen bereitet. Eingerollte, teils braune Blätter und Pflanzen, die nicht mal einen Meter Höhe erreichen sind auch auf den Steinfurter Äckern zu sehen. „Es hängt sehr vom Standort ab“, weiß Henning Stoyke . Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Burgsteinfurt war noch am Wochenende auf lokaler Ackerbesichtigungstour und hat dabei sehr unterschiedliche Situationen, oft nur wenige Meter voneinander entfernt, vorgefunden. Wo wasserführende Schichten oberflächennah verlaufen, stehe der Mais gut. An anderen Stellen, vornehmlich auf kargen Sandböden, lohne es nicht mal, den Häcksler anzuwerfen, gibt Stoyke seine sehr differenten Eindrücke wieder.

Die Landwirtschaft ist vom Wetter abhängig. Das kennen die Bauern. Der Blick auf den Wetterbericht oder die Wetter-App ist tägliches Ritual. Aktuell aber ist Regen wirklich das Zünglein an der Waage, wenn es darum geht, wie die Maisernte ausfällt. Wenn es kurzfristig regnet, könnte mancher Maisanbauer wieder Hoffnung schöpfen. „Wenn richtig Regen kommt dieser Tage, dann ist das gut“, weiß Stoyke. Der Milchviehhalter ist davon überzeugt, dass der Körnerertrag so noch signifikant gesteigert werden kann. Die Kolben des Maises, eines im Ursprung tropischen Gewächses, bilden sich derzeit noch aus. Sie liefern die mit Abstand meiste Energie der Pflanze. Der Körnermais ist vor allem als Tierfutter zum Beispiel in der Schweinemast begehrt.

Zünglein an der Waage

Regnet es in dieser entscheidenden Phase nicht oder zu wenig, bleibt diese Kolbenbildung aus. Dann werden die Pflanzen gehäckselt und siliert. Für die Schweinemäster ein Dilemma: Sie müssten die frühzeitig gehäckselte Silage an Rindviehhalter oder Biogasanlagenbetreiber verkaufen – und von dem Erlös das Futter für ihre Schweine kaufen. Und hoffen, dass sie am Ende zumindest bei plus minus Null wieder rauskommen.

Ob die Trockenheit der vergangenen beiden Sommer die Landwirte dazu veranlassen wird, künftig verstärkt solche Maissorten anzubauen, die mit den besonderen Bedingungen besser klarkommen, kann Stoyke nicht sagen. Es gebe diese Sorten mittlerweile in großer Zahl am Markt. Ihr Nachteil sei jedoch, dass sie einen geringeren Ertrag brächten.

„Mit blauem Auge“

Was die Getreideernte anbelangt, zeigt sich, dass es auch in diesem Fall auf den Untergrund ankommt. Insgesamt spricht Stoyke von einem durchschnittlichen Ernteertrag. „Wir sind da mit einem blauen Auge davongekommen“, meint der LOV-Chef.

Deutlich schlechter sieht es bei der Grasernte, für ihn als Milchviehhalter besonders wichtig, aus. „Die dritte Mahd ist auch in diesem Jahr wieder komplett ausgefallen“, berichtet der LOV-Vorsitzende. Für ihn ein „Schlag ins Kontor“, da es keine Vorräte mehr gibt und Futter für teures Geld hinzugekauft werden muss.

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