Pegelstand Steinfurter Aa
Angespannt, aber nicht dramatisch

Steinfurt -

An der Ems wurde Anfang des Monats ein historisch tiefer Pegelstand gemessen. Wie sieht es an der heimischen Aa aus? Leidet das Ökosystem unter der Trockenheit? Die WN fragten bei Vertretern der beiden Steinfurter Angelvereine nach, deren Pachtgewässer der Fluss seit Jahren ist. Demnach ist die Situation angespannt, aber (noch) nicht dramatisch.

Dienstag, 13.08.2019, 20:00 Uhr
Die Aa führt derzeit nur wenig Wasser, wie auf dem Foto, aufgenommen am Wohngebiet Spinnerei Rolinck, deutlich sichtbar wird.
Die Aa führt derzeit nur wenig Wasser, wie auf dem Foto, aufgenommen am Wohngebiet Spinnerei Rolinck, deutlich sichtbar wird. Foto: rs

„Historischer Tiefstand: Pegel der Ems liegt nur noch bei 70 Zentimeter“, das meldete die benachbarte Münsterländische Volkszeitung Anfang August. Und fragte provokant: „Wo soll das noch hinführen?“ Und bei der Steinfurter Aa? Der vom Landesumweltamt täglich veröffentlichte Pegelstand des heimischen Fließgewässers verheißt auf den ersten Blick ebenfalls nichts Gutes: Nur neun Zentimeter betrug der Wert für zu Wochenbeginn am Messpunkt Wettringen/B 70.

Hört sich dramatisch an, ist es aber wohl (noch) nicht. Der mittlere Wasserstand beträgt an dieser Stelle „nur“ rund 30 Zentimeter, das mittlere Niedrigwasser beträgt rund elf Zentimeter. Alles also in Anbetracht der seit langem anhaltenden Trockenheit noch im grünen Bereich? Die WN fragten bei den beiden Angelvereinen in Steinfurt nach, deren Pachtgewässer die Aa im jeweiligen Stadtteil schon seit vielen Jahren ist.

„Wir waren schon ein paar Mal zusammen mit dem Fachdienst Umwelt der Stadtverwaltung an der Aa und haben uns die Situation angeschaut“, berichtet Florian Isbrecht auf Anfrage. Gemeinsam sei man zu der Erkenntnis gekommen, dass die Lage an der Aa (noch) relativ entspannt sei, fasst das Vorstandsmitglied des ASV Borghorst das Ergebnis zusammen. Die Wasserstände auf Borghorster Gebiet seien noch so hoch, dass Fische keine Probleme bekämen.

Fische schnappten nach Luft

Nur in jener Woche, als die Temperaturen kurzzeitig an der 40-Grad-Marke kratzten und sie kurzzeitig sogar überschritten, seien die Petrijünger schon alarmiert gewesen. „Da haben uns besorgte Bürger angerufen, weil sie Fische an der Oberfläche nach Luft schnappend beobachtet haben“, berichtet Isbrecht. Insgesamt profitiere der Fluss von relativ hohen Grundwasserständen in seiner Umgebung, nennt das Vorstandsmitglied des ASV Borghorst einen Grund, warum die Lage noch vergleichsweise unkritisch ist. Zudem laufe die Aa an vielen Stellen durch bewaldetes Gebiet. „Die Sonneneinstrahlung ist dort geringer, die Verdunstung niedriger.“

„Wir haben schon ein sehr klar erkennbares Niedrigwasser derzeit. Die Gefahr eines Fischsterbens besteht meines Erachtens jedoch nicht“, beurteilt Rainer Gremplinski vom Nachbarverein ASV Burgsteinfurt die Lage ähnlich wie sein Anglerkollege aus Borghorst. Es gebe immer noch viele tiefere Stellen der Aa, an die sich die Fischbestände zurückziehen könnten, wenn es an anderer Stelle schon kritischer werde. Die neun Zentimeter am Pegel Wettringen/B 70 seien durchaus möglich, seien aber nur ein punktueller Wert.

Wasserproben

Wie auch in den Angelseen in Sellen nähmen die ASV-Angler fast täglich Wasserproben, um unter anderem den pH-Wert zu messen. Dies nicht ohne Grund: Im vergangenen Jahr drohte der Seller See kurzzeitig zu kippen.

Dass der Kreis ein Entnahmeverbot von Flusswasser aus den Flüssen seiner Zuständigkeit, darunter auch die Steinfurter Aa, erlassen hat, findet Gremplinski sinnvoll – auch wenn es mit Ernteeinbußen für die Landwirtschaft verbunden sein wird. Gremplinski nimmt kein Blatt vor den Mund wenn er sagt: „Wir haben jetzt den zweiten Sommer in Folge mit dieser lang anhaltenden Trockenheit, noch einen dritten müssen wir nicht mehr haben.“

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