Vorbereitungen am Emswehr
Maßnehmen für neue Ems-Riegel

Warendorf -

Als Robert Loth aus dem Schacht steigt, garniert ein feiner Belag aus Laubresten die Schulter seiner Arbeitsjacke – zusammengehalten von Spinnweben. Das kennt Loth. Der Chef der Oerlinghauser Firma Maier ist enge und dunkle Arbeitsplätze wie diesen gewohnt: das Emswehr. Freitagmorgen lassen sein Team und er dem Fluss freien Lauf. Per Kettenzug heben sie die beiden Schützenwehre aus Holz, legen die große stählerne Stauklappe sozusagen flach. Dass sie das per Hand machen müssen, erklärt auf einen Blick, warum sie hier sind. Auch die Hydraulik, die die Flussregulierung ermöglicht, ist verschlissen: „Wir sanieren das gesamte Wehr.“

Freitag, 30.08.2019, 20:00 Uhr
Robert Loth im Untergrund des Emswehrs. Er nimmt gerade die Maße an einem der hölzernen Schützenwehre.
Robert Loth im Untergrund des Emswehrs. Er nimmt gerade die Maße an einem der hölzernen Schützenwehre. Foto: Jörg Pastoor

Nach 50 Jahren ist es Zeit für Ersatz

Das hat, wie in den WN mehrfach berichtet, nach gut einem halben Jahrhundert Betrieb diesen Eingriff auch nötig. Genaue Dokumentationen zum Bau hat Udo Bierbaum nicht. „Ungefähr 50 Jahre“, sagt der städtische Sachgebietsleiter, der gerade vor Ort nach dem Rechten schaut. Er war es, der dem Fachausschuss vor kurzem mitgeteilt hatte, dass es höchste Zeit sei, etwas zu tun. Konkret heißt das: Eine neue Stauklappe muss her, die beiden Holzwände teils saniert werden. „Die Bretter, die im Wasser sind, halten ja quasi ewig.“ Klar: Wo kein Sauerstoff hinkommt, fault auch nichts. Oben an der Kante eines Wehrs, die ständig Hitze, Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sieht das schon auf den ersten Blick anders aus.

Wir nehmen Stahl, der speziell beschichtet ist(...)

Robert Loth

Haupt-„Patient“ ist aber die große Wehrklappe. So etwas kriegt die Stadt nicht von der Stange, das ist ein Einzelstück. Und kommt? Aus Oerlinghausen. „Wir bauen das“, erklärt Robert Loth , während seine Leute sich weiter um die Warendorfer Baustelle kümmern. Je nach Einsatzort und -zweck differiere das Material. „Wir nehmen Stahl, der speziell beschichtet ist, aber je nachdem auch Edelstähle.“

Die Ems braucht ein neues Wehr

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Doch das kommt später. Vor allem anderen war Freitag der Tag der Aufmaße. „Wir nehmen die Profile auf, die Abstände und Höhen“, erklärt Robert Loth und verweist für weitere Fragen an die Stadt, an die er ein Lob los wird: „Die Stadt hat da aus meiner Sicht ausgesprochen kompetent und vernünftig gehandelt“. Womit er ausdrückt, dass hier kein Stückwerk geplant sei. Auch auf den Beton im unmittelbaren Wehrbereich schaue man. Wenn da etwas zu tun sei, kümmere sich ein Fachbetrieb drum.

Das ist schon nicht alltäglich.

Sachgebietsleiter Udo Bierbaum

Neben einigen wenigen Schaulustigen, die den niedrigen Wasserstand des Ems-Oberlaufs anschauen, kommt Duo Bierbaum kurz ins Gespräch mit den WN. „Das ist schon nicht alltäglich. Aber es wird noch viel beeindruckender, wenn alles demontiert wird – das sind ja schon Massen an Material.“ Dafür sei ein spezieller Schwerlastkran nötig. Wann, steht noch nicht fest. aber das ungefähre Drehbuch von Robert Loth schon. „Wenn uns das Wetter hold ist, hoffen wir, dass wir es vor Weihnachten schaffen.“ Am Nachmittag schieben die Oerlinghauser der Ems aber erst mal wieder ihren Riegel vor. Wenn es nicht regnen sollte, dürfte es ein paar Tage dauern, bis der Pegel auf Normalmaß ist.

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