Flötist Erik Bosgraaf und das „Ensemble Cordevento“ überzeugen
Hoch virtuos und phänomenal

Steinfurt -

Hoch virtuos und geradezu phänomenal begann die neue Konzertsaison in der Bagno-Galerie am Samstagabend. Erik Bosgraaf, ein wirklicher Ausnahmemusiker auf der Blockflöte, hatte das höchst aufmerksame fünfköpfige „Ensemble Cordevento“ um sich versammelt und zusammen zelebrierten sie einen regelgerecht spannungsgeladenen Barockabend.

Sonntag, 01.09.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 14:42 Uhr
Erik Bosgraaf, ein wirklicher Ausnahmemusiker auf der Blockflöte, hatte das höchst aufmerksame fünfköpfige „Ensemble Cordevento“ in der Bagno-Konzerthalle um sich versammelt. Gemeinsam boten die Musiker ein beeindruckendes Konzert
Erik Bosgraaf, ein wirklicher Ausnahmemusiker auf der Blockflöte, hatte das höchst aufmerksame fünfköpfige „Ensemble Cordevento“ in der Bagno-Konzerthalle um sich versammelt. Gemeinsam boten die Musiker ein beeindruckendes Konzert Foto: Martin Fahlbusch

Dieser bewies nicht nur, dass eine solche konzentrierte Musikerschar auch Blitz, Donner und Starkregen – zumindest musikalisch – die Stirn bieten kann, sondern zeigte auch, wie empfindlich gerade die Darmsaiten der beiden Violinen auf die im Saal vorherrschenden Feuchtigkeits- und Temperaturunterschiede reagierten und der Anspannung gleich zweimal nicht widerstehen konnten.

Kein Problem übrigens, wenn man so einen versiert moderierenden Flötenkünstler in seinen Reihen weiß, der charmant und kenntnisreich beim Saitenwechsel in die Geheimnisse des Flötenbaus und extravaganter Spieltechnik mit Oberschenkelunterstützung einführte.

Im der eingangs gespielten Bearbeitung des Concerto G-Dur nach BWV 215 und 32 von Johann Sebastian Bach war Erik Bosgraaf bemüht, den Dialog mit den anderen Instrumenten zu suchen, bewies aber beispielsweise im Adagio sein tiefes Musikverständnis, in dem er nicht nur fingerfertig auf der Flöte zauberte, sondern die Bögen zart und anrührend ausgestaltete.

Ein weiteres Geheimnis dieses nicht nur ob der Temperaturen schweißtreibenden Konzertabends war die regelrecht pfiffige Programmgestaltung, die vor er Pause einen flötenbetonten Blick in das Opernschaffen von Georg Friedrich Händel vermittelte. Hier wird vor allem die wunderbar auf der Altblockflöte von Erik Bosgraaf vorgetragene Arie „Verdi prati“ aus der Oper „Alcina“ im musikalischen Gedächtnis bleiben. Bosgraaf führte neben der in „C“ und „H“ gestimmten Sopranblockflöte nicht nur seine außerordentlichen Spielfertigkeiten und seine fantastischen Anblastechniken vor, sondern glänzte regelrecht und atemraubend auf der noch kleineren Sopranino-Blockflöte bei den erheblichen Herausforderungen von zwei rasant wie gefühlvollen Vivaldi-Kompositionen jeweils am Ende der Konzerthälften.

Klug auch, nach der Pause ein Flötenkonzert (Concerto in a-moll) des wohl weniger bekannten Nicola Fiorenza einer aufmerksamen wie durchweg begeisterten Zuhörerschar vorzustellen, das seine angenehme Spannung aus dem Satzwechsel von „Grave“ und „Allegro“ schüpfte.

Besonders überzeugend war nicht zuletzt in einem weiteren Flötenkonzert von Johann Sebastian Bach, dass Erik Bosgraaf sein verzierungsreiches und virtuoses Solospiel nie auf irgendwelche Effekte ausrichtete und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter einfach durch hohe Musikalität und Gestaltungssicherheit überzeugten. Selbstredend erklatschte sich das begeisterte Publikum gleich mehrere Zugaben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6890102?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Klassenausflug zum Klimastreik ist nur die Ausnahme
Besonders die Schülerinnen und Schüler kamen am Freitag mit zahlreichen kreativen, selbst gemalten Transparenten zum Klimastreik auf den Prinzipalmarkt.
Nachrichten-Ticker