ASW tagt zum letzten Mal mit Karin Grave und Maria Lindemann
Das Team bricht auseinander

Steinfurt -

In den meisten Fällen sind Jahresberichte eine eher emotionslose Angelegenheit. Als Marion Niebel, Debbie Kattenbeck und Karin Grave jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (ASW) die Berichte für die Steinfurt Marketing und Touristik und die städtische Wirtschaftsförderung ablieferten, schwang in vielen Sätzen eine ordentliche Portion Wehmut mit.

Donnerstag, 05.09.2019, 16:34 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 15:52 Uhr
Zum Abschied überreichte ASW-Vorsitzender Rudolf Dieckmann einen Blumenstrauß an Karin Grave, für die es die letzte Teilnahme an dem Ausschuss im Steinfurter Rathaus war.
Zum Abschied überreichte ASW-Vorsitzender Rudolf Dieckmann einen Blumenstrauß an Karin Grave, für die es die letzte Teilnahme an dem Ausschuss im Steinfurter Rathaus war. Foto: Bernd Schäfer

„Ein eingespieltes Team bricht auseinander – wir alle werden das in den nächsten Monaten zu spüren bekommen“, bedauerte SMarT-Geschäftsführerin Marion Niebel , dass mit Karin Grave und Maria Lindemann demnächst gleich zwei für ihren Bereich wichtige Kontakte das Rathaus verlassen: Karin Grave wechselt Ende September zur Stadtverwaltung Münster, die Erste Beigeordnete tritt am 1. November ihr neues Amt als Bürgermeisterin in Spelle an. „Damit droht uns ein großer Kompetenzverlust.“

Dass diesmal ein gemeinsamer Bericht aus zwei Sparten vorgetragen wurde, erklärte Niebel gleich zu Anfang: „Was wir bei SMarT machen, ist auch ein ganz wichtiger Teil der Wirtschaftsförderung.“ Schließlich kurbeln Touristen und Besucher das Geschäft der Kaufleute an.

Nicht nur, aber auch bei den Stadtfesten: „Wir haben durch Personenbefragungen festgestellt, dass zum Beispiel Schweinemarkt und Bagno-Soundgarden immer stärker auch Tourismusfaktoren sind.“

Immer mehr Bedeutung erhielten auch die „Trauzimmer“ in der Hollicher Mühle, im Alten Rathaus, auf dem Hof Floer oder in der Bagno-Konzertgalerie. „Diese Trauorte waren Anfang des Jahres fest ausgebucht – und das gilt auch schon für Anfang 2020“, beschrieb Niebel das rege Interesse. Auch die Zahl der Übernachtungen in Steinfurt steige immer weiter, ebenso wie das Interesse an Wandertouren. „Das Thema wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut.“

Ein paar Kritikpunkte hatte sie jedoch ebenfalls im Gepäck: Die Rückgabe der Stadtfest-Organisation an die Werbegemeinschaften habe nur bedingt funktioniert. Überhaupt hätten es die Werbegemeinschaften derzeit schwer: „Wir müssen aufpassen, dass die uns nicht kaputt gehen.“ Und: „Dass Radwege aus dem Bagno ausgelagert werden ist aus touristischer Sicht eine Katastrophe.“ Politik und Verwaltung haben sich für eine Verlegung von sechs Radrouten auf den Nünningsweg ausgesprochen, um Zuschüsse vom Land zu erhalten.

Im Themenbereich Citymanagement war Karin Grave optimistisch, dass der neue digitale Einkaufsgutschein bereits zum kommenden Weihnachtsgeschäft eingeführt werden kann. Positive Auswirkungen erwartet sie auch von der Teilnahme am Leader-Projekt „Steinfurter Marktland“.

Debbie Kattenbeck beschrieb die Aktivitäten der Wirtschaftsförderung, zu denen die Organisation von Unternehmensfrühstücken, Betriebsbesuche sowie die Begleitung bei Wettbewerben und Vertragsverhandlungen gehören. Und die Marktbeobachtung von Grundstücksflächen: Im Jahr 2018 habe die Stadt 5,6 Hektar landwirtschaftliche Flächen in ihren Besitz bringen können, in diesem Jahr 4,25 Hektar.

Allerdings stoße sie in ihrem Bereich an Kapazitätsgrenzen. Deshalb soll demnächst gemeinsam mit Bürgermeisterin Bögel-Hoyer und der Politik ein Workshop durchgeführt werden, der sich mit der Frage beschäftigt: „Wohin möchten wir in der Wirtschaftsförderung?“ Denn schon jetzt sei nicht mehr alles leistbar, was auf dem Aufgabenwunschzettel steht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6902527?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Klassenausflug zum Klimastreik ist nur die Ausnahme
Besonders die Schülerinnen und Schüler kamen am Freitag mit zahlreichen kreativen, selbst gemalten Transparenten zum Klimastreik auf den Prinzipalmarkt.
Nachrichten-Ticker