Bewegung in den Gesprächen um die Websaal-Bebauung
Silberstreif am Horizont

Borghorst -

Der Dornröschenschlaf dauert schon Jahrzehnte. Nach vielen Versuchen in der jüngsten Vergangenheit, die Planungen für die Bebauung des Websaal-Geländers voranzutreiben, deutet sich für die nächste Woche der berühmte Silberstreif am Horizont an.

Mittwoch, 11.09.2019, 19:00 Uhr
Auf dem Flachdach der Fabrikruine wuchert ein Birkenwald. Wann der Abriss der letzten Hallen auf dem Websaal-Areal erfolgt, ist derzeit noch unklar.
Auf dem Flachdach der Fabrikruine wuchert ein Birkenwald. Wann der Abriss der letzten Hallen auf dem Websaal-Areal erfolgt, ist derzeit noch unklar. Foto: Axel Roll

Auf den letzten Flachdächern der Kockschen Fabrikhallen wuchert mittlerweile ein ansehnliches Birkenwäldchen. Ein Anblick mit Symbolcharakter. Das Areal, auf dem einst halb Borghorst Lohn und Arbeit fand, schläft weiter seinen Dornröschenschlaf. Wann die Überreste der einst stolzen Textil-Dynastie geschliffen werden, steht immer noch in den Sternen, wie der zuständige Fachbereichsleiter Stefan Albers am Dienstagnachmittag den Mitgliedern des Kreis-Naturschutzbeirates erklärte (diese Zeitung berichtete ausführlich). Hinter den Kulissen hat sich aber offensichtlich was getan. Schon in der kommenden Woche könnte einer der derzeit größten Brocken, die den Weg für eine Bebauung versperren, aus dem Weg geräumt werden. . .

Kuh vom Eis

„Alle am Verfahren Beteiligten werden bei einem Termin in Steinfurt an einem Tisch sitzen, um die Kuh vom Eis zu holen“, sagte Udo Merkens auf Anfrage. Der Projektentwickler ist optimistisch, dass das auch tatsächlich klappt. „Die Zeichen, die wir bekommen haben, stimmen uns positiv.“

Es geht um komplizierteste „Juristerei“, wie Merkens erläuterte. Im Mittelpunkt steht der Kaufvertrag, der zwischen dem Investor und der insolventen Heinrich-Arnold-Neisse Vermietungs- und Verwaltungsgesellschaft immer noch nicht scharf geschaltet ist. Erst wenn der Eigentümerwechsel auch tatsächlich vollzogen ist, können logischerweise die nächsten Schritte hin zu einer Bebauung in Angriff genommen werden.

Hilfe beim Land

Udo Merkens beobachtet auf städtischer Seite mittlerweile ein großes Bemühen, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Der Projektentwickler wörtlich: „Man neigt sich verstärkt in unsere Richtung.“ Dass sich die Verwaltung zwischenzeitlich für die Entwicklung des Areals Hilfe beim Land holt, ist für ihn „völlig in Ordnung“. Mit den Leuten von NRW-Urban, einer Gesellschaft des Landes, die sich zusammen mit den Kommunen darum kümmert, Industriebrachen wie das Websaalgelände zu neuem Leben zu erwecken, könne man sehr gut zusammenarbeiten.

Gesundheitszentrum

Stefan Albers, im Rathaus verantwortlicher Stadtplaner, sieht dem Silberstreif am Horizont zum Trotz noch einen langen Weg bis zum ersten Spatenstich, wie er am Dienstag vor dem Naturschutzbeirat betonte. Bei der Gelegenheit erläuterte er noch einmal das Konzept, das auf dem 25 000 Quadratmeter großen Areal verwirklicht werden soll. Neben dem Wohnen und einer Pflegeeinrichtung soll eine Rehabilitationsklinik entstehen, in der sich die Patienten aus dem benachbarten Marienhospital nach ihren Hüftoperationen erholen können. Stefan Albers: „Es gibt immer mehr Betroffene, die nach so einer OP nicht weit für ihre Reha fahren wollen.“ Ein weiterer Baustein für so ein Gesundheitszentrum in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus könnte nach den Worten von Stefan Albers eine Kurzzeitpflege sein, die in Kooperation mit dem Universitätsklinikum realisiert werden könnte.

Parkdeck am Hospital?

Um den Parkdruck aus dem Viertel zu nehmen, gab es schon vor der Übernahme des Marienhospitals durch das UKM Überlegungen, auf dem bestehenden Parkplatz ein Parkdeck zu errichten. Ob diese Pläne noch weiterverfolgt werden, konnte Stefan Albers nicht sagen.

Die Frage aus dem Beirat nach Altlasten im Boden beantwortete der Fachdienstleiter relativ entspannt: „Da sind wir eigentlich clean.“ „Eigentlich“ deswegen, weil im Keller des Fabriklagers noch Altöl vermutet wird.

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