Eröffnung der Fairen Wochen im Borghorster Gymnasium
„Da läuft Einiges schief“

Steinfurt -

Isabell Ullrich wurde deutlich: „Damit wir billige Klamotten tragen können, mussten in Bangladesch 1000 Menschen sterben.“

Freitag, 13.09.2019, 16:22 Uhr
Die Eröffnung der Fairen Woche fand am Freitagmorgen im Borghorster Gymnasium statt.
Die Eröffnung der Fairen Woche fand am Freitagmorgen im Borghorster Gymnasium statt. Foto: Axel Roll

Ihre Schlussfolgerung, die nicht nur auf das Unglück vor sechs Jahren in Dhaka fußt: „Da läuft Einiges schief.“ Die Mitarbeiterin der münsterischen Initiative Romero erklärte den Mittel- und Oberstufenschülern in der Mensa des Borghorster Gymnasiums aber auch, was sie gegen unmenschliche Produktionsbedingungen, Ausbeutung und Ressourcenverschwendung tun können: demonstrieren, Kleidung tauschen, reparieren oder im Second-Hand-Laden kaufen. Und sich vorher die Frage stellen: „Brauche ich das wirklich?“

Nicht nur den Schülern, die am Freitag bei der Eröffnung der Fairen Woche in Steinfurt dabei waren, bieten sich noch zahlreiche Möglichkeiten, sich über Nachhaltigkeit, Klimaschutz und fairen Handel zu informieren. Bis zum 9. Oktober gibt es in beiden Stadtteilen eine Vielzahl von Veranstaltungen zum Thema.

Dass Demonstrieren tatsächlich Wirkung zeigen kann, machte Isabell Ullrich am Beispiel der Primark-Eröffnung in Münster deutlich: Nach der Übergabe von 70 000 Unterschriften veröffentlicht das Unternehmen mittlerweile die Namen   der Fabriken, in denen der Textilriese die Billig-Klamotten produzieren lässt. Silke Wesselmann als Leiterin des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises stellte die Frage nach Fairness.

„Ist es fair, dass wir, nur weil wir es uns leisten können, in den Urlaub fliegen, obwohl es fünf Milliarden Menschen nicht bezahlen können?“ Silke Wesselmann forderte die Schüler auf, für mehr Gerechtigkeit in der Welt zu kämpfen – und den Konsum einzuschränken. „Es geht den Anbietern doch mittlerweile nicht mehr darum, Bedarfe zu decken, sondern welche zu wecken“, betonte die Amtsleiterin.

Als Beispiel nannte sie die Modekette H&M. Mittlerweile stelle sie jede Woche eine neue Kollektion vor. Im Durchschnitt kaufe jeder Mensch pro Jahr 60 Kleidungsstücke. Die Folge dieses verschwenderischen Umgangs mit den Ressourcen: Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist mittlerweile so groß, dass es eigentlich drei Welten geben müsste. „Wir haben aber nur eine.“

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer forderte die Jugendlichen und Erwachsenen auf, beim Kauf aufs Etikett zu schauen. „Wir müssen uns Gedanken machen, wo die Sachen herkommen“, so die Erste Bürgerin. Schließlich „sind wir selbst dafür mitverantwortlich, wenn in anderen Teilen der Welt Menschen unter schlimmen Bedingungen arbeiten müssen.“ Stolz ist die Bürgermeisterin darauf, dass Steinfurt Fair-Trade-Stadt ist. Sie sei bemüht, diesen Gedanken auch in die Partnergemeinden Neubukow, Liedekerke und Rijssen zu tragen.

In der letztgenannten Stadt hat die Idee bereits gefruchtet.Auf Initiative der Schüler will auch das Gymnasium Borghorst Fair-Trade-School werden. Anja Rademacker ist als engagierte Mutter Mitglied im Umsetzungsteam – und erläuterte, welche Schritte noch zu gehen sind. „Wir sind schon eingetragen“, so die Teamsprecherin. Sie hofft darauf, dass schon bald im Lehrerzimmer fair gehandelter Kaffee getrunken wird.

Dass sich aus Recycling-Materialien schicke Kleider machen lassen, zeigte Lehrerin Andrea Dedio mit ihren Schülerinnen der Technischen Schulen. In dem Film über ihre Modenschau der besonderen Art ging eine Braut mit einem Kleid aus Gummihandschuhen über den Laufsteg.

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