Faire Woche: Geschlechterrollen in den verschiedenen Kulturen
Aufforderung zum Dialog

Burgsteinfurt -

Beim „Faire Frühstück“ stand das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ im Mittelpunkt. Sozialanthropologin Elisabeth Addick widmete sich in einem Vortrag dem Geschlechtsrollenverständnis in verschiedenen Kulturen.

Sonntag, 22.09.2019, 14:14 Uhr
Ulrike Wanink (l., Eine-Welt-Gruppe Steinfurt) bedankte sich mit einem fairen Präsent bei Elisabeth Addick vom Verein „Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung“ aus Münster.
Ulrike Wanink (l., Eine-Welt-Gruppe Steinfurt) bedankte sich mit einem fairen Präsent bei Elisabeth Addick vom Verein „Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung“ aus Münster. Foto: Mertins

Mango-Marmeladen aus Swasiland zu genießen und dabei eine Menge über das Rollenverständnis von Frauen und Männern in anderen Kulturen zu erfahren – das „Faire Frühstück“ im evangelischen Gemeindezentrum machte es möglich. Im Rahmen der Fairen Woche hatte die Eine-Welt-Gruppe Steinfurt ein buntes, vegetarisches Buffet aus fair gehandelten Produkten vorbereitet und die Sozialanthropologin Elisabeth Addick zu einem Impulsvortrag eingeladen.

Addick ist Mitglied des Vereins „Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung“ (ESE) in Münster, der sich „als Fachstelle für Interkulturelle Kompetenz und professionellen Ansprechpartner für alle Bereiche des interkulturellen Zusammenlebens“ versteht. Da die Faire Woche unter dem Motto „Geschlechtergerechtigkeit“ steht, widmete sich die Referentin dem sehr differenzierten wie spannenden Thema des Geschlechtsrollenverständnisses in verschiedenen Kulturen.

Elisabeth Addick wies dabei auf die zwei Worte hin, die es in der englischen Sprache für Geschlecht gibt: „Sex“, als das angeborene, biologische Geschlecht, und „gender“, als das kulturelle, durch die Gesellschaft erworbene. „Wir alle wachsen mit bestimmten Rollenbildern auf und halten sie für das Ideal. Bei der Begegnung mit anders tradiertem Verhalten werden wir oft verunsichert“, so die Anthropologin. Als Beispiel nannte sie das In-die-Augen-schauen, das in unserem Kulturkreis ein Zeichen von Respekt und Ehrlichkeit ist.

In den asiatischen Ländern dagegen schlägt man respektvoll die Augen nieder, wenn man einer Autoritätsperson gegenübertritt. Um solche Missverständnisse aufzuklären, hilft eine Haltung, die die eigenen Gebräuche nicht als das Nonplusultra setzt. Deshalb ermutigte die Dozentin die Anwesenden zu einem Dialog zu Fragen und der Auseinandersetzung mit den Zugereisten.

In der sich anschließenden Diskussion ging es im evangelischen Gemeindezentrum auch um den Rollen-Spagat, den junge Frauen mit Migrationshintergrund zwischen ihrer Herkunftskultur und der Gesellschaft in Deutschland leisten müssen. Organisatorin Ulrike Wanink bedankte sich abschließend mit einem kleinen Geschenk für den sehr informativen und engagierten Vortrag.

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