Das Theater der Klänge zeigte „Trias – Das triadische Ballett“
Formen, Farben und Figurinen

Steinfurt -

1922 wurde das Stück in Stuttgart uraufgeführt. Es basiert auf dem Dreiklang von Form, Farbe und Raum. Jetzt präsentierte das Theater der Klänge das Bauhaus-Stück „Trias – Das triadische Ballett“ in Steinfurt.

Montag, 23.09.2019, 06:00 Uhr
Auwändige, pompöse Kostüme, die von den Tänzern andächtig präsentiert werden: Das sahen die Zuschauer auf der Bühne des Arnoldinums, wo das Theater der Klänge das Bauhaus-Stück „Trias – Das triadische Ballett“ aufführte.
Auwändige, pompöse Kostüme, die von den Tänzern andächtig präsentiert werden: Das sahen die Zuschauer auf der Bühne des Arnoldinums, wo das Theater der Klänge das Bauhaus-Stück „Trias – Das triadische Ballett“ aufführte. Foto: Theater der Klänge

Ist das eine überdimensionale Müslischale? Oder ein Brummkreisel? Zu melancholischer Klaviermusik regt sich im Zentrum des gewölbten Etwas eine Tänzerin mit minimalen Bewegungen. Als sie schließlich aufsteht, entpuppt sich die Scheibe als ziemlich sperriger Rock, den die Tänzerin Phaedra Pisimisi wie ein gigantisches Schmuckstück an sich trägt.

„Rundrock“ heißt diese erste Figurine, die in immer größer werdenden Kreisen die Bühne des Arnoldinums einnimmt, bis sich „Der Taucher“ unter brummigen Cello-Klängen dazugesellt. Faszinierend fremdartig, betörend schön und fantasieanregend – so präsentierte das Theater der Klänge das Bauhaus-Stück „Trias – Das triadische Ballett“ in Steinfurt.

Zuvor hatte sich die Organisatorin Hedwig Seegers, Tochter des Künstlers Heinrich Neuy, für die Unterstützung aus Politik, Kultur und Wirtschaft bedankt, die dieses Event möglich gemacht hatte. Besonders auch durch das Engagement von Claudia Seeger war es gelungen, das spektakuläre Bühnenstück von Oskar Schlemmer in die westfälische Provinz zu holen. 1922 in Stuttgart uraufgeführt, basiert das Stück auf dem Dreiklang von Form, Farbe und Raum, also den künstlerischen Gestaltungselementen, die typisch für den Bauhaus-Stil sind.

Auf der Bühne zeigt sich dieses Konzept vor allem in den aufwändigen, pompösen Kostümen (Figurinen), die von den Tänzern andächtig präsentiert werden. Einzeln, zu zweit oder als Dreiergruppe ordnen sie sich im Raum an, wandelnde und schwingende Farbflächen, die dem Zuschauer ständig inspirierende Bilder darbieten. Die Inszenierung von J.U. Lensing und der Choreographin Jacqueline Fischer hält sich dabei an die vorgegebene Folge von elf Szenen in drei Akten.

Inhaltlich kam es zu einer neuen Komposition der Musik (Klavier, Schlagzeug, Cello), die Thomas Wansing den Tänzern sozusagen auf den Leib schrieb, und die das kraftvoll-dynamische Rückgrat der Aufführung bildet. „Wir wollten die Menschen, die Feste, das soziale Miteinander im Bauhaus thematisieren. Deshalb erzählen die Szenen auch immer kleine Geschichten“, erläutert der Komponist die heitere, manchmal persiflierende Interpretation. Zum Beispiel, wenn die Prima Ballerina im klassisch weißen Ballettdress flottere Musik fordert und dann aufreizend ihr Tutu schwingen lässt.

In der letzten Szene schälen sich die Tänzer aus den beengenden Kostümen und schlagen mit körperbetontem Ausdruckstanz den Bogen ins Hier und Jetzt. Das Publikum verfolgte dieses Feuerwerk an getanzten Farben, Formen und expressiver Musik gebannt, um am Ende in jubelnden Applaus auszubrechen.

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