Reaktionen auf Effings Rücktritt: Schulze Föcking hat keine Ambitionen / Niebel bleibt vorerst bei SMarT
Kommentare mit Respekt und Bedauern

Steinfurt -

Die überraschende Nachricht von Dr. Klaus Effing, dass er Ende März sein Landratsamt zur Verfügung stellen will, um den ihm offerierten Vorstandsposten bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in Köln anzutreten, hat gestern auch in der Kreisstadt zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Weit über 200 Kommentare hatte Effing bereits am Nachmittag auf seinen Account bei Facebook erhalten.

Mittwoch, 23.10.2019, 18:22 Uhr
Landrat Dr. Klaus Effing
Landrat Dr. Klaus Effing Foto: Wilfried Gerharz

Die überraschende Nachricht von Dr. Klaus Effing , dass er Ende März sein Landratsamt zur Verfügung stellen will, um den ihm offerierten Vorstandsposten bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in Köln anzutreten, hat gestern auch in der Kreisstadt zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Weit über 200 Kommentare hatte Effing bereits am Nachmittag auf seinen Account bei Facebook erhalten. In nahezu allen Kommentaren wurde bedauert, dass sich Effing aus dem Kreis und der Kreisstadt verabschieden wird.

Effings Parteifreunde in Steinfurt sind parallel zu den Veröffentlichungen auf den Nachrichtenkanälen durch die CDU-Kreisgeschäftsstelle über seinen Schritt informiert worden. Doris Gremplinski, die zusammen mit ihrem Fraktionskollegen Detlev Viefhues die Steinfurter Interessen seit vielen Jahren auch im Kreistag vertritt, bezeichnete Effings Ausscheiden als großen Verlust. Der Landrat sei stets über die Entwicklungen nicht nur im Kreis-, sondern auch auf Ortsebene umfassend informiert gewesen. „Wirklich schade für uns“, erklärte der Steinfurter CDU-Vorsitzende Günter Marquard. Er habe Effings Entscheidung mit allem Respekt zur Kenntnis genommen.

Ähnlich hat sich gestern auch Michael Hardebusch geäußert. Der SPD-Politiker macht das Trio, das die Steinfurter Fahnen im Kreistag vertritt, komplett. „Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass Effing für eine weitere Wahlperiode antritt. Mit der neuen Stelle öffnen sich für ihn aber auch neue Chancen.“ Effing sei auch über Parteigrenzen hinweg ein offener und aufgeschlossener Fachmann und Ansprechpartner gewesen, um den Kreis voranzubringen.

„Ich musste mich erstmal hinsetzen“, hat Claudia Bögel-Hoyer gestern aus ihrem Urlaubsdomizil beschrieben, wie sie auf die Nachricht reagiert hat. Die Zusammenarbeit sei stets vertrauensvoll gewesen. Effing habe es verstanden, einen engen Kontakt innerhalb der kommunalen Familie der 24 Städte und Gemeinden zu pflegen. Besonders erwähnte die Steinfurter Bürgermeisterin die menschlichen Qualitäten des 51-jährigen Kreisverwaltungschefs. „Das hat man heute nicht mehr häufig.“ Als Beispiel nannte Bögel-Hoyer Effings Bemühungen, den jahrelangen Streit um den Bau der Westtangente in Burgsteinfurt immer wieder auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Effings Bemühen, Kompromisse zu finden, seien stets groß gewesen.

Was die Kür eines Nachfolgers der Union für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr betrifft, so sei zunächst einmal die von der Kreispartei eingesetzte Findungskommission gefragt. Gremplinski, die sich nach 25 Jahren politischer Arbeit auch aus der Kreispolitik zurückziehen will, hat da volles Vertrauen in ihre Kollegen, einen geeigneten Kandidaten zu finden. Unterdessen hat die Steinfurter Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking gestern erklärt, dass sei keinerlei Ambitionen auf den Posten hegt. Sie will weiter Politik für den Kreis in Düsseldorf machen.

Effings Umzug nach Köln hat zugleich auch Spekulationen um die berufliche Zukunft seiner Lebensgefährtin Marion Niebel und Fragen danach ausgelöst, ob sie ihrem Partner an den Rhein folgen und damit möglicherweise auch die Geschäftsführung von SMarT, dem Steinfurter Marketing- und Tourismusverein, abgeben wird. Auf Nachfrage erklärte Niebel, dass sie erst im Oktober ihren Vertrag für weitere fünf Jahre verlängert hat. Die jüngste Entwicklung habe das Paar selber überrascht. Was der Entscheidung Effings folgt, damit hätten sich die beiden noch nicht näher beschäftigt. Niebel will ihren Auftrag im Alten Rathaus zunächst erfüllen. Das hat sie auch gegenüber Michael Hardebusch, der zugleich Vorsitzender von SMarT ist, mitgeteilt. Hardebusch: „Ich bin erst einmal beruhigt, dass sie bleibt.“ Langfristig sei jedoch nicht ausgeschlossen, fügte Niebel an, dass auch sie ins Rheinland zieht, sofern sie dort einen passenden Job findet.

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