Verein „Kein Kind in Steinfurt ohne warme Mahlzeit“ löst sich nach acht Jahren des Bestehens auf
Zweck erfüllt, Auftrag erledigt!

Steinfurt -

Zweck erfüllt, Aufrag erledigt! Mit einem lachenden und mitunter auch weinenden Auge haben am Montagabend 25 Mitglieder des 2011 gegründeten Fördervereins „Kein Kind in Steinfurt ohne warme Mahlzeit“ einstimmig zugestimmt, den Verein zum Ende des Jahres (31. Dezember) aufzulösen.

Mittwoch, 30.10.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 15:22 Uhr
Sah der Auflösung mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenenden Auge in der Gaststätte Börger am Montag entgegen: der Vorstand des Vereins „Kein Kind in Steinfurt ohne warme Mahlzeit“.
Sah der Auflösung mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenenden Auge in der Gaststätte Börger am Montag entgegen: der Vorstand des Vereins „Kein Kind in Steinfurt ohne warme Mahlzeit“. Foto: lem

Zweck erfüllt, Auftrag erledigt! Mit einem lachenden und mitunter auch weinenden Auge haben am Montagabend 25 Mitglieder des 2011 gegründeten Fördervereins „Kein Kind in Steinfurt ohne warme Mahlzeit“ einstimmig zugestimmt, den Verein zum Ende des Jahres (31. Dezember) aufzulösen. Durch das am 1. August in Kraft getretene „Starke-Familien-Gesetz“ der Bundesregierung war der in der Vereinssatzung verankerte Zweck, jedem Steinfurter Kindergarten- und Schulkind, das es sich nicht leisten konnte, am Mittagessen teilnehmen zu dürfen, auch wenn die Eltern ein Euro für die Eigenbeteiligung an der Mittagsverpflegung nicht aufbringen konnten, überflüssig geworden. Kassierer Klaus Meiers hatte für die außerordentliche Mitgliederversammlung in der Gaststätte Börger in seinem vorläufig letzten Finanzbericht ausgerechnet, wie viel Geld der Förderverein durch Spenden und Beiträge der mehr als 200 Mitglieder seit seiner Gründung generieren konnte. „Es sind sage und schreibe 304 260 Euro“, warf Meiers diese sechsstellige Zahl an die Wand. Damit konnten seit der Gründung des Vereins jedes Jahr rund 200 Kinder zusätzlich am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen.

„Danke an alle, die dieses Projekt begleitet haben und ein besonderer Dank gilt Ludgera Kessler , die diesen Förderverein ins Leben gerufen hat“, lobte Bürgermeisterin Claudia Bögel–Hoyer die Arbeit der über die Grenzen von Steinfurt hinaus bekannten Initiative.

Ludgera Kessler warf ein, dass sie trotz der vielen Arbeit sehr viel Spaß gehabt hätte. „Als wir im April erfuhren, dass das neue Gesetz im Sommer in Kraft treten wird, war das eine gute und zugleich traurige Nachricht für mich. Denn ich fragte mich, was soll ich demnächst machen?“, bemerkte Tuba Hemker mit einem zwinkernden Auge. Schließlich wurde sie erst im April 2018 zur Vorsitzenden des Fördervereins gewählt.

Klaus Meiers erinnerte an den Tod des Gründungsmitglieds Siegfried „Siggi“ Frieler mit einer Schweigeminute: „Er hatte sich vehement für die Interessen der Kinder eingesetzt. Mit Siggi hat mich mein bester Freund verlassen.“

Mit der Bekanntgabe der Vereinsauflösung (wir berichteten) seien die Spenden naturgemäß nicht mehr so geflossen wie sonst. „Trotzdem gab es mit Stand von heute Gesamteinnahmen in Höhe von 19 892,62 Euro“, teilte der Kassierer mit. Der aktuelle Kassenstand betrug rund 7500 Euro.

„Die Auflösung des Fördervereins wird Geld kosten. Was übrig bleibt, soll die Steinfurter Tafel bekommen“, erklärte der 2. Vorsitzende Theo Schneuing. Einstimmig wurden Schneuing, Tuba Hemker und Klaus Meiers zu Liquidatoren gewählt.

Im kommenden Jahr wird noch eine abschließende Versammlung durchgeführt, in der die Löschung des Vereins und die Abwicklung erörtert werden. Das Mitglied und ehemaliger Leiter der St.-Elisabeth-Schule, Alfred Storck, bedankte sich für die Unterstützung auch vieler Kinder in seiner ehemaligen Schule: „Der Förderverein ist bis heute mein Lieblingsverein gewesen.“

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