Bürgermeisterin empfängt Kaiser, Könige und das Dreigestirn im Rathaus
Neue Ideen für alte Traditionen

Borghorst -

Gegen Egoismus, für Toleranz – die Steinfurter Schützenfamilie will sich mit aller Kraft für eine offene Gesellschaft einsetzen. Vereinigten-Präsident Matthias Heerdt rief am Freitagabend beim traditionellen Majestätenempfang im Rathaus die Schützen auf, ihre Vereinsbrillen beiseite zu legen und gemeinsam die Zukunft in den Blick zu nehmen. „Der Umgang miteinander muss von Ehrlichkeit und Gemeinsamkeit geprägt sein“, forderte Heerdt die Schützen in beiden Stadtteilen auf, sich ihrer Vorbildfunktion zu stellen.

Freitag, 08.11.2019, 20:26 Uhr
Beim jährlichen Empfang der Majestäten im Rathaus wird immer ein Gruppenfoto der Königspaare und dem Dreigestirn gemacht. Nach dem offiziellen Teil im Bürgersaal schließt sich der Empfang im Foyer an.
Beim jährlichen Empfang der Majestäten im Rathaus wird immer ein Gruppenfoto der Königspaare und dem Dreigestirn gemacht. Nach dem offiziellen Teil im Bürgersaal schließt sich der Empfang im Foyer an. Foto: Eugen Oskamp

Zuvor hatte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer die gekrönten Häupter im Bürgersaal offiziell begrüßt. Sie persönlich übernahm diese Aufgabe zum fünften Mal insgesamt war es der 44. Empfang. „Es ist immer wieder ein schöner Anblick“, sagte die Erste Bürgerin und schaute bewundernd ins Stühle-Halbrund, wo ihr die Königs- und Kaiserpaare sowie die Vorsitzenden der 14 Steinfurter Schützenvereine entgegenstrahlten. „Ehrenamtliches Engagement wird in Steinfurt noch groß geschrieben“, freute sich Bögel-Hoyer. „Früher brachten die Schützen Schutz vor marodierenden Heerscharen, heute bringen sie Freude“, stellte sie fest.

Matthias Heerdt sprach auch die jüngsten Diskussionen um gleichgeschlechtliche Königspaare an. Die Meinung der Schützen ist eindeutig. „Jegliche Lebensform als Familie oder Partnerschaft wird in unserer Gemeinschaft ihren Platz haben“, machte der Vorsitzende der Borghorster Schützen-Dachorganisation unmissverständlich klar.

Bei der Erarbeitung von Zukunftsperspektiven setzt Heerdt auf Gemeinsamkeit. Austausch und die Bereitschaft zur Diskussion seien wichtig. Ziele müssten auf Augenhöhe demokratisch erarbeitet werden. Vor dem Hintergrund eines geänderten Freizeitverhaltens sind nach Einschätzung des Vereinigten-Präsidenten neue Ideen für Karneval und Schützenwesen notwendig, um alte Traditionen mit neuem Leben zu füllen. Sein Wunsch: „Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und die Fähigkeit zur sachlichen Auseinandersetzung.“

Heerdt erinnerte an das Kaiserschießen aller Steinfurter Vereine im kommenden Jahr. Für die Schützen eine willkommene Gelegenheit, ihre starke Gemeinschaft der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Bevor der Vereinigten-Präsident die Borghorster Majestäten vorstellte, dankte er der Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer für ihre große Wertschätzung, die sie den Schützen entgegenbringe. Das zeige nicht zuletzt ihre Teilnahme an den Veranstaltungen der Vereine. Matthias Heerdt wörtlich: „Danke für die Zeit, die Sie uns schenken.“

Die Burgsteinfurter Würdenträger wurden von Wolfgang Klie, Schriftführer der Interessengemeinschaft, vorgestellt. Er ist seit 50 Jahren im Schützengeschäft, hat viele Entwicklungen hautnah miterlebt. Sein Fazit: „Das Schützenwesen funktioniert in der Stadt noch.“

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