Einschulung: Mutter ergreift Initiative
Verbindliche Antwort lässt auf sich warten

Borghorst -

Wie viel Zeit sollte eine Grundschule benötigen, um den Eltern eines Einschulungskindes verbindlich sagen zu können, ob es in die Eingangsklasse aufgenommen werden kann oder nicht? Ein paar Tage, mehrere Wochen oder gar Monate? Anfang Oktober hat Julia Schräder ihre Tochter Fiona an der Heinrich-Neuy-Schule in Borghorst angemeldet, damit sie dort im August kommenden Jahres eingeschult werden kann. Mit dem Hinweis, dass es mit der „Aufnahme schwierig werden könnte“, wurde die 34-jährige Alleinerziehende nach Hause geschickt.

Dienstag, 12.11.2019, 19:00 Uhr
Heinrich-Neuy-Schule in Borghorst: Die städtische Gemeinschaftsgrundschule sieht sich nicht im Stande, kurzfristige Aussagen zur Aufnahme von Erstklässlern zu treffen.
Heinrich-Neuy-Schule in Borghorst: Die städtische Gemeinschaftsgrundschule sieht sich nicht im Stande, kurzfristige Aussagen zur Aufnahme von Erstklässlern zu treffen. Foto: bsch

Nach einer Wartezeit von fast einem Monat teilt die Schulleitung ihr in einen Brief mit, dass weiterhin keine Aussage dahingehend getroffen werden könne, ob die Tochter an der Schule zum Schuljahr 2020/21 aufgenommen wird oder nicht. „Eigentlich hatte ich eine Einladung zum Einschulungskennenlerntest erwartet“, berichtet die junge Mutter. „Stattdessen bekomme ich gesagt, dass das Verfahren weiter in der Schwebe ist und ich von Rückfragen Abstand nehmen solle.“

Die hatte Julia Schräder indes und wandte sich Hilfe suchend an die Stadt. Peter Borowiak , Fachdienstleiter Bildung, habe ihr erklärt, dass die fehlende Klarheit über die Einschulung der Tochter an der Neuy-Schule unter anderem mit möglichen Nachzüglern zusammenhänge. Erst wenn alle schulpflichtigen Kinder auch angemeldet seien, sei eine Verteilung gemäß den Vorgaben der Schulordnung möglich, ergänzte er auf Nachfrage dieser Zeitung. „Üblicherweise ist das meistens zu Jahresanfang im Januar oder Februar der Fall“, bittet er um Geduld.

Genau diese hatte Julia Schräder allerdings nicht mehr – was nicht nur am Umstand des Alleinerziehens liegt, sondern vor allem auch an ihrer Berufstätigkeit. „Mein Arbeitgeber wollte von mir wissen, wann ich im kommenden Jahr Urlaub nehmen möchte“, erklärt sie im Gespräch die Hintergründe. Da die Schulen unterschiedliche OGS-Ferienbetreuungen anbieten, drängte die Zeit. Sie musste Klarheit darüber haben, an welche Schule ihre Tochter letztlich geht. Es muss doch eine Lösung möglich sein, dachte sich die junge Mutter. Sie hat den Knoten auf eigene Faust durchgeschlagen und kurz entschlossen bei einer anderen Grundschule wegen einer möglichen Einschulung der Tochter nachgefragt. Mit Erfolg: Die Dumter Schule hat ihr sofort signalisiert, dass sie Fiona aufnehmen wolle. Am Montag dieser Woche hat sie eine entsprechende Bestätigung erhalten.

„Ich bin wirklich total froh, dass das so gut geklappt hat“, berichtet die 34-Jährige überglücklich. Zwar sei der Schulbesuch wegen der etwas abgelegenen Lage mit etwas mehr Aufwand verbunden. Aber dadurch, dass ein Umzug innerhalb Borghorsts bevorstehe, sei auch dieser zu stemmen. Und der Tochter gefällt die Schule auch.

Ende gut, alles gut? Nicht ganz, ein bitterer Beigeschmack bleibt. „Ich hätte mir mehr Unterstützung gewünscht“, sagt die Alleinerziehende mit kritischem Unterton in Richtung Stadt.

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