Lesung mit Christoph Güsken
Vom Glöckner zum Mordkreuz

Altenberge -

Volles Haus in der Buchhandlung Janning: Dort fand eine Krimilesung mit Christoph Güsken statt.

Mittwoch, 13.11.2019, 17:00 Uhr
Christoph Güsken las in der Buchhandlung Janning und stellte sich den Fragen des Publikums.
Christoph Güsken las in der Buchhandlung Janning und stellte sich den Fragen des Publikums. Foto: nix

Eigentlich sollte am Dienstagabend der neue Krimi des Wahl-Münsteraners Christoph Güsken im Mittelpunkt stehen. Doch bei seiner Lesung in der Buchhandlung Janning kam es anders. „Der Glöckner von Lamberti“ fiel also an diesem Abend nicht von seinem Turm und erschlug dabei auch keine Radfahrerin, denn das gleichnamige Werk lag entgegen den Erwartungen noch nicht druckfrisch vor.

Doch Schriftsteller und Publikum waren flexibel. So brachte der aus dem Rheinland stammende Güsken Passagen seines vorherigen Krimis „Das Mordkreuz von Tilbeck“ zu Gehör. Wie die Titel seiner Bücher verraten, liegt ein Schwerpunkt des Autors auf Kriminalromanen mit Lokalkolorit. Vier „Münster-Krimis“ drehen sich um den Ex-Hauptkommissar Niklas de Jong. Der Kriminologe wandte sich von der Verbrechensbekämpfung ab und – leider relativ erfolglos – der Schriftstellerei zu. Auch in der „Mordkreuz“-Story ermittelt er, wenn auch inoffiziell. Besagtes Kreuz steht tatsächlich zwischen dem Stift Tilbeck und Schapdetten. Vor vielen Jahrhunderten wurde hier eine Frau von Landsknechten ermordet, die anstelle von Münzen allerdings nur Nägel erbeuteten, wie Güsken seinem Publikum erläuterte.

Der Autor hat augenscheinlich ein Faible für schräge Gestalten und seine Geschichten sind nicht unwesentlich von Humor geprägt. Für Krimis nicht ganz alltäglich. So las er dann auch eine skurrile Passage, in der ein Hüne mit „Frankenstein-Gesicht“ den Ex-Kommissar De Jong anspricht, um ihn auf den Tod eines Hundes aufmerksam zu machen. Dessen Besitzer, ein Nachbar von De Jong, geht von Mord aus. Der schlicht gestrickte Hüne versteht nun so gar nicht, dass der Ex-Kommissar in dieser Sache nicht ermitteln will. Ist das Leben eines Hundes weniger Wert als das eines Menschen? Ein denkwürdiger Dialog entspinnt sich. Christoph Güsken ist ein Meister des trockenen Humors, wie die Leseproben nahelegten.

Der Schriftsteller, der zunächst als Buchhändler tätig war und zahlreiche Krimis, Kurzgeschichten und Hörspiele verfasste, stellte sich auch den Fragen des Publikums. „Mein Alltag“, so der Autor, „ist nicht besonders spannend.“ Schwer zu glauben. Er arbeitet gern an mehreren Werken gleichzeitig, wechselt von Geschichte zu Geschichte und „irgendwann sind die Bücher fertig“.

Seine Lektoren, das findet er gut, reden ihm nicht allzu sehr in die Geschichten rein. Nur beim Titel gibt es schon mal kontroverse Diskussionen. Der Buchhandlung bescherte die Lesung ein volles Haus.

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