Jüdischer Friedhof
„Ein vielversprechender Anfang“

Burgsteinfurt -

In die Bemühungen der Initiative Stolpersteine, den Zustand des jüdischen Friedhofs an der Gerichtstraße zu verbessern (wir berichteten), kommt Bewegung: Die SPD-Fraktion hat einen Antrag zum Haushalt 2020 gestellt, in dem angeregt wird, 10 000 Euro für die Restaurierung einzelner Grabstellen, deren Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet werden kann, einzustellen.

Montag, 18.11.2019, 15:22 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 16:14 Uhr
„Wenig sensibel“: Die Praxis der Stadtverwaltung, an labil stehenden Grabsteinen Aufkleber mit dem Hinweis anbringen zu lassen, Angehörige mögen diese unverzüglich fachgerecht befestigen lassen, stößt bei SPD und Initiative Stolpersteine auf Kritik.
„Wenig sensibel“: Die Praxis der Stadtverwaltung, an labil stehenden Grabsteinen Aufkleber mit dem Hinweis anbringen zu lassen, Angehörige mögen diese unverzüglich fachgerecht befestigen lassen, stößt bei SPD und Initiative Stolpersteine auf Kritik. Foto: SPD Steinfurt

„Das ist ein vielversprechender Anfang“, erklärte dazu Ursula Kunze , die sich zusammen mit weiteren Vertretern der Initiative bereits seit geraumer Zeit für den Erhalt eines der letzten jüdischen Denkmäler der Stadt einsetzt. „Wir sind glücklich über diesen Vorstoß, aber es müssen weitere Schritte folgen, wenn es nicht doch noch zu einem Geschichtsverlust kommen soll“, betonte die Sprecherin mit Blick auf die Vielzahl der Restaurierungsobjekte.

Sie macht nochmals deutlich, dass keine Sanierung des Gesamtinventars auf der Agenda stehe, sondern eine behutsame Instandsetzung. Nur so werde sichergestellt, dass auch für folgende Generationen die jüdische Begräbniskultur erfahrbar bleibt. „Kleinere Beschädigungen, wie sie zum Beispiel während der NS-Zeit bewusst herbeigeführt worden sind, sollten als Zeugnis der Geschichte weiter sichtbar bleiben“, stellte sie überdies klar.

Unabhängig davon, wie hoch der städtische Zuschuss ausfallen wird, will der Friedhofskreis innerhalb der Initiative nun intensiv weiter darauf hinarbeiten, ein Konzept zu erstellen, wie die Instandsetzung bestmöglich angegangen werden kann. Mit ins Boot geholt werden sollen neben der professionellen Begleitung durch einen Restaurator auch der Landesrabbiner, die Stadt sowie Schüler des Hermann-Emanuel-Berufskollegs (HEBK).

Die Stadt beabsichtigt laut der Denkmalschutzbeauftragten Gerlinde Sextro , sämtliche Grabsteine zu katalogisieren. Ziel sei eine komplette Auflistung mit Namensauflistung, Erfassung der Schadensbilder sowie der Dringlichkeit der Sanierung mittels einer Priorisierung. Handlungsbedarf sei dringend gegeben, erste Fälle provisorischer Sicherungsmaßnahmen seien bereits erfolgt.

Das HEBK plant nach Auskunft von Lehrer Kai Heuing, durch eine Klasse des beruflichen Gymnasiums bis zum Gedenktag des Namensgebers im kommenden Juni alle Gräber zu fotografieren und nach Namen sortiert auf der Schul-Homepage einzustellen. So könne eine Recherchebasis für Angehörige geschaffen werden, so Heuing.

Auf Unverständnis sowohl bei der SPD als auch bei der Initiative stößt es, dass sich auf einigen, offensichtlich auf besonders labilen Sockeln stehenden Grabsteinen gelbe Aufkleber mit dem Hinweis befinden, der Nutzungsberechtigte möge das Grabmal unverzüglich fachgerecht befestigen lassen. Das Vorgehen sei in diesem Zusammenhang „unsensibel“, so die Sozialdemokraten.

Gerlinde Sextro betonte auf Nachfrage, dass die Aufkleber von einem Sachverständigen angebracht worden seien, der im Auftrag der Stadt die Standfestigkeit der Grabsteine geprüft hat. Die Stadt sei damit ihrer Pflicht zur Verkehrssicherung nachgekommen.

Die Aufkleber blieben vorerst bestehen, weil sie etwaigen Besuchern als Warnhinweis dienten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7074847?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Münsters Schnäuzer auf Platz eins
Erst am Monatsende wird rasiert. Die Männer von „Münster‘s Finest“ lassen sich für die „Movember“-Bewegung einen Schnäuzer wachsen, um auf die Männergesundheit aufmerksam zu machen. Im nationalen Ranking bei den Spendengeldern belegen sie Rang eins.
Nachrichten-Ticker