IGP-Gruppe will Gesundheitscampus realisieren
Neuer Investor fürs Weberquartier

Borghorst -

Metro-Stationen in Dubai, das Dickhäuterhaus in Berlin, Wohnquartiere in Düsseldorf, Hamburg und Mariengrün, ein Presswerk für Mercedes sowie zehn Gebäude für den Flughafen BER – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Und jetzt das Weberquartier in Borghorst. Für die 25 000-Quadratmeter-Industriebrache gibt es einen neuen Entwickler. Die IGP-Projekt GmbH aus Berlin hat das Areal gekauft und will dort – wie die zuvor ausgestiegenen Investoren – ein „lebenswertes Wohn- und Medizinquartier“ bauen, wie IGP-Geschäftsführer Stefan Gräf in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert wird.

Mittwoch, 27.11.2019, 09:50 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 13:38 Uhr
Das Weberquartier im Schatten der Nikomedeskirche: Für das 25 000-Quadratmeter-Areal wurde mit der IGP ein neuer Käufer gefunden. Zeitnah soll die Planung für einen Gesundheitscampus in Angriff genommen werden.
Das Weberquartier im Schatten der Nikomedeskirche: Für das 25 000-Quadratmeter-Areal wurde mit der IGP ein neuer Käufer gefunden. Zeitnah soll die Planung für einen Gesundheitscampus in Angriff genommen werden. Foto: Axel Roll

„Geplant ist die Schaffung von Baurecht gemeinsam mit der Stadt, um eine medizinnahe Nutzung und betreutes Wohnen zu realisieren sowie klassische Eigentums- und Mietwohnungen“, schreibt der Projektentwickler weiterhin. Ein Architekturbüro aus Frankfurt, die Professor Franken Architekten GmbH, soll die städtebaulichen Planungen übernehmen. IGP-Geschäftsführer Gräf hat es sich zum Ziel gesetzt, in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres das Bauantragsverfahren zu starten. Dazu strebe sein Unternehmen auch eine enge Kooperation mit den politischen Gremien der Stadt an. Eingestielt hatte den Kontakt zu der Unternehmensgruppe Projektentwickler Udo Merkens, der auch schon selbst das Gelände überplant hatte (diese Zeitung berichtete).

Für Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer ist der Abschluss des Kaufvertrages „ein besonders schönes Weihnachtsgeschenk für die Stadt Steinfurt und auch für mich persönlich, dass diese innerstädtische Brache nach nun fast 30 Jahren einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird“. Wie Bögel-Hoyer betont, habe sie viele moderierende Gespräche mit allen Beteiligten geführt, um die Verhandlungen zu einem guten Ende zu bringen. Wie sie auf Anfrage betonte, ist der Anfang November unterzeichnete Kaufvertrag mittlerweile rechtskräftig. „Das Geld ist geflossen“, so Claudia Bögel-Hoyer. Damit sei auch gewährleistet, dass die Stadt ihr investiertes Geld wieder zurückbekomme. So wurden unter anderem für den Abriss der baufälligen Fabrikhallen 600 000 Euro vorgestreckt.

Die Fraktionen im Rat wurden am Montagabend von der Verwaltungsspitze über den Einstieg der IGP ins Weberquartier informiert. Mit am Tisch: Vertreter des UKM Marienhospitals und der Caritas. Beide Institutionen sollen auf dem zukünftigen Gesundheitscampus mit Reha-Klinik und Pflegeeinrichtung vertreten sein.

Bei der Gelegenheit konnte Dirk Schmedding als Marienhospital-Geschäftsführer mit einer weiteren frohen Botschaft aufwarten: Der Förderbescheid des Landes sei eingetroffen. Damit kann der Bau des lange geplanten Bettenhauses in Angriff genommen werden. Claudia Bögel-Hoyer wertet die Millionenzusage als ein Bekenntnis des Landes zum Krankenhaus-Standort Borghorst.

Zurück zum Weberquartier. Wie die Bürgermeisterin weiterhin erläuterte, soll das ursprünglich ins Auge gefasste Drei-Säulen-Modell für das Areal realisiert werden: Wohnen, Pflege, Reha. Weiterhin soll es auch das beschlossene städtebauliche Qualifizierungsverfahren geben, bei dem mehrere Architekten ihre Vorschläge für die Gestaltung des Geländes vorstellen. Parallel sollen Workshops durchgeführt werden.

Die mittelständische IGP Gruppe mit Firmensitzen in Düsseldorf, München, Hamburg und Berlin beschreibt sich selbst als Spezialisten für Dienstleistungen rund um die Immobilie und das Bauen und entwickele seit 20 Jahren mit ihren Projektgesellschaften Immobilienprojekte, darunter Wohn-, Industrie- und Büroquartiere, aber auch Schulen und andere öffentliche Gebäude. Daneben sei die IGP Gruppe auch im Facility Management, in der Planung sowie in der Überwachung von Immobilienprojekten zu Hause.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7092842?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Prognose: Konservative mit absoluter Mehrheit im Parlament
Boris Johnson verlässt mit seinem Hund Dilyn ein Wahllokal in London.
Nachrichten-Ticker