Sonderausgabe der „Abendvisite“ findet außerordentlich große Beachtung
Kampf dem plötzlichen Herztod

Steinfurt -

Herzwochen am UKM Marienhospital Steinfurt – die aktuelle Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ stand ganz im Zeichen dieses Themas. Vier Experten hielten im großen Sitzungssaal vor vollem Haus Vorträge, die den „plötzlichen Herztod“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten, heißt es in einer Mitteilung des Kulturforums. „Statistisch betrachtet erleiden ihn allein im Kreis Steinfurt jährlich 550 Menschen“, wird Moderator Chefarzt Dr. Stefan Lange aus der Abteilung Kardiologie darin zitiert.

Freitag, 29.11.2019, 14:48 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 16:42 Uhr
Hochkarätige Dozenten widmeten sich dem Herz-Thema (v.l.): Ziyad Skaf, Oberarzt Norbert Rücker, Fachärztin Tatjana Brinken, Moderator Chefarzt Dr. Stefan Lange und Adam Gasch.
Hochkarätige Dozenten widmeten sich dem Herz-Thema (v.l.): Ziyad Skaf, Oberarzt Norbert Rücker, Fachärztin Tatjana Brinken, Moderator Chefarzt Dr. Stefan Lange und Adam Gasch.

Sehr wichtig ist neben einer gesunden Lebensweise zur Prävention die rasche Hilfe im Notfall. „Das Einzige was sie falsch machen können ist gar nichts zu tun“, betonte Adam Gasch von der Abteilung für interdisziplinäre Notfallmedizin.

Die Infrastruktur um Menschen zu retten, ist in Deutschland gut, dennoch trifft der plötzliche Herztod in der Bundesrepublik im Jahr rund 100 000 Menschen. 10 000 von ihnen könnten gerettet werden wenn Zeugen eines Zusammenbruchs sofort aktiv werden. „Die Quote der Laienreanimierung vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes liegt bei lediglich 40 Prozent“, so Gasch. In den Niederlanden sind es vergleichsweise 63 Prozent.

Der Fachmann rät, im Notfall unverzüglich drei Schritte zu beherzigen: Erstens zu prüfen ob der Betroffene noch ansprechbar ist, zweitens unter 112 einen Notruf abzusetzen und drittens bis zum Eintreffen der Retter Herzdruckmassage durchzuführen. An vielen öffentlichen Orten steht auch ein Defibrillator zur Verfügung.

Tatjana Brinken , Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, erläuterte Herzkrankheiten. Sie ging auf Aspekte der so genannten „Lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen“ ein, erläuterte die Symptome des „Stolperherzens“ und gab grundlegende Informationen. Männer sind deutlich gefährdeter als Frauen, das Risiko nimmt mit steigendem Lebensalter zu und bei der Mehrzahl der Betroffenen waren bislang keine Herzkrankheiten bekannt. Ursachen können Herzmuskelerkrankungen, Herzschwäche aber auch Drogenmissbrauch sein. Ebenso können Medikamente und Nikotinmissbrauch eine Rolle spielen. „Ein Hausarzt- oder Kardiologenbesuch ist sinnvoll investierte Zeit“, appelliert Brinken.

Mit Diagnostik und Therapie koronarer Herzkrankheiten befasste sich Facharzt Ziyad Skaf . „Durch unseren Lebensstil und Risikofaktoren bilden sich im Laufe der Zeit Ablagerungen, sogenannte „Plaques“, die Herzkranzgefäße verengen und die Durchblutung des Herzens behindern“, erläuterte Skaf. Risikofaktoren, die den Prozess begünstigen, sind unter anderem hoher Blutdruck, Bewegungsmangel und Übergewicht, aber auch genetische Veranlagungen. Die Verengung der Gefäße lässt sich zwar durch den Einsatz von „Stents“ ausgleichen, doch: „Die Prophylaxe ist die beste Therapie.“ Dazu gehören ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und wenig Fleisch sowie je nach Konstitution sportliche Betätigungen.

Oberarzt Norbert Rücker sprach über High-Tech-Methoden, dem plötzlichen Herztod zuvor zu kommen. Im Zentrum stand der „Defibrillator“, der auch implantiert werden kann (ICD). „Er überwacht den Herzrhythmus kontinuierlich wie ein Langzeit-EKG“, so Rücker. Erkennt das Gerät eine gefährliche Herzrhythmusstörung, gibt es einen Elektroschock ab, der den normalen Herzrhythmus wiederherstellt.

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